Die Kinder auf Mauritius

Die Kinder auf Mauritius

Die Durchsetzung der Kinderrechte auf Mauritius

 

Obwohl Mauritius ein wirtschaftlich entwickeltes Land ist, steht Armut als Problem nach wie vor auf der Tagesordnung. Im Falle von Kindern drückt diese sich hauptsächlich in Form von Diskrimination, mangelnder Bildung und sexueller Ausbeutung aus. Und so geschehen viele Menschenrechtsverletzungen trotz der beträchtlichen Bemühungen seitens der Regierung viel zu alltäglich.

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Index der Realisierung von Kinderrechten : 8,11/ 10
Orange Stufe : Wahrnehmbare Probleme

Bevölkerung : 1,322 M.
Bev. 0-14 Jahren : 21,3 %

Lebenserwartung : 73,6 Jahre
Kindersterblichkeit : 12 ‰

1. Die Situation der Kinder

Die Hauptprobleme der Kinder von Mauritius:

Armut

Obwohl Mauritius wirtschaftlich relativ fortgeschritten ist und ein Großteil der Bevölkerung einen respektablen Lebensstandard genießt, leiden einige Familien, hauptsächlich kreolischer Herkunft, unter extremer Armut.

Diese Familien müssen oft ohne Strom und fließend Wasser auskommen und können ihren Kindern nur selten eine ausreichende Ernährung bieten. Diese Bedingungen sind dem Kindeswohl nicht förderlich.

Recht auf Gesundheit

Trotz einiger Fortschritte im Bereich der prä- und postnatalen Versorgung liegt die Kindersterblichkeitsrate mit 11,5% noch relativ hoch. Dies ist zum Teil auf die geografische Abgeschiedenheit einiger Familien zurückzuführen, die so keinen direkten Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.

Auch die Mangelernährung bei Kindern und Müttern spielt eine wichtige Rolle bei der Sterblichkeitsrate. Einige Familien können sich aufgrund ihrer extremen Armut eine angemessene Ernährung und manchmal selbst den nötigsten Grundbedarf ihrer Kinder nicht leisten.

Aus mangelndem Zugang müssen sie zudem oft auf schlechtes Trinkwasser zurückgreifen, was negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder und schwangeren Frauen haben kann.

Deshalb muss den abgeschiedeneren Gemeinden ein besserer Zugang zur Gesundheitsversorgung und unbedenklichem Trinkwasser geschaffen werden.

Bildung

Trotz einer hohen Einschulungsquote haben die Kinder nicht überall gleichen Zugang zum Schulwesen. Die Schulen sind meist in den Städten konzentriert und stehen so nicht jedem zur Verfügung.

Einige, meist elternlose Kinder leben auf der Straße und können nicht zur Schule gehen, da sie sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen.

Außerdem gibt es einen kleineren Anteil an Kindern mit Behinderung, die in Mauritius kein Recht auf eine „normale“ Bildung haben. Besorgniserregend ist hier die Tatsache, dass die Schulen diese Kinder unter dem Vorwand ablehnen, sie würden den Lernprozess verlangsamen.

Recht auf Gleichbehandlung

Es herrscht nach wie vor eine Benachteiligung bestimmter Gruppen von Kindern, so zum Beispiel von Kindern mit Behinderungen, Kindern, die von HIV/AIDS betroffen sind, Kinder aus allgemein benachteiligten Familien sowie Kinder, die der kreolischen Bevölkerung angehören.

Das fehlende Bewusstsein von HIV/AIDS hat oft diskriminierende Einstellungen gegenüber den Betroffenen zufolge. Auch führt Unwissenheit über die verschiedenen Infektionswege und die Angst vor einer Ansteckung zu weiteren Vorurteilen.

Kinder mit Behinderung werden ebenso oft benachteiligt. Oft werden sie innerhalb ihrer eigenen Familien abgelehnt oder gar ausgestoßen und sogar aus der Schule ausgeschlossen. Selbst die mauritische Verfassung gewährt keinen Schutz vor Diskriminierungen dieser Art.

Zudem leiden einige der kreolischen Bevölkerungsgruppen unter Rassendiskriminierung. Der Staat arbeitet jedoch von Tag zu Tag härter, um dieser Stigmatisierung effektiv entgegenzuwirken.

Kindesmisshandlung

Körperliche Züchtigung hat in Mauritius nach wie vor einen Platz in Familien, Schulen, Jugendgefängnissen und Hilfseinrichtungen. Obwohl es Regierungsinitiativen gegen dieses Problem gibt, sind die Rehabilitierungsmaßnahmen für die Opfer solcher Gewalt oft mangelhaft.

Straßenkinder

In Mauritius leben 6.780 Kinder auf der Straße, während ihre Existenz von den Behörden oft verschwiegen wird. Die meisten von ihnen sind zwischen 11 und 16 Jahren alt, gehen nicht zur Schule und fangen mit 13 an zu arbeiten.

Diese Kinder landen auf der Straße weil sie keine Eltern haben oder weil es ihren Familien an finanziellen Mitteln mangelt. Sie müssen sich selbst versorgen und sind so leichte Beute für Leute mit bösen Absichten (Sexueller Missbrauch, Misshandlung usw.).

Auch die Drogenabhängigkeit betrifft diese Kinder in besonderem Maße. Armutsbedingter Drogenmissbrauch spielt unter den Straßenkindern eine wichtige Rolle und hat oft desaströse Folgen für ihre Gesundheit und ihr Leben. Zudem sorgt das Benutzen von Spritzen für eine Weiterverbreitung von HIV/AIDS.

Sexuelle Ausbeutung

Trotz jeglicher Bemühungen seitens der Regierung fällt ein Großteil der Kinder, insbesondere Mädchen, noch immer der sexuellen Ausbeutung zum Opfer.

Sie kommen aus allen Ecken des Landes nach Port Louis, wo sie zur Prostitution gezwungen werden, oft von Freunden, Verwandten oder Geschäftsleuten.

Im Geschäft des Menschenhandels und der sexuellen Ausbeutung Minderjähriger spielen Taxifahrer oft eine zentrale Rolle. Sie agieren als Mittelsmänner, die nicht nur den Transport organisieren, sondern auch die Arrangements zwischen Freiern und Prostituierten aushandeln.

Kinder im Strafrecht

Der Mangel an klaren gesetzlichen Regelungen in Bezug auf die Strafmündigkeit gibt Anlass zur Sorge. Zudem gibt es oft keine rehabilitierenden Alternativen zu Gefängnisstrafen für Minderjährige.

 

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2. An wen kann man sich wenden?

  • Hotline für Kinder, die Opfer von Gewalt werden: 2403900

 

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3. Für die Kinder aktiv werden

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Sources
Geschrieben von: Alexia Pelerins
Übersetzt von: Lukas Zielke
Bewertet von: Gabriele Mante
Verfasst am 23. Oktober 2012
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