{"id":2822,"date":"2013-10-06T20:12:21","date_gmt":"2013-10-06T20:12:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.humanium.org\/de\/?page_id=2822"},"modified":"2025-12-06T06:23:06","modified_gmt":"2025-12-06T06:23:06","slug":"u%cc%88bereinkommen-u%cc%88ber-die-zivilrechtlichen-aspekte-internationaler-kindesentfu%cc%88hrung-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.humanium.org\/de\/u%cc%88bereinkommen-u%cc%88ber-die-zivilrechtlichen-aspekte-internationaler-kindesentfu%cc%88hrung-2\/","title":{"rendered":"U\u0308bereinkommen u\u0308ber die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentfu\u0308hrung"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #800000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-972\" title=\"ODT\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.humanium.org\/fr\/wp-content\/uploads\/logo-odt.gif\" width=\"28\" height=\"24\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-974\" title=\"WORD\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.humanium.org\/fr\/wp-content\/uploads\/logo-word.gif\" width=\"24\" height=\"24\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-973\" title=\"PDF\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.humanium.org\/fr\/wp-content\/uploads\/logo-pdf.gif\" width=\"24\" height=\"24\" \/>U\u0308bereinkommen u\u0308ber die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentfu\u0308hrung<\/span><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #800000;\">Abgeschlossen in Den Haag am 25. Oktober 1980 Von der Bundesversammlung genehmigt am 21. Juni 19832 Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 11. Oktober 1983 In Kraft getreten fu\u0308r die Schweiz am 1. Januar 1984<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Unterzeichnerstaaten dieses U\u0308bereinkommens, in der festen U\u0308berzeugung, dass das Wohl des Kindes in allen Angelegenheiten des Sorgerechts von vorrangiger Bedeutung ist; in dem Wunsch, das Kind vor den Nachteilen eines widerrechtlichen Verbringens oder Zuru\u0308ckhaltens international zu schu\u0308tzen und Verfahren einzufu\u0308hren, um seine sofortige Ru\u0308ckgabe in den Staat seines gewo\u0308hnlichen Aufenthalts sicherzustellen und den Schutz des Rechts zum perso\u0308nlichen Umgang mit dem Kind zu gewa\u0308hr- leisten, haben beschlossen, zu diesem Zweck ein U\u0308bereinkommen zu schliessen, und haben die folgenden Bestimmungen vereinbart:<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000080;\">Kapitel I &#8211;Anwendungsbereich des U\u0308bereinkommens<\/span><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 1<br \/>\n<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ziel dieses U\u0308bereinkommens ist es,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">a ) die sofortige Ru\u0308ckgabe widerrechtlich in einen Vertragsstaat verbrachter oder dort zuru\u0308ckgehaltener Kinder sicherzustellen, und;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">b ) zu gewa\u0308hrleisten, dass das in einem Vertragsstaat bestehende Sorge- und Besuchsrecht in den anderen Vertragsstaaten tatsa\u0308chlich beachtet wird.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 2<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Massnahmen, um in ihrem Hoheitsgebiet die Ziele des U\u0308bereinkommens zu verwirklichen. Zu diesem Zweck wenden sie ihre schnellstmo\u0308glichen Verfahren an.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 3<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Verbringen oder Zuru\u0308ckhalten eines Kindes gilt als widerrechtlich, wenn<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">a ) dadurch das Sorgerecht verletzt wird, das einer Person, Beho\u0308rde oder sonsti- gen Stelle allein oder gemeinsam nach dem Recht des Staates zusteht, in dem das Kind unmittelbar vor dem Verbringen oder Zuru\u0308ckhalten seinen gewo\u0308hnlichen Aufenthalt hatte, und<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">b ) dieses Recht im Zeitpunkt des Verbringens oder Zuru\u0308ckhaltens allein oder gemeinsam tatsa\u0308chlich ausgeu\u0308bt wurde oder ausgeu\u0308bt worden wa\u0308re, falls das Verbringen oder Zuru\u0308ckhalten nicht stattgefunden ha\u0308tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das unter Buchstabe a genannte Sorgerecht kann insbesondere kraft Gesetzes, aufgrund einer gerichtlichen oder beho\u0308rdlichen Entscheidung oder aufgrund einer nach dem Recht des betreffenden Staates wirksamen Vereinbarung bestehen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 4<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Das U\u0308bereinkommen wird auf jedes Kind angewendet, das unmittelbar vor einer Verletzung des Sorge- oder Besuchsrechts seinen gewo\u0308hnlichen Aufenthalt in einem Vertragsstaat hatte. Das U\u0308bereinkommen wird nicht mehr angewendet, sobald das Kind das 16. Lebensjahr vollendet hat.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 5<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Im Sinn dieses U\u0308bereinkommens umfasst<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">a ) das \u00abSorgerecht\u00bb die Sorge fu\u0308r die Person des Kindes und insbesondere das Recht, den Aufenthalt des Kindes zu bestimmen;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">b ) das \u00abBesuchsrecht\u00bb das Recht, das Kind fu\u0308r eine begrenzte Zeit an einen an- deren Ort als seinen gewo\u0308hnlichen Aufenthaltsort zu bringen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000080;\">Kapitel II &#8212; Zentrale Beho\u0308rden<\/span><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 6<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Jeder Vertragsstaat bestimmt eine zentrale Beho\u0308rde, welche die ihr durch dieses U\u0308bereinkommen u\u0308bertragenen Aufgaben wahrnimmt.<br \/>\nEinem Bundesstaat, einem Staat mit mehreren Rechtssystemen oder einem Staat, der aus autonomen Gebietsko\u0308rperschaften besteht, steht es frei, mehrere zentrale Beho\u0308r- den zu bestimmen und deren ra\u0308umliche Zusta\u0308ndigkeit festzulegen. Macht ein Staat von dieser Mo\u0308glichkeit Gebrauch, so bestimmt er die zentrale Beho\u0308rde, an welche die Antra\u0308ge zur U\u0308bermittlung an die zusta\u0308ndige zentrale Beho\u0308rde in diesem Staat gerichtet werden ko\u0308nnen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 7<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">a) den Aufenthaltsort eines widerrechtlich verbrachten oder zuru\u0308ckgehaltenen Kindes ausfindig zu machen;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">b) weitere Gefahren von dem Kind oder Nachteile von den betroffenen Parteien abzuwenden, indem sie vorsorgliche Massnahmen treffen oder veranlassen;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">c) die freiwillige Ru\u0308ckgabe des Kindes sicherzustellen oder eine gu\u0308tliche Regelung der Angelegenheit herbeizufu\u0308hren;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">d) soweit zweckdienlich Ausku\u0308nfte u\u0308ber die soziale Lage des Kindes auszutauschen;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">e) im Zusammenhang mit der Anwendung des U\u0308bereinkommens allgemeine Ausku\u0308nfte u\u0308ber das Recht ihrer Staaten zu erteilen;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">f) ein gerichtliches oder beho\u0308rdliches Verfahren einzuleiten oder die Einleitung eines solchen Verfahrens zu erleichtern, um die Ru\u0308ckgabe des Kindes zu er- wirken sowie gegebenenfalls die Durchfu\u0308hrung oder die wirksame Aus- u\u0308bung des Besuchsrechts zu gewa\u0308hrleisten;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">g) soweit erforderlich die Bewilligung von unentgeltlicher Rechtshilfe und Rechtsberatung, einschliesslich der Beiordnung eines Rechtsanwalts, zu veranlassen oder zu erleichtern;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">h) durch etwa notwendige und geeignete beho\u0308rdliche Vorkehrungen die sichere Ru\u0308ckgabe des Kindes zu gewa\u0308hrleisten;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">i) einander u\u0308ber die Wirkungsweise des U\u0308bereinkommens zu unterrichten und Hindernisse, die seiner Anwendung entgegenstehen, soweit wie mo\u0308glich auszura\u0308umen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000080;\">Kapitel III &#8212; Ru\u0308ckgabe von Kindern<\/span><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 8<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Macht eine Person, Beho\u0308rde oder sonstige Stelle geltend, ein Kind sei unter Verlet- zung des Sorgerechts verbracht oder zuru\u0308ckgehalten worden, so kann sie sich ent- weder an die fu\u0308r den gewo\u0308hnlichen Aufenthalt des Kindes zusta\u0308ndige zentrale Be- ho\u0308rde oder an die zentrale Beho\u0308rde eines anderen Vertragsstaats wenden, um mit deren Unterstu\u0308tzung die Ru\u0308ckgabe des Kindes sicherzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Antrag muss enthalten<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">a) Angaben u\u0308ber die Identita\u0308t des Antragstellers, des Kindes und der Person, die das Kind angeblich verbracht oder zuru\u0308ckgehalten hat;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">b) das Geburtsdatum des Kindes, soweit es festgestellt werden kann;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">c) die Gru\u0308nde, die der Antragsteller fu\u0308r seinen Anspruch auf Ru\u0308ckgabe des Kindes geltend macht;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">d) alle verfu\u0308gbaren Angaben u\u0308ber den Aufenthaltsort des Kindes und die Iden- tita\u0308t der Person, bei der sich das Kind vermutlich befindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Antrag kann wie folgt erga\u0308nzt oder es ko\u0308nnen ihm folgende Anlagen beigefu\u0308gt werden:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">e) eine beglaubigte Ausfertigung einer fu\u0308r die Sache erheblichen Entscheidung oder Vereinbarung;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">f) eine Bescheinigung oder eidesstattliche Erkla\u0308rung (Affidavit) u\u0308ber die ein- schla\u0308gigen Rechtsvorschriften des betreffenden Staates; sie muss von der zentralen Beho\u0308rde oder einer sonstigen zusta\u0308ndigen Beho\u0308rde des Staates, in dem sich das Kind gewo\u0308hnlich aufha\u0308lt, oder von einer dazu befugten Person ausgehen;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">g) jedes sonstige fu\u0308r die Sache erhebliche Schriftstu\u0308ck.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 9<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Hat die zentrale Beho\u0308rde, bei der ein Antrag nach Artikel 8 eingeht, Grund zu der Annahme, dass sich das Kind in einem anderen Vertragsstaat befindet, so u\u0308bermittelt sie den Antrag unmittelbar und unverzu\u0308glich der zentralen Beho\u0308rde dieses Staates; sie unterrichtet davon die ersuchende zentrale Beho\u0308rde oder gegebenenfalls den Antragsteller.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 10<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Die zentrale Beho\u0308rde des Staates, in dem sich das Kind befindet, trifft oder veran- lasst alle geeigneten Massnahmen, um die freiwillige Ru\u0308ckgabe des Kindes zu bewirken.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 11<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">In Verfahren auf Ru\u0308ckgabe von Kindern haben die Gerichte oder Verwaltungs- beho\u0308rden eines jeden Vertragsstaats mit der gebotenen Eile zu handeln.<br \/>\nHat das Gericht oder die Verwaltungsbeho\u0308rde, die mit der Sache befasst sind, nicht innerhalb von sechs Wochen nach Eingang des Antrags eine Entscheidung getroffen, so kann der Antragsteller oder die zentrale Beho\u0308rde des ersuchten Staates von sich aus oder auf Begehren der zentralen Beho\u0308rde des ersuchenden Staates eine Darstel- lung der Gru\u0308nde fu\u0308r die Verzo\u0308gerung verlangen. Hat die zentrale Beho\u0308rde des er- suchten Staates die Antwort erhalten, so u\u0308bermittelt sie diese der zentralen Beho\u0308rde des ersuchenden Staates oder gegebenenfalls dem Antragsteller.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 12<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ist ein Kind im Sinn des Artikels 3 widerrechtlich verbracht oder zuru\u0308ckgehalten worden und ist bei Eingang des Antrags bei dem Gericht oder der Verwaltungsbe- ho\u0308rde des Vertragsstaats, in dem sich das Kind befindet, eine Frist von weniger als einem Jahr seit dem Verbringen oder Zuru\u0308ckhalten verstrichen, so ordnet das zu- sta\u0308ndige Gericht oder die zusta\u0308ndige Verwaltungsbeho\u0308rde die sofortige Ru\u0308ckgabe des Kindes an.<br \/>\nIst der Antrag erst nach Ablauf der in Absatz 1 bezeichneten Jahresfrist eingegan- gen, so ordnet das Gericht oder die Verwaltungsbeho\u0308rde die Ru\u0308ckgabe des Kindes ebenfalls an, sofern nicht erwiesen ist, dass das Kind sich in seine neue Umgebung eingelebt hat.<br \/>\nHat das Gericht oder die Verwaltungsbeho\u0308rde des ersuchten Staates Grund zu der Annahme, dass das Kind in einen anderen Staat verbracht worden ist, so kann das Verfahren ausgesetzt oder der Antrag auf Ru\u0308ckgabe des Kindes abgelehnt werden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 13<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ungeachtet des Artikels 12 ist das Gericht oder die Verwaltungsbeho\u0308rde des ersuch- ten Staates nicht verpflichtet, die Ru\u0308ckgabe des Kindes anzuordnen, wenn die Per- son, Beho\u0308rde oder sonstige Stelle, die sich der Ru\u0308ckgabe des Kindes widersetzt, nachweist,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">a) dass die Person, Beho\u0308rde oder sonstige Stelle, der die Sorge fu\u0308r die Person des Kindes zustand, das Sorgerecht zur Zeit des Verbringens oder Zuru\u0308ck- haltens tatsa\u0308chlich nicht ausgeu\u0308bt, dem Verbringen oder Zuru\u0308ckhalten zuge- stimmt oder dieses nachtra\u0308glich genehmigt hat, oder<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">b) dass die Ru\u0308ckgabe mit der schwerwiegenden Gefahr eines ko\u0308rperlichen oder seelischen Schadens fu\u0308r das Kind verbunden ist oder das Kind auf andere Weise in eine unzumutbare Lage bringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Gericht oder die Verwaltungsbeho\u0308rde kann es ferner ablehnen, die Ru\u0308ckgabe des Kindes anzuordnen, wenn festgestellt wird, dass sich das Kind der Ru\u0308ckgabe widersetzt und dass es ein Alter und eine Reife erreicht hat, angesichts deren es angebracht erscheint, seine Meinung zu beru\u0308cksichtigen.<br \/>\nBei Wu\u0308rdigung der in diesem Artikel genannten Umsta\u0308nde hat das Gericht oder die Verwaltungsbeho\u0308rde die Ausku\u0308nfte u\u0308ber die soziale Lage des Kindes zu beru\u0308cksich- tigen, die von der zentralen Beho\u0308rde oder einer anderen zusta\u0308ndigen Beho\u0308rde des Staates des gewo\u0308hnlichen Aufenthalts des Kindes erteilt worden sind.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 14<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Haben die Gerichte oder Verwaltungsbeho\u0308rden des ersuchten Staates festzustellen, ob ein widerrechtliches Verbringen oder Zuru\u0308ckhalten im Sinn des Artikels 3 vor- liegt, so ko\u0308nnen sie das im Staat des gewo\u0308hnlichen Aufenthalts des Kindes geltende Recht und die gerichtlichen oder beho\u0308rdlichen Entscheidungen, gleichviel ob sie dort fo\u0308rmlich anerkannt sind oder nicht, unmittelbar beru\u0308cksichtigen; dabei brauchen sie die besonderen Verfahren zum Nachweis dieses Rechts oder zur Anerkennung ausla\u0308ndischer Entscheidungen, die sonst einzuhalten wa\u0308ren, nicht zu beachten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 15<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Bevor die Gerichte oder Verwaltungsbeho\u0308rden eines Vertragsstaats die Ru\u0308ckgabe des Kindes anordnen, ko\u0308nnen sie vom Antragsteller die Vorlage einer Entscheidung oder sonstigen Bescheinigung der Beho\u0308rden des Staates des gewo\u0308hnlichen Aufent- halts des Kindes verlangen, aus der hervorgeht, dass das Verbringen oder Zuru\u0308ckhal- ten widerrechtlich im Sinn des Artikels 3 war, sofern in dem betreffenden Staat eine derartige Entscheidung oder Bescheinigung erwirkt werden kann. Die zentralen Beho\u0308rden der Vertragsstaaten haben den Antragsteller beim Erwirken einer derarti- gen Entscheidung oder Bescheinigung soweit wie mo\u0308glich zu unterstu\u0308tzen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 16<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ist den Gerichten oder Verwaltungsbeho\u0308rden des Vertragsstaats in den das Kind verbracht oder in dem es zuru\u0308ckgehalten wurde, das widerrechtliche Verbringen oder Zuru\u0308ckhalten des Kindes im Sinn des Artikels 3 mitgeteilt worden, so du\u0308rfen sie keine Sachentscheidung u\u0308ber das Sorgerecht treffen, solange nicht entschieden ist, dass das Kind aufgrund dieses U\u0308bereinkommens nicht zuru\u0308ckzugeben ist, oder sofern innerhalb angemessener Frist nach der Mitteilung kein Antrag nach dem U\u0308bereinkommen gestellt wird.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 17<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Umstand, dass eine Entscheidung u\u0308ber das Sorgerecht im ersuchten Staat ergan- gen oder dort anerkennbar ist, stellt fu\u0308r sich genommen keinen Grund dar, die Ru\u0308ck- gabe eines Kindes nach Massgabe dieses U\u0308bereinkommens abzulehnen; die Gerichte oder Verwaltungsbeho\u0308rden des ersuchten Staates ko\u0308nnen jedoch bei der Anwendung des U\u0308bereinkommens die Entscheidungsgru\u0308nde beru\u0308cksichtigen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 18<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Gerichte oder Verwaltungsbeho\u0308rden werden durch die Bestimmungen dieses Kapitels nicht daran gehindert, jederzeit die Ru\u0308ckgabe des Kindes anzuordnen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 19<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine aufgrund dieses U\u0308bereinkommens getroffene Entscheidung u\u0308ber die Ru\u0308ckgabe des Kindes ist nicht als Entscheidung u\u0308ber das Sorgerecht anzusehen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 20<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Ru\u0308ckgabe des Kindes nach Artikel 12 kann abgelehnt werden, wenn sie nach den im ersuchten Staat geltenden Grundwerten u\u0308ber den Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten unzula\u0308ssig ist.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000080;\">Kapitel IV &#8212; Besuchsrecht<\/span><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 21<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Antrag auf Durchfu\u0308hrung oder wirksame Ausu\u0308bung des Besuchsrechts kann in derselben Weise an die zentrale Beho\u0308rde eines Vertragsstaats gerichtet werden wie ein Antrag auf Ru\u0308ckgabe des Kindes.<br \/>\nDie zentralen Beho\u0308rden haben aufgrund der in Artikel 7 genannten Verpflichtung zur Zusammenarbeit die ungesto\u0308rte Ausu\u0308bung des Besuchsrechts sowie die Erfu\u0308l- lung aller Bedingungen zu fo\u0308rdern, denen die Ausu\u0308bung dieses Rechts unterliegt. Die zentralen Beho\u0308rden unternehmen Schritte, um soweit wie mo\u0308glich alle Hinder- nisse auszura\u0308umen, die der Ausu\u0308bung dieses Rechts entgegenstehen.<br \/>\nDie zentralen Beho\u0308rden ko\u0308nnen unmittelbar oder mit Hilfe anderer die Einleitung eines Verfahrens vorbereiten oder unterstu\u0308tzen mit dem Ziel, das Besuchsrecht durchzufu\u0308hren oder zu schu\u0308tzen und zu gewa\u0308hrleisten, dass die Bedingungen, von denen die Ausu\u0308bung dieses Rechts abha\u0308ngen kann, beachtet werden.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000080;\">Kapitel V &#8212; Allgemeine Bestimmungen<\/span><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 22<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">In gerichtlichen oder beho\u0308rdlichen Verfahren, die unter dieses U\u0308bereinkommen fallen, darf fu\u0308r die Zahlung von Kosten und Auslagen eine Sicherheitsleistung oder Hinterlegung gleich welcher Bezeichnung nicht auferlegt werden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 23<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Im Rahmen dieses U\u0308bereinkommens darf keine Beglaubigung oder a\u0308hnliche Fo\u0308rm- lichkeit verlangt werden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 24<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Antra\u0308ge, Mitteilungen oder sonstige Schriftstu\u0308cke werden der zentralen Beho\u0308rde des ersuchten Staates in der Originalsprache zugesandt; sie mu\u0308ssen von einer U\u0308berset- zung in die Amtssprache oder eine der Amtssprachen des ersuchten Staates oder, wenn eine solche U\u0308bersetzung nur schwer erha\u0308ltlich ist, von einer U\u0308bersetzung ins Franzo\u0308sische oder Englische begleitet sein.<br \/>\nEin Vertragsstaat kann jedoch einen Vorbehalt nach Artikel 42 anbringen und darin gegen die Verwendung des Franzo\u0308sischen oder Englischen, jedoch nicht beider Sprachen, in den seiner zentralen Beho\u0308rde u\u0308bersandten Antra\u0308gen, Mitteilungen oder sonstigen Schriftstu\u0308cken Einspruch erheben.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 25<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Angeho\u0308rigen eines Vertragsstaats und Personen, die ihren gewo\u0308hnlichen Aufenthalt in einem solchen Staat haben, wird in allen mit der Anwendung dieses U\u0308berein- kommens zusammenha\u0308ngenden Angelegenheiten unentgeltliche Rechtshilfe und Rechtsberatung in jedem anderen Vertragsstaat zu denselben Bedingungen bewilligt wie Angeho\u0308rigen des betreffenden Staates, die dort ihren gewo\u0308hnlichen Aufenthalt haben.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 26<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Jede zentrale Beho\u0308rde tra\u0308gt ihre eigenen Kosten, die bei der Anwendung dieses U\u0308bereinkommens entstehen.<br \/>\nFu\u0308r die nach diesem U\u0308bereinkommen gestellten Antra\u0308ge erheben die zentralen Beho\u0308rden und andere Beho\u0308rden der Vertragsstaaten keine Gebu\u0308hren. Insbesondere du\u0308rfen sie vom Antragsteller weder die Bezahlung von Verfahrenskosten noch der Kosten verlangen, die gegebenenfalls durch die Beiordnung eines Rechtsanwalts entstehen. Sie ko\u0308nnen jedoch die Erstattung der Auslagen verlangen, die durch die Ru\u0308ckgabe des Kindes entstanden sind oder entstehen.<br \/>\nEin Vertragsstaat kann jedoch einen Vorbehalt nach Artikel 42 anbringen und darin erkla\u0308ren, dass er nur insoweit gebunden ist, die sich aus der Beiordnung eines Rechtsanwalts oder aus einem Gerichtsverfahren ergebenden Kosten im Sinn des Absatzes 2 zu u\u0308bernehmen, als diese Kosten durch sein System der unentgeltlichen Rechtshilfe und Rechtsberatung gedeckt sind.<br \/>\nWenn die Gerichte oder Verwaltungsbeho\u0308rden aufgrund dieses U\u0308bereinkommens die Ru\u0308ckgabe des Kindes anordnen oder Anordnungen u\u0308ber das Besuchsrecht treffen, ko\u0308nnen sie, soweit angezeigt, der Person, die das Kind verbracht oder zuru\u0308ckgehal- ten oder die die Ausu\u0308bung des Besuchsrechts vereitelt hat, die Erstattung der dem Antragsteller selbst oder fu\u0308r seine Rechnung entstandenen notwendigen Kosten auferlegen; dazu geho\u0308ren insbesondere die Reisekosten, alle Kosten oder Auslagen fu\u0308r das Auffinden des Kindes, Kosten der Rechtsvertretung des Antragstellers und Kosten fu\u0308r die Ru\u0308ckgabe des Kindes.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 27<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ist offenkundig, dass die Voraussetzungen dieses U\u0308bereinkommens nicht erfu\u0308llt sind oder dass der Antrag sonst wie unbegru\u0308ndet ist, so ist eine zentrale Beho\u0308rde nicht verpflichtet, den Antrag anzunehmen. In diesem Fall teilt die zentrale Beho\u0308rde dem Antragsteller oder gegebenenfalls der zentralen Beho\u0308rde, die ihr den Antrag u\u0308ber- mittelt hat, umgehend ihre Gru\u0308nde mit.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 28<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine zentrale Beho\u0308rde kann verlangen, dass dem Antrag eine schriftliche Vollmacht beigefu\u0308gt wird, durch die sie erma\u0308chtigt wird, fu\u0308r den Antragsteller ta\u0308tig zu werden oder einen Vertreter zu bestellen, der fu\u0308r ihn ta\u0308tig wird.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 29<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Dieses U\u0308bereinkommen hindert Personen, Beho\u0308rden oder sonstige Stellen, die eine Verletzung des Sorgerechts oder des Besuchsrechts im Sinn des Artikels 3 oder 21 geltend machen, nicht daran, sich unmittelbar an die Gerichte oder Verwaltungs- beho\u0308rden eines Vertragsstaats zu wenden, gleichviel ob dies in Anwendung des U\u0308bereinkommens oder unabha\u0308ngig davon erfolgt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 30<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Jeder Antrag, der nach diesem U\u0308bereinkommen an die zentralen Beho\u0308rden oder unmittelbar an die Gerichte oder Verwaltungsbeho\u0308rden eines Vertragsstaats gerichtet wird, sowie alle dem Antrag beigefu\u0308gten oder von einer zentralen Beho\u0308rde beschaff- ten Schriftstu\u0308cke und sonstigen Mitteilungen sind von den Gerichten oder Verwal- tungsbeho\u0308rden der Vertragsstaaten ohne weiteres entgegenzunehmen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 31<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Bestehen in einem Staat auf dem Gebiet des Sorgerechts fu\u0308r Kinder zwei oder mehr Rechtssysteme, die in verschiedenen Gebietseinheiten gelten, so ist<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">a) eine Verweisung auf den gewo\u0308hnlichen Aufenthalt in diesem Staat als Ver- weisung auf den gewo\u0308hnlichen Aufenthalt in einer Gebietseinheit dieses Staates zu verstehen;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">b) eine Verweisung auf das Recht des Staates des gewo\u0308hnlichen Aufenthalts als Verweisung auf das Recht der Gebietseinheit dieses Staates zu verstehen, in der das Kind seinen gewo\u0308hnlichen Aufenthalt hat.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 32<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Bestehen in einem Staat auf dem Gebiet des Sorgerechts fu\u0308r Kinder zwei oder mehr Rechtssysteme, die fu\u0308r verschiedene Personenkreise gelten, so ist eine Verweisung auf das Recht dieses Staates als Verweisung auf das Rechtssystem zu verstehen, das sich aus der Rechtsordnung dieses Staates ergibt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 33<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein Staat, in dem verschiedene Gebietseinheiten ihre eigenen Rechtsvorschriften auf dem Gebiet des Sorgerechts fu\u0308r Kinder haben, ist nicht verpflichtet, dieses U\u0308berein- kommen anzuwenden, wenn ein Staat mit einheitlichem Rechtssystem dazu nicht verpflichtet wa\u0308re.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 34<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Dieses U\u0308bereinkommen geht im Rahmen seines sachlichen Anwendungsbereichs dem U\u0308bereinkommen vom 5. Oktober 19613 u\u0308ber die Zusta\u0308ndigkeit der Beho\u0308rden und das anzuwendende Recht auf dem Gebiet des Schutzes von Minderja\u0308hrigen vor,soweit die Staaten Vertragsparteien beider U\u0308bereinkommen sind. Im u\u0308brigen be- schra\u0308nkt dieses U\u0308bereinkommen weder die Anwendung anderer internationaler U\u0308bereinku\u0308nfte, die zwischen dem Ursprungsstaat und dem ersuchten Staat in Kraft sind, noch die Anwendung des nichtvertraglichen Rechts des ersuchten Staates, wenn dadurch die Ru\u0308ckgabe eines widerrechtlich verbrachten oder zuru\u0308ckgehaltenen Kindes erwirkt oder die Durchfu\u0308hrung des Besuchsrechts bezweckt werden soll.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 35<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Dieses U\u0308bereinkommen findet zwischen den Vertragsstaaten nur auf ein widerrecht- liches Verbringen oder Zuru\u0308ckhalten Anwendung, das sich nach seinem Inkrafttreten in diesen Staaten ereignet hat.<br \/>\nIst eine Erkla\u0308rung nach Artikel 39 oder 40 abgegeben worden, so ist die in Absatz 1 des vorliegenden Artikels enthaltene Verweisung auf einen Vertragsstaat als Ver- weisung auf die Gebietseinheit oder die Gebietseinheiten zu verstehen, auf die das U\u0308bereinkommen angewendet wird.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 36<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Dieses U\u0308bereinkommen hindert zwei oder mehr Vertragsstaaten nicht daran, Ein- schra\u0308nkungen, denen die Ru\u0308ckgabe eines Kindes unterliegen kann, dadurch zu begrenzen, dass sie untereinander vereinbaren, von solchen Bestimmungen des U\u0308bereinkommens abzuweichen, die eine derartige Einschra\u0308nkung darstellen ko\u0308nnten.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000080;\">Kapitel VI &#8212; Schlussbestimmungen<\/span><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 37<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Dieses U\u0308bereinkommen liegt fu\u0308r die Staaten zur Unterzeichnung auf, die zum Zeit- punkt der Vierzehnten Tagung der Haager Konferenz fu\u0308r Internationales Privatrecht Mitglied der Konferenz waren.<br \/>\nEs bedarf der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung; die Ratifikations-, An- nahme- oder Genehmigungsurkunden werden beim Ministerium fu\u0308r Auswa\u0308rtige Angelegenheiten des Ko\u0308nigreichs der Niederlande hinterlegt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 38<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Jeder andere Staat kann dem U\u0308bereinkommen beitreten.<br \/>\nDie Beitrittsurkunde wird beim Ministerium fu\u0308r Auswa\u0308rtige Angelegenheiten des Ko\u0308nigreichs der Niederlande hinterlegt.<br \/>\nDas U\u0308bereinkommen tritt fu\u0308r den beitretenden Staat am ersten Tag des dritten Ka- lendermonats nach Hinterlegung seiner Beitrittsurkunde in Kraft.Der Beitritt wirkt nur in den Beziehungen zwischen dem beitretenden Staat und den Vertragsstaaten, die erkla\u0308ren, den Beitritt anzunehmen. Eine solche Erkla\u0308rung ist auch von jedem Mitgliedstaat abzugeben, der nach dem Beitritt das U\u0308bereinkommen ratifiziert, annimmt oder genehmigt. Diese Erkla\u0308rung wird beim Ministerium fu\u0308r Auswa\u0308rtige Angelegenheiten des Ko\u0308nigreichs der Niederlande hinterlegt; dieses Ministerium u\u0308bermittelt jedem Vertragsstaat auf diplomatischem Weg eine beglau- bigte Abschrift.<br \/>\nDas U\u0308bereinkommen tritt zwischen dem beitretenden Staat und dem Staat, der erkla\u0308rt hat, den Beitritt anzunehmen, am ersten Tag des dritten Kalendermonats nach Hinterlegung der Annahmeerkla\u0308rung in Kraft.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 39<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Jeder Staat kann bei der Unterzeichnung, der Ratifikation, der Annahme, der Ge- nehmigung oder dem Beitritt erkla\u0308ren, dass sich das U\u0308bereinkommen auf alle oder auf einzelne der Hoheitsgebiete erstreckt, deren internationale Beziehungen er wahrnimmt. Eine solche Erkla\u0308rung wird wirksam, sobald das U\u0308bereinkommen fu\u0308r den betreffenden Staat in Kraft tritt.<br \/>\nEine solche Erkla\u0308rung sowie jede spa\u0308tere Erstreckung wird dem Ministerium fu\u0308r Auswa\u0308rtige Angelegenheiten des Ko\u0308nigreichs der Niederlande notifiziert.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 40<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein Vertragsstaat, der aus zwei oder mehr Gebietseinheiten besteht, in denen fu\u0308r die in diesem U\u0308bereinkommen behandelten Angelegenheiten unterschiedliche Rechts- systeme gelten, kann bei der Unterzeichnung, der Ratifikation, der Annahme, der Genehmigung oder dem Beitritt erkla\u0308ren, dass das U\u0308bereinkommen auf alle seine Gebietseinheiten oder nur auf eine oder mehrere davon erstreckt wird; er kann diese Erkla\u0308rung durch Abgabe einer neuen Erkla\u0308rung jederzeit a\u0308ndern.<br \/>\nJede derartige Erkla\u0308rung wird dem Ministerium fu\u0308r Auswa\u0308rtige Angelegenheiten des Ko\u0308nigreichs der Niederlande unter ausdru\u0308cklicher Bezeichnung der Gebietseinheiten notifiziert, auf die das U\u0308bereinkommen angewendet wird.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 41<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Hat ein Vertragsstaat eine Staatsform, aufgrund deren die vollziehende, die recht- sprechende und die gesetzgebende Gewalt zwischen zentralen und anderen Organen innerhalb des betreffenden Staates aufgeteilt sind, so hat die Unterzeichnung oder Ratifikation, Annahme oder Genehmigung dieses U\u0308bereinkommens oder der Beitritt zu dem U\u0308bereinkommen oder die Abgabe einer Erkla\u0308rung nach Artikel 40 keinen Einfluss auf die Aufteilung der Gewalt innerhalb dieses Staates.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 42<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Jeder Staat kann spa\u0308testens bei der Ratifikation, der Annahme, der Genehmigung oder dem Beitritt oder bei Abgabe einer Erkla\u0308rung nach Artikel 39 oder 40 einen der in Artikel 24 und Artikel 26 Absatz 3 vorgesehenen Vorbehalte oder beide anbrin- gen. Weitere Vorbehalte sind nicht zula\u0308ssig.<br \/>\nJeder Staat kann einen von ihm angebrachten Vorbehalt jederzeit zuru\u0308cknehmen. Die Ru\u0308cknahme wird dem Ministerium fu\u0308r Auswa\u0308rtige Angelegenheiten des Ko\u0308nig- reichs der Niederlande notifiziert.<br \/>\nDie Wirkung des Vorbehalts endet am ersten Tag des dritten Kalendermonats nach der in Absatz 2 genannten Notifikation.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 43<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Das U\u0308bereinkommen tritt am ersten Tag des dritten Kalendermonats nach der in den Artikeln 37 und 38 vorgesehenen Hinterlegung der dritten Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde in Kraft.<br \/>\nDanach tritt das U\u0308bereinkommen in Kraft<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1) fu\u0308r jeden Staat, der es spa\u0308ter ratifiziert, annimmt, genehmigt oder ihm spa\u0308ter beitritt, am ersten Tag des dritten Kalendermonats nach Hinterlegung seiner Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2) fu\u0308r jedes Hoheitsgebiet oder jede Gebietseinheit, auf die es nach Artikel 39 oder 40 erstreckt worden ist, am ersten Tag des dritten Kalendermonats nach der in dem betreffenden Artikel vorgesehenen Notifikation.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 44<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Das U\u0308bereinkommen bleibt fu\u0308r die Dauer von fu\u0308nf Jahren in Kraft, vom Tag seines Inkrafttretens nach Artikel 43 Absatz 1 an gerechnet, und zwar auch fu\u0308r die Staaten, die es spa\u0308ter ratifiziert, angenommen oder genehmigt haben oder ihm spa\u0308ter beige- treten sind.<br \/>\nDie Geltungsdauer des U\u0308bereinkommens verla\u0308ngert sich, ausser im Fall der Ku\u0308ndi- gung, stillschweigend um jeweils fu\u0308nf Jahre.<br \/>\nDie Ku\u0308ndigung wird spa\u0308testens sechs Monate vor Ablauf der fu\u0308nf Jahre dem Minis- terium fu\u0308r Auswa\u0308rtige Angelegenheiten des Ko\u0308nigsreichs der Niederlande notifi- ziert. Sie kann sich auf bestimmte Hoheitsgebiete oder Gebietseinheiten beschra\u0308n- ken, auf die das U\u0308bereinkommen angewendet wird.<br \/>\nDie Ku\u0308ndigung wirkt nur fu\u0308r den Staat, der sie notifiziert hat. Fu\u0308r die anderen Ver- tragsstaaten bleibt das U\u0308bereinkommen in Kraft.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000080;\">Artikel 45<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Ministerium fu\u0308r Auswa\u0308rtige Angelegenheiten des Ko\u0308nigreichs der Niederlande notifiziert den Mitgliedstaaten der Konferenz sowie den Staaten, die nach Artikel 38 beigetreten sind,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1) jede Unterzeichnung, Ratifikation, Annahme und Genehmigung nach Artikel 37;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2) jeden Beitritt nach Artikel 38;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">3) den Tag, an dem das U\u0308bereinkommen nach Artikel 43 in Kraft tritt;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">4) jede Erstreckung nach Artikel 39;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">5) jede Erkla\u0308rung nach den Artikeln 38 und 40;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">6) jeden Vorbehalt nach Artikel 24 und Artikel 26 Absatz 3 und jede Ru\u0308ck- nahme von Vorbehalten nach Artikel 42;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">7) jede Ku\u0308ndigung nach Artikel 44.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zu Urkund dessen haben die hierzu geho\u0308rig befugten Unterzeichneten dieses U\u0308ber- einkommen unterschrieben.<\/p>\n<p>Geschehen in Den Haag am 25. Oktober 1980 in franzo\u0308sischer und englischer Spra- che, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, in einer Urschrift, die im Archiv der Regierung des Ko\u0308nigreichs der Niederlande hinterlegt und von der jedem Staat, der wa\u0308hrend der Vierzehnten Tagung der Haager Konferenz fu\u0308r Internationa- les Privatrecht Mitglied der Konferenz war, auf diplomatischem Weg eine beglau- bigte Abschrift u\u0308bermittelt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>U\u0308bereinkommen u\u0308ber die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentfu\u0308hrung Abgeschlossen in Den Haag am 25. Oktober 1980 Von der Bundesversammlung genehmigt am 21. Juni 19832 Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 11. Oktober 1983 In Kraft getreten fu\u0308r die Schweiz am 1. 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