{"id":3224,"date":"2013-11-18T09:46:47","date_gmt":"2013-11-18T09:46:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.humanium.org\/de\/?page_id=3224"},"modified":"2025-12-06T06:25:42","modified_gmt":"2025-12-06T06:25:42","slug":"ungleichverteilung-von-ressourcen-die-erklarung-der-nahrungsmittelkrise","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.humanium.org\/de\/ungleichverteilung-von-ressourcen-die-erklarung-der-nahrungsmittelkrise\/","title":{"rendered":"Ungleichverteilung von Ressourcen: Die Erkl\u00e4rung der Nahrungsmittelkrise"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Ungleichverteilung von Ressourcen: Die Erkl\u00e4rung der Nahrungsmittelkrise<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Eines der augenf\u00e4lligsten Beispiele f\u00fcr die Ungleichverteilung von Ressourcen ist das Bestehen von chronischem Hunger in einigen Teilen der Welt. Insbesondere f\u00fcr Kinder kann Hunger t\u00f6dlich enden oder schwerwiegende Folgen mit sich bringen. Daher ist eines der Entwicklungsziele in diesem Jahrtausend, schwere und m\u00e4\u00dfige Unterern\u00e4hrung bei Kindern unter f\u00fcnf Jahren um die H\u00e4lfte zu reduzieren.<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Hintergrund<\/strong><\/h3>\n<p>Trotz einiger Erfolge bei der Bek\u00e4mpfung des weltweiten Hungers innerhalb des letzten Jahrzehnts leiden immer noch 150 Millionen Kinder an Unterern\u00e4hrung. Von diesen stammen \u00fcber die H\u00e4lfte aus S\u00fcdasien und ein gro\u00dfer Teil aus Afrika.<br \/>\nNach wie vor ist Unterern\u00e4hrung eine der Hauptursachen f\u00fcr die weltweite Kindersterblichkeit.<\/p>\n<h3><strong>Wachsender Hunger<\/strong><\/h3>\n<p>Seit Ende der 70er Jahre ist die Anzahl hungernder Menschen stetig zur\u00fcckgegangen. Allerdings ist seit 2004 eine allgemeine Zunahme des Hungers zu verzeichnen. Diese Entwicklung wurde durch die Wirtschaftskrise und steigende Lebensmittelpreise verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Im Jahr 2008 f\u00fchrte dies zu einer weltweiten Nahrungsmittelpreiskrise, wodurch es zu Aufst\u00e4nden und Unruhen in vielen Entwicklungsl\u00e4ndern kam. Als die Krise nachlie\u00df, fielen die Nahrungsmittelpreise mehrere Jahre lang. Im Januar 2011 erreichten die globalen Nahrungsmittelpreise nach Angaben der FAO jedoch den h\u00f6chsten Stand \u00fcberhaupt.<\/p>\n<h3><strong>Ungleichverteilung der Ressourcen<\/strong><\/h3>\n<p>Der j\u00fcngste Preisschub ist ein weiteres Zeichen f\u00fcr die Ungleichverteilung der Ressourcen auf der Erde. Es ist unwahrscheinlich, dass die Menschen in reichen L\u00e4ndern w\u00e4hrend der Nahrungsmittelkrise an Hunger leiden werden, da sie lediglich einen relativ kleinen Teil ihres Einkommens f\u00fcr Lebensmittel ausgeben.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu ben\u00f6tigen viele Familien in armen L\u00e4ndern bis zu 80 % ihres Einkommens f\u00fcr Lebensmittel. Wenn die Preise bestimmter Lebensmittel sich verdoppeln, werden diese Familien nicht mehr in der Lage sein Nahrung zu kaufen.<\/p>\n<h3><strong>Ursachen f\u00fcr h\u00f6here Lebensmittelpreise<\/strong><\/h3>\n<h4><strong>Klimawandel<\/strong><\/h4>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Anstieg der Nahrungsmittelpreise sind vielschichtig. Am h\u00e4ufigsten werden Ernteausf\u00e4lle und der Klimawandel damit in Verbindung gebracht.<\/p>\n<p>Infolge des Klimawandels eignen sich einige Regionen immer weniger f\u00fcr Landwirtschaft. Dies f\u00fchrt zu Hunger auf lokaler Ebene und kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Weltmarktpreise haben. Auch werden die schnell wachsende Weltbev\u00f6lkerung und der steigende Bedarf an Lebensmitteln als bedenklich eingestuft. Da die Erdbev\u00f6lkerung bis 2050 voraussichtlich auf 9 Milliarden angewachsen sein wird, wird es zunehmend schwieriger, alle Menschen der Welt zu ern\u00e4hren.<\/p>\n<h4><strong>Die wachsende Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten<\/strong><\/h4>\n<p>Viele Experten vertreten dennoch die Meinung, dass es noch gen\u00fcgend Nahrung f\u00fcr alle gibt. Ihnen zufolge gibt es andere Gr\u00fcnde f\u00fcr die aktuellen Nahrungsmittelpreise und die Zunahme des Hungers.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Grund ist die wachsende Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten, die mit dem zunehmenden Wohlstand in einigen Teilen der Welt einhergeht. Die Produktion dieser tierischen Nahrungsmittel erfordert gro\u00dfe Mengen an Getreide zum F\u00fcttern der Tiere. Durch die gestiegene Nachfrage ist Getreide f\u00fcr viele Bewohner armer L\u00e4nder zu teuer.<\/p>\n<p>Auch die aktuelle Nachfrage nach Biokraftstoffen zehrt einen wachsenden Prozentsatz des weltweit geernteten Getreides auf, was sich ebenfalls erheblich auf die Preise auswirkt.<\/p>\n<h4><strong>Finanzspekulationen und \u00d6lpreis<\/strong><\/h4>\n<p>Ein weiterer wichtiger Grund f\u00fcr die steigenden Lebensmittelpreise sind Finanzspekulationen. Dies war der Fall w\u00e4hrend der Nahrungsmittelkrise 2008 und wird erneut erwartet. Hohe Preise sind vorteilhaft f\u00fcr H\u00e4ndler, die gro\u00dfe Anteile an Nahrungsmitteln halten. F\u00fcr einige Familien mit Kindern, die einen gro\u00dfen Teil ihres Einkommens f\u00fcr Lebensmittel ausgeben, wird es jedoch unm\u00f6glich diese zu kaufen.<\/p>\n<p>Weiterhin tr\u00e4gt der h\u00f6here \u00d6lpreis zur Krise der Lebensmittelpreise bei. \u00d6l ist einer der wichtigsten Bestandteile von Handelsd\u00fcnger, aber auch f\u00fcr den Transport werden in der Landwirtschaft gro\u00dfe Mengen an \u00d6l ben\u00f6tigt. Durch die schwindenden \u00d6lvorr\u00e4te und das Ende der Wirtschaftskrise werden die \u00d6lpreise wahrscheinlich noch mehr steigen.<\/p>\n<h3><strong>Konsequenzen<\/strong><\/h3>\n<p>W\u00e4hrend der Nahrungsmittelkrise 2008 verursachten die steigenden Nahrungsmittelpreise bereits Hungerrevolten in mehreren Entwicklungsl\u00e4ndern. Viele Berichterstatter schreiben auch die Unruhen im Nahen Osten 2011 zumindest teilweise den hohen Nahrungsmittelpreisen zu. Zweifelsohne forderten die Menschen in diesen Regionen mehr Demokratie, doch wurde die allgemeine Unzufriedenheit auch von den Schwierigkeiten vieler armer Menschen, sich Grundnahrungsmittel leisten zu k\u00f6nnen, unmittelbar angeheizt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend also in einigen L\u00e4ndern das Ziel, die Unterern\u00e4hrung zu verringern, bis 2015 erreicht sein wird, ist dennoch mit einer allgemeinen Verschlechterung der weltweiten Nahrungssituation zu rechnen. Wenn Regierungen und internationale Organisationen nicht entschiedene Ma\u00dfnahmen gegen die steigenden Preise und die strukturelle Ungleichverteilung von Nahrungsmitteln ergreifen, wird Unterern\u00e4hrung ein noch gr\u00f6\u00dferes Problem werden. Die \u00e4rmsten Menschen in den Entwicklungsl\u00e4ndern \u2013 insbesondere Kinder als besonders gef\u00e4hrdete Gruppe \u2013 werden h\u00f6chstwahrscheinlich die Hauptlast der Nahrungsmittelkrise tragen. Letztendlich wird dies zu Unruhen und Instabilit\u00e4t f\u00fchren, was auch Auswirkungen auf die westliche Welt haben wird.<\/p>\n<h3><strong>Fazit<\/strong><\/h3>\n<p>Um diesen Entwicklungen zu begegnen, ist eine bessere Regulierung auf dem Weltmarkt f\u00fcr Lebensmittel n\u00f6tig. Westliche L\u00e4nder sollten durch st\u00e4rkere Regulierung eine bessere Kontrolle \u00fcber Finanzspekulationen gewinnen.<\/p>\n<p>Es ist des Weiteren von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung, dass nachhaltige Energiealternativen gefunden werden. Ein geringerer Konsum von tierischen Eiwei\u00dfen w\u00e4re ebenfalls von Vorteil f\u00fcr die Nahrungssituation.<\/p>\n<p>Die Frage ist, ob die Ver\u00e4nderungen rechtzeitig durchgef\u00fchrt werden, um eine Nahrungsmittelkrise abzuwenden. Fest steht, dass die Ungleichverteilung der Ressourcen viele weitere Opfer hervorbringen wird, wenn wir den eingeschlagenen Pfad beibehalten.<br \/>\n<\/p>\n<div id=\"toggle\"><a onclick=\"show_voir_aussi('voir_aussi_box')\" href=\"javascript:show_voir_aussi(id)\"><\/a><\/div>\n<div id=\"voir_aussi_box\" style=\"display: none;\">\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.humanium.org\/de\/recht-nahrung\/\">Das Recht auf Nahrung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.humanium.org\/de\/recht-nahrung-welt\/\">Die Ern\u00e4hrungssituation von Kindern in der Welt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.humanium.org\/de\/mangelernahrung-probleme\/\">\u00dcberern\u00e4hrung und Mangelern\u00e4hrung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.humanium.org\/de\/verstehen\/\">Andere Grundrechte<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p><\/p>\n<div id=\"toggle\"><\/div>\n<div id=\"sources_box\" style=\"display: none;\">\n<ul>\nSiehe verwendete Quellen f\u00fcr die Originalversion in Franz\u00f6sisch.\n<\/ul>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ungleichverteilung von Ressourcen: Die Erkl\u00e4rung der Nahrungsmittelkrise Eines der augenf\u00e4lligsten Beispiele f\u00fcr die Ungleichverteilung von Ressourcen ist das Bestehen von chronischem Hunger in einigen Teilen der Welt. 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