{"id":5007,"date":"2015-04-28T17:03:44","date_gmt":"2015-04-28T17:03:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.humanium.org\/de\/?page_id=5007"},"modified":"2025-12-06T06:25:48","modified_gmt":"2025-12-06T06:25:48","slug":"libyen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.humanium.org\/de\/libyen\/","title":{"rendered":"Kinder Libyens"},"content":{"rendered":"<h1>Kinder in Libyen<\/h1>\n<h2>Die Kinderrechte in Libyen\u00a0verwirklichen<\/h2>\n<p>Seit dem Ende der Diktatur Muammar Gaddafis befindet sich Libyen in einer instabilen Situation. Da General Gaddafi 41 Jahre regierte, war er auch verantwortlich f\u00fcr bedeutende Fortschritte im Land, vorrangig in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Seine wiederholten Eingriffe in fundamentale Menschenrechte und Freiheiten f\u00fchrten jedoch zum Beginn einer Revolution des libyschen Volkes.<\/p>\n<h3>Hauptprobleme mit denen Kinder in Libyen konfrontiert sind:<\/h3>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.humanium.org\/de\/armut\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Armut<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Libyen ist eines der reichsten L\u00e4nder Afrikas. Dank seiner nat\u00fcrlichen Ressourcen, inklusive des \u00d6ls, ist die wirtschaftliche Lage des Landes stabil. Es haben aber nicht alle Libyer Zugang zu diesem Reichtum und es herrscht nach wie vor Ungleichheit. Ungef\u00e4hr ein Drittel aller libyschen B\u00fcrger leben heute unterhalb der Armutsgrenze.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.humanium.org\/de\/recht-bildung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Recht auf Bildung<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Bevor Libyen im Jahr 1951 seine Unabh\u00e4ngigkeit erlangte,\u00a0war die libysche Bev\u00f6lkerung zum Grossteil ungebildet. Aus diesem Grund wurde eine verpflichtende und freie Grundschulbildung eingef\u00fchrt. In den 1990er Jahren erhielten 80% der Kinder zwischen 12 und 17 Jahren eine Schulbildung.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich wurde es StudentInnen erm\u00f6glicht auf Kosten der Regierung im Ausland zu studieren. StudentInnen erhielten zu diesem Zweck ein Stipendium von 1.600 Euro pro Monat.<\/p>\n<p>Nach der Revolution gegen das libysche Regime konnten mehr als 61.165 Sch\u00fclerInnen und ca. 36.000 Universit\u00e4tsstudentInnen ihre Schulausbildung nicht beenden. Die Bombardements zerst\u00f6rten mehr als 15 Lehranstalten und viele weitere wurden geschlossen.<\/p>\n<p><strong>Gesundheit<\/strong><\/p>\n<p>Libyer haben freien Zugang zur Gesundheitsversorgung. Libysche Krankenh\u00e4user z\u00e4hlen zu den weltweit am besten ausgestatteten Einrichtungen. In den 90er Jahren sanktionierten die Vereinten Nationen die libysche Regierung aufgrund der\u00a0 Beschuldigung diese habe terroristische Angriffe auf die franz\u00f6sische Fluglinie UTA und die amerikanische Fluglinie Pan Am ver\u00fcbt.<\/p>\n<p>Diese Sanktionen zogen gravierende Konsequenzen hinsichtlich dem Zugang zu Lebensmitteln, Medizin und Impfstoffen nach sich.<\/p>\n<p>Im Jahr 2011 hatte die Revolution in Libyen ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder. Es fehlte dem Land an Medikamenten f\u00fcr schwangere Frauen und deren Neugeborenen. Nach schrecklichen Ereignissen, wie den Verlust von Familienmitgliedern, die Kinder miterleben mussten, litten viele von ihnen unter psychologischen Traumata. Zudem wurden viele Kinder im Zuge der Fl\u0131cht \u00fcber die Landesgrenzen von ihren Familien getrennt.<\/p>\n<p><strong>System des Jugendstrafrechts<\/strong><\/p>\n<p>Viele junge Frauen sind aufgrund des Verdachts, den moralischen Kodex Libyens gebrochen zu haben, in sozialen Umerziehungseinrichtungen inhaftiert. Dies beinhaltet zum Beispiel Sex vor der Ehe, welcher per Gesetz streng verboten ist. Diese jungen Frauen werden auf unbestimmte Zeit und ohne Gerichtsverfahren inhaftiert.<\/p>\n<p>Noch schlimmer ist die Tatsache, dass junge M\u00e4dchen in solchen Einrichtungen inhaftiert werden, wenn sie Opfer einer Vergewaltigung geworden sind. Aufgrund dessen werden Vergewaltigungsopfer entmutigt diese Straftaten zu melden, da sie selbst strafrechtlich verfolgt und in eine soziale Umerziehungseinrichtung gebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Kinder von\u00a0Minderheiten<\/strong><\/p>\n<p>Libyen ist die Heimat vieler Minderheiten, wie die Berber (Amazighs) und Toubous.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der 1970er Jahre migrierten tausende Tuareg (eine nomadische Bev\u00f6lkerungsgruppe aus der Sahara) nach Libyen, um der katastrophalen D\u00fcrre in ihrer Region zu entfliehen.<\/p>\n<p>Diese indigenen Bev\u00f6lkerungsgruppen sind oft Opfer von Diskriminierung durch die libyschen Autorit\u00e4ten. Die Sprachen der Amazighe und Berber sind nicht anerkannt und es ist verboten sie in der \u00d6ffentlichkeit zu sprechen. Das gesamte Bildungssystem beruht auf der arabischen Sprache und die Kinder der Minderheiten sind dazu angehalten diese zu lernen. Nichtsdestotrotz sieht es in der Realit\u00e4t anders aus, da die Berbersprache in vielen D\u00f6rfern nach wie vor als Hauptsprache verwendet wird.<\/p>\n<p>Auch die Toubous werden weitreichend diskriminiert. Im Dezember 2007 entzog die libysche Regierung den Toubous die libysche Staatsangeh\u00f6rigkeit. Dieser Akt wurde mit der Behauptung begr\u00fcndet, Toubous seien eigentlich tschadisch. Des Weiteren verabschiedete die Regierung eine Reihe von Gesetzen, die den Toubous den Zugang zum Bildungs- und Gesundheitssystem verwehren.<\/p>\n<p>Heute, nach dem Ende der Diktatur Gaddafis, hofft die indigene Bev\u00f6lkerung darauf, dass ihre Kultur und Sprachen anerkannt werden. Sie m\u00f6chten dieselben Rechte, wie die L\u0131byer erhalten.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.humanium.org\/de\/kinder-in-kriegen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kinderopfer von bewaffneten Konflikten<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die libysche Revolution 2011 hatte schwerwiegende\u00a0Folgen f\u00fcr das Wohlergehen libyscher Kinder. W\u00e4hrend der Unruhen wurden viele Kinder verletzt oder get\u00f6tet, andere fielen den Bombardements der ausl\u00e4ndischen M\u00e4chte zum Opfer.<\/p>\n<p>Viele der Waffen, die in den D\u00f6rfern auftauchten, wurden von Kindern als Troph\u00e4en oder zum Verkauf gesammelt.<\/p>\n<p>Der Umgang mit Waffen kann sehr gef\u00e4hrlich sein. Aufgrund dessen, berichteten viele L\u00e4nder von mehreren unfallbedingten Explosionen und Vorf\u00e4llen, in denen Kinder Granaten detonierten.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.humanium.org\/de\/kinderhandel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kinderhandel<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Libyen ist ein Transitland f\u00fcr den Menschenhandel nach Europa. Viele Frauen und M\u00e4dchen aus Afrika s\u00fcdlich der Sahara werden durch Libyen geschleust um in europ\u00e4ische L\u00e4nder geschickt zu werden. In den meisten F\u00e4llen werden sie Opfer von Zwangsprostitution oder werden als Dienstm\u00e4dchen von Westlern besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Die libysche Regierung hat bis jetzt noch keine ernsthaften Anstrengungen unternommen, um diesem Menschenhandel entgegenzuwirken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kinder in Libyen Die Kinderrechte in Libyen\u00a0verwirklichen Seit dem Ende der Diktatur Muammar Gaddafis befindet sich Libyen in einer instabilen Situation. 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