Kinder in Guatemala

Kinder in Guatemala

Die Verwirklichung von Kinderrechten in Guatemala

 

Nach 36 Jahren Bürgerkrieg, der deutlich mehr als 200.000 Opfer und 45.000 Vermisste hinterlassen hat, fällt es Guatemala sehr schwer wieder Fuß zu fassen. Die Situation der Kinder ist schwierig und mühsam. Zahlreiche Probleme erschweren eine vollkommene Erfüllung der Kinderrechtskonvention, vor allem für indigene Kinder.

 Carte_GUATEMALA

Index der Realisierung von Kinderrechten : 7,29/ 10
Rote Stufe : Schwierige Lage

Bevölkerung : 14 M.
Bev. 0-14 Jahren : 36,8 %

Lebenserwartung : 72,1 Jahre
Kindersterblichkeit : 24 ‰

Hauptprobleme, mit denen die Kinder in Guatemala konfrontiert sind:

Armut

In Guatemala leben 56% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Diese Situation betrifft die Kinder von Minderheiten am schlimmsten. Die Armut hat viele Folgen für das Leben der Kinder: Gesundheitsprobleme, Unterernährung, die Pflicht zu arbeiten mit Verzicht auf Bildung

Das Recht auf Gesundheit

Guatemala bietet keinen ausreichenden Gesundheitsdienst, um die Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung zu decken. So können einige Gesundheitsprobleme, die die Kinder betreffen, sich nicht verbessern. Die Kindersterberate, zum Beispiel, bleibt sehr hoch.

Außerdem fehlt viel Infrastruktur und geeignetes medizinisches Personal im Land. Die Gesundheit der Kinder ist daher schwer zu sichern und es gibt zahlreiche und viele verschiedene Krankheiten. Zudem stellen sich einige traditionelle Denkweisen gegen die notwendige Hilfe und stellen somit ein Hindernis für das Recht der Kinder auf Gesundheit dar.

Kinderarbeit

Mehr als 20% der Kinder in Guatemala sind gezwungen zu arbeiten, um für das Wohl ihrer Familie beizutragen. Diese Situation ist eine der schlimmsten in Lateinamerika.Die Arbeitgeber profitieren von der Jugend und deren Unwissenheit und vertrauen den Kindern die gefährlichsten Arbeiten an. Die Kinder sind in diversen Tätigkeitsbereichen in zahlreichen Sektoren beschäftigt: Putzen der Schuhe, Nachtarbeit in Werken, Autowäsche, Straßenverkäufer, Maurer, Haushaltshilfen oder auch Müllsammler.

Sie werden ohne Schonung ausgebeutet bei anstrengenden und manchmal auch gefährlichen Tätigkeiten. Die Auswirkungen sind schwer: sie leiden an vielen gesundheitlichen Problemen und können häufig nicht in die Schule gehen…

Ausbeutung der Kinder

Guatemala ist der Sitz für unerlaubten und gefährlichen Handel. Die Kinder sind die ersten Opfer der Ganoven, die sie benutzen ohne Rücksicht auf Verluste. Wie in zahlreichen Ländern ist die Armut günstig für die Entwicklung der schlimmsten Geschäfte wie Drogenhandel, Prostitution, Pornografie, Kinderhandel für illegale Adoptionen, Organhandel… Die Kinder werden mit Gewalt und der Unsicherheit auf den Straßen konfrontiert, sie sind Zielscheibe und die notwendigen Handlungsmittel der Schieber. Die vorherrschende Kriminalität und die Straffreiheit geben ihnen nur sehr wenig Schutz gegenüber diesen Risiken.

Die jungen Mädchen sind die Hauptopfer dieser Verbrecher. Sie werden sehr schlecht behandelt und zeigen viele Spuren der Tortur und des sexuellen Missbrauchs auf.

Gewalt gegenüber Kindern

Die Gewalt ist sehr zerstörerisch in Guatemala und sie betrifft viele Kinder.

In den Straßen herrscht eine Atmosphäre voller Unsicherheit und Gefahr. Die Zahl der getöteten Kinder ist alarmierend und sehr oft bleiben die Kriminellen unbestraft (in 98% der Fälle). Das Recht der Kinder auf Schutz, das durch die internationale Kinderrechtskonvention (CRC) garantiert ist, wird nicht richtig gesichert. So riskieren die guatemaltekischen Kinder ihr Leben und sind manchmal einer extremen und grausamen Gewalt ausgesetzt.

Außerdem zeigt sich die Gewalt auch im Kreise der Familie und im schulischen Bereich. Prügelstrafe wird noch weitläufig akzeptiert und von der Bevölkerung, die keine andere Bestrafungsmöglichkeit in Betracht zieht, praktiziert. So sind viele Kinder Opfer schlechter Behandlung und sind sich selbst ausgeliefert, da sie keinen sicheren Rückzugsort haben. Weder die Familie noch die Schule erspart es ihnen.

Heirat von Kindern

35 % der jungen Mädchen Guatemalas werden schon vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Sie werden dafür sehr früh auf ihren zukünftigen Status als Ehefrau vorbereitet und sie können noch nicht verstehen, was das alles Negatives mit sich zieht. Solche frühzeitigen Hochzeiten haben schlimme Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der jungen Mädchen.

Rechte der indigenen Kinder

Indigene Minderheiten wie die Mayas, die Garifuna und die Xincas stellen mehr als die Hälfte der gesamten Bevölkerung Guatemalas dar. Letztere sind besonders häufig Diskriminierungsopfer und werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Die Kinder der Urstämme, Hauptopfer dieser Rassentrennung, werden viele Hindernisse in den Weg gestellt, so dass sie auch nicht mal ihre Grundrechte in vollen Anspruch nehmen können.

Die Information über ihre Rechte, so wie der Schutz dieser Rechte fehlt in diesem Land. Sie sind also viel stärker verletzbar und viel häufiger von diesen Plagen, die in Guatemala ihren Sitz haben, betroffen. Diese indigenen Kinder leiden enorm an extremer Armut sowie an daraus folgender Unterernährung. Sie sind auch anfälliger für sexuelle oder wirtschaftliche Ausbeutung. Ihre Situation ist dramatisch, umso mehr, da sie der Unwissenheit oder noch schlimmer dem Hass der restlichen Bevölkerung gegenüber treten müssen.

Das Recht auf Nahrung
Fehlende Nahrung ist die tägliche Sorge von vielen guatemaltekischen Familien. Die Armut hindert sie, ausreichend Nahrung zu besorgen, um den Bedarf aller zu decken. Kinder sind die Hauptopfer. So litt 2009 die Hälfte der Kinder an chronischer Unterernährung mit einem hohen Anteil an indigenen Kindern.

Die daraus folgenden gesundheitlichen Probleme sind vielfältig und können sich als sehr schwerwiegend äußern: verzögerter Wachstum, Müdigkeit, Schwächung des Immunsystems, Durchfall…