Kinder in Uganda

Kinder in Uganda

Umsetzung der Kinderrechte in Uganda

Krieg, Hunger, AIDS … In Uganda nehmen diese und andere Notstände scheinbar kein Ende und das stets mit verheerenden Folgen für Kinder. Die Rechte der Kinder sind daher einer ständigen Bedrohung ausgesetzt und ihre Existenz und ihr Fortbestand sind im besten Fall unsicher.

Carte_ouganda

Index der Realisierung von Kinderrechten : 6,06/10
Rote Stufe : Schwierige Lage

Bevölkerung: 37,1 Millionen
Bev. 0-14: 50 %

         Lebenserwartung: 58,7 Jahre
         Kindersterblichkeitsrate: 38 ‰

Grundlegende Probleme für Kinder in Uganda:

Kinderarmut

In Uganda lebt mehr als ein Drittel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Kinder sind die vorrangigen Opfer dieser bedauernswerten wirtschaftlichen Lage. Besonders in abgelegenen Regionen des Landes können Familien die Gesundheit und des Wohlbefinden ihrer Kinder nicht sicherstellen. Einige Kinder werden in Klein- und Großstädte geschickt, um dort zu leben, da angenommen wird, dass sie in Ballungszentren bessere Lebensbedingungen vorfinden werden. Die meisten von ihnen landen jedoch auf der Straße. Auch andere Rechte werden auf Grund der Armut vernachlässigt. Der Zugang zu Bildung zum Beispiel ist ein Privileg, dass sich nur den wenigsten Kindern bietet.

Recht auf Gesundheit

In Uganda ist die Sterberate von Kindern unter fünf Jahren besorgniserregend hoch und die Lebenserwartung bei der Geburt ist besonders niedrig.

Armut, ein Mangel an Infrastruktur und unzureichend ausgebildetes Personal sind Hürden in der Gesundheitsversorgung von Kindern.. Viruserkrankungen sind hoch ansteckend und verbreiten sich wegen mangelnder Hygiene und gesundheitsgefährdender Lebensbedingungen sehr schnell.Cholera zum Beispiel ist eine der Krankheiten, die die Gesundheit der ugandischen Jugendlichen stark beeinträchtigt. Das of verseuchtem Trinkwasser vieler Haushalte führt dazu, dass Kinder sich mit dieser Krankheit anstecken, die tödlich sein kann.

AIDS ist in Uganda ebenso verbreitet. In den letzten Jahren wurden jedoch bedeutende Fortschritte in der Prävention von AIDS gemacht. Dennoch ist die Gefahr, sich mit diesem Virus anzustecken, beunruhigend hoch. Noch immer werden zu viele Kinder wegen AIDS zu Waisen und ihre Zukunft bleibt ungewiss.

Recht auf Nahrung

Viele ugandische Kinder leiden an mangelernährung. Der Nordosten des Landes ist sehr trocken und dadurch besonders betroffen. Der Boden ist in dieser Region zu trocken, um ausreichend Nahrung zu produzieren, weshalb die Lebensmittel regelmäßig knapp sind. Im Jahr 2010 litten rund 40% der Kinder unter fünf an einer Mangelernährung. Die Unterversorgung von Kindern hat einen gravierenden Einfluss auf ihre Gesundeit. Einige sterben daran, während andere körperliche Schwächen zeigen, die zu einer Vielzahl von Krankheiten führen können. Die Mangelernährung hat somit schädliche Auswirkungen, die das ganze weitere Leben beeinträchtigen.

Recht auf Bildung

Fast jedes fünfte Kind in Uganda hat keine Schulbildung. Dies Problem ist besonders bei Mädchen in ländlichen Gebieten verbreitet.

Viele Schulkinder können ihre Ausbildung nicht abschließen, weil sie sie stattdessen abbrechen und für ihre Familien Geld verdienen müssen. Außerdem bringen die zusätzlichen Kosten für die Schule viele Eltern davon ab, ihre Kinder überhaupt zur Schule zu schicken.

Kindersoldaten

Kinder spielen in den Konflikten, die in Uganda regelmäßig ausbrechen, eine zentrale Rolle. Sie werden von bewaffneten Gruppen im frühen Kindesalter gekidnappt und rekrutiert und leben unter den abscheulichsten Bedingungen.Junge Mädchen werden vergewaltigt und dann von zu Hause verschleppt. Sind sie erst einmal in der
Gewalt der bewaffneten Gruppen, werden sie zur Prostitution gezwungen und immer wieder von ihren Kidnappern misshandelt.

Viele Jungs werden aktive Mitglieder der bewaffneten Gruppen. Auf Befehl ihrer Anführer töten und massakrieren sie ganze Familien. Die Gewalt, der sie in ihrer Kindheit begegnen, die sie selbst verursachen und der sie ausgeliefert sind, wird dauerhafte Auswirkungen auf ihre körperliche und geistige Gesundheit haben. Die Bilder der Gräueltaten werden sie ein Leben lang begleiten und ihre
Persönlichkeiten für immer verändern.

Es ist schwierig, diese Kinder wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Für viele Jahre haben sie nichts außer Gewalt und Grausamkeit kennengelernt und somit ist es schwer für sie, wieder ein normales Leben zu führen. Um ihnen zu helfen, wurden spezielle Anlaufstellen eingerichtet, aber dennoch ist es schwierig, sie in die Normalität zurückzuführen.

Straßenkinder

Viele ugandische Kinder sind gezwungen, auf der Straße zu leben. Entweder sind sie gezwungen, in
andere Gebiete zu ziehen, weil ihre Eltern verstorben sind oder weil Hungersnöte und das Elend in ihrer Region sie dazu zwingen. Mindestens 10.000 Kinder leben in Uganda auf der Straße besonders in der Hauptstadt Kampala. Die Bedingungen, unter denen sie leben, sind trostlos und sie kämpfen ständig ums Überleben. Doch das Überleben ist schwierig. Betteln ist oft die einzige Möglichkeit für Kinder, aber es ist sehr gefährlich, denn oftmals werden sie von den Passanten, die sie um Geld bitten, gewaltsam zusammengeschlagen. Hinzu kommt, dass Kinder, die auf der Straße leben, Menschenhändlern ausgeliefert sind, die zwar zunächst ein besseres Leben versprechen, bald jedoch die Kinder ausnutzen. Solche Kinder werden schnell Opfer vieler Abscheulichkeiten und schrecklicher Taten.

Kindesmissbrauch

In Uganda ist die Gewalt gegen Frauen und Kinder sehr präsent. Häufig findet sie direkt in der Familie
statt. Die, die gewalttätig handeln, müssen sich nur in den seltensten Fällen verantworten. Zahlreiche Gesetze wurden vorgeschlagen, um die Misshandlung von Kindern zu bekämpfen, doch die Situation ist noch lange nicht zufriedenstellend. Der Schutz der Kinder muss mit allen Mitteln verfolgt werden, weil die physischen und psychologischen Folgen des Kindesmissbrauchs sowohl langanhaltend als auch schwerwiegend sind.

Kinderarbeit

In Uganda ist Kinderarbeit für 36% der 5 bis 14-Jährigen tägliche Realität. Sie sind gezwungen, nach Tätigkeiten zu suchen, die das Einkommen der Familie aufbessern oder ihr Überleben sichern, da sie Waisen sind. Manche Kinder verlassen das Land, in dem sie geboren wurden, und arbeiten in Nachbarländern im Landwirtschaftssektor. Der Kinderhandel ist daher im ganzen Land weit verbreitet. Kinder werden auf viele verschiedene Arten ausgebeutet: Einige fallen in die Hände von Zuhältern während andere mit Drogen handeln. Bedauerlicherweise ist Uganda eine der Hauptquellen und ebenso Ziel des Kinderhandels.
Straßenkinder, die in die Hände von Menschenhändlern fallen, haben keine andere Möglichkeit als zu betteln. Außerdem sind ihre Lebensbedingungen absolut bedauernswert.

Recht auf Identität

Der Zustand in Uganda ist besorgniserregend, denn nur jedes fünfte Kind wird den Behörden gemeldet. Dieser erschreckend niedrige Prozentsatz ist vor allem das Ergebnis äußerst unzugänglicher Meldeämter. Auch die Kosten spielen eine Rolle, denn trotz der Bemühungen, diese abzubauen, ist eine solche Formalität nach wie vor sehr kostspielig.
Viele Kinder haben weder eine offizielle Identität noch Staatbürgerschaft. Das bereitet jedem einzelnen dieser Kinder größere Schwierigkeiten: Da sie offiziell, im Sinne des Gesetzes nicht existieren, können sie auch ihre Rechte nicht wahrnehmen.

Kinderheirat

Kinderehen sind in Uganda weit verbreitet. Es wird angenommen, dass über 46% der Mädchen heiraten, bevor sie 18 Jahre alt sind. Die Folgen wiegen schwer, besonders für sehr junge Mädchen (das Durchschnittsalter für einige Dörfer wurde auf 12-13 Jahre geschätzt).

Recht auf freie Meinungsäußerung

In Uganda können Meinungsäußerungen einen teuer zu stehen kommen. Abweichende Meinungen sind nicht immer willkommen und es kann riskant sein, sie allzu deutlich zu äußern.

Die Anwendung von Gewalt ist üblich und Demonstrationen werden im Allgemeinen gewaltsam unterdrückt. Daher ist die persönliche Sicherheit der Menschen äußerst eingeschränkt. Oftmals sind Unbeteiligte am falschen Ort zur falschen Zeit und zahlen am Ende den Preis dafür. Regelmäßig werden während Demonstrationen Kinder verwundet oder sogar getötet.

Für Homo-, Bi- und Transsexuelle ist die Situation in gleichem Maße beklagenswert. Sie werden gewaltsam verfolgt und ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ist nicht gegeben. Homosexualität wird als Straftat erachtet und mit unsagbar langen Gefängnisstrafen geahndet. Die Rechte von Jugendlichen sind vollkommen überholt und sie haben keine Möglichkeit, Gehör zu finden und respektiert zu werden.