Kinder in Kamerun

Kinder in Kamerun

Einsatz für die Kinderrechte in Kamerun

Kamerun hat noch einen langen Weg vor sich, was die Verbesserung der Rechte für Kinder angeht. Vor allem in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Identität, usw. ist Besserung bitter nötig.

 Carte_cameroun

Index der Realisierung von Kinderrechten:
5,84 / 10
Schwarz Stufe:
sehr Schwierige Situation

Bevölkerung: 20,5 M.
Bev. 0-14 Jahren: 40,3 %

Lebenserwartung: 55,1 Jahre
Kindersterblichkeit: 57 ‰

Hauptprobleme, mit denen Kinder in Kamerun konfrontiert sind:

Armut

Mehr als 40% der Bevölkerung in Kamerun lebt unterhalb der Armutsgrenze, Menschen in ländlichen Regionen sind davon viel mehr betroffen als in den Städten.

Armut hat negative Auswirkungen auf die Lebensbedingungen von jungen Kamerunern: Unterernährung, Krankheit, eingeschränkter Zugang zu Bildung, usw.

Gesundheit

In Kamerun ist die Kindersterblichkeit nach wie vor besonders hoch. Statistiken zeigen, dass 11% der Neugeborenen mäßig bis stark untergewichtig sind.

Durch die schlechte Durchimpfung erkranken oder sterben Kinder in Kamerun jedes Jahr an Malaria, Unterernährung, Durchfall, usw.

Leider verfügen die medizinischen Einrichtungen in Kamerun nicht über die adäquaten Strukturen oder genügend qualifiziertes Personal, um sich um die kranken Kinder zu kümmern.

Kinderehe

Eltern in Kamerun verfügen über die elterliche Gewalt und können ein junges Mädchen zur Heirat zwingen. Dies bedeutet, dass sie ihre Zustimmung zu einer Ehe mit einem viel älteren Mann erzwingen können. Auf diese Weise werden vor allem in den nördlichen Regionen junge Mädchen indirekt gezwungen, ältere Männer zu heiraten.

Diese Praktik hat sowohl psychisch als auch emotional verheerende Auswirkungen, da die jungen Mädchen genötigt werden, eine nicht einvernehmliche Beziehung mit ihrem Ehemann zu führen. Der Weg zum Erwachsenwerden wird für sie so noch herausfordernder, da ihnen die Jugend verwehrt wird.

Weibliche Genitalverstümmelung

Auch wenn weibliche Genitalverstümmelungen stark rückläufig sind, werden sie in Kamerun nach wie vor durchgeführt (im Südwesten und im Norden des Landes).

Es ist nicht unbekannt, dass Genitalverstümmelungen ernste Folgen für die Gesundheit nach sich ziehen, es kommt zu häufigen Blutungen und Infektionen. Ausserdem besteht ein weiteres Risiko für Komplikationen für beschnittene Frauen.

Das “Brustbügeln” (eine “Massag” mit heissen Gegenständen um das Wachstum der Brüste zu hindern) ist ein Brauch, welcher weiterhin im Land praktiziert wird. Das Land muss drastische Massnahmen ergreifen, um diese schädlichen kulturellen Praktiken aufzuhalten.

Recht auf Identität

30% aller Geburten werden in Kamerun nicht registriert, wodurch einige Rechte dieser Neugeborenen gefährdet sind. Nicht registrierte Kinder werden offiziell nicht als Mitglieder der Gesellschaft anerkannt und haben somit auch keine Möglichkeit, ihre Rechte geltend zu machen. In den Augen der Gemeinschaft werden sie für immer unsichtbar erscheinen.

Die Regierung ist aber auf einem guten Weg, diese Situation zu verbessern. Ein Aktionsplan für die Registrierung von Neugeborenen, Flüchtlingskindern, Kindern von marginalisierten Bevölkerungsgruppen, usw. wurde bereits umgesetzt.

Recht auf Leben

In einigen Regionen Kameruns kommt es durch kulturelle Glaubensrichtungen zu Misshandlungen von Kindern.

Im Norden des Landes zum Beispiel werden junge Albinos für böse Geister gehalten. Daher werden sie bereits bei ihrer Geburt getötet.

Im Westen des Landes werden Zwillinge als mysteriöse Wesen wahrgenommen, weswegen bereits von ihrer Geburt an Praktiken vollzogen werden, um ihre „Kräfte“ zu eliminieren. Wenn ein Zwillingspaar stirbt, glauben die Eltern, dass ihre Kinder – die bösen Geister – sterben mussten.

Bildung

Auf dem Papier hat Kamerun bereits anerkannt, dass Kinder ein Recht auf kostenlose Bildung haben. Dennoch müssen Eltern für die Bildung ihrer Kinder aufkommen, wodurch Kindern aus armen Verhältnissen die Schulbildung verwehrt bleibt.

Auch wenn das Bildungsangebot in Kamerun bereits wesentlich verbessert wurde, bestehen auch weiterhin geschlechterbedingte und regionale Disparitäten. Sowohl weit im Norden als auch in Adamaua, im Osten und im Norden ist die Einschulungsquote weiterhin verhältnismäßig tief.

Im Großen und Ganzen mangelt es an Unterrichtsmaterialien und -geräten sowie hochwertigem Unterricht, damit das Bildungssystem in Kamerun sein ganzes Potential entfalten könnte.

Inhaftierung Minderjähriger

Das Strafvollzugssystem in Kamerun ist völlig veraltet und überlastet. Kinder werden auch heutzutage noch zusammen mit Erwachsenen inhaftiert.

In Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen hat sich das Land jedoch bereit erklärt, Einrichtungen speziell für minderjährige Gefangene einzurichten: Ihnen sollen Schulungsmöglichkeiten, Bibliotheken und Videotheken zur Verfügung gestellt werden.

Während sie darauf warten, dass sich ihre Situation verbessert, hätten inhaftierte Kinder in diesen Einrichtungen wenigstens die Möglichkeit auf schulische oder berufliche Bildung. Auch Freizeitaktivitäten wie Tanzen, Sport oder Brettspielen dürften sie nachgehen.