Kinder in Namibia

Kinder in Namibia

Die Verwirklichung der Kinderrechte in Namibia

Namibia ist eine Nation, die reich an kultureller Diversität ist. Mit vielen ethnischen Gruppen, die sehr unterschiedliche Bräuche pflegen, ist Namibia mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert, die Rechte aller seiner Kinder zu garantieren und ihnen ein Leben in Freiheit und Würde zu ermöglichen.

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Index der Realisierung von Kinderrechten: 7,39/ 10
Rote Stufe: Schwierige Lage

Bevölkerung: 2,2 M.
Bev. 0-14 Jahren: 32,6 %

Lebenserwartung: 64,5 Jahre
Kindersterblichkeit: 33 ‰

Hauptprobleme, mit denen Kinder in Namibia konfrontiert sind:

Armut

Mehr als die Hälfte der namibischen Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, und ein großer Teil lebt in extremer Armut. Besonders die Kinder leiden sehr unter dieser wirtschaftlichen Situation. Der Mangel an finanziellen Ressourcen hat ernsthafte Konsequenzen für ihr Überleben. Täglich sind sie mit schwerwiegenden Problemen wie Hunger und Krankheit konfrontiert, und viele sind gezwungen, unter sehr schwierigen Bedingungen zu arbeiten.

Das Gesundheitswesen

Um das Gesundheitswesen zu verbessern, muss in Namibia noch viel unternommen werden. Es gibt nur wenige, meist überfüllte Krankenhäuser. Auch gibt es, gemessen an der Anzahl der Kinder, die versorgt werden müssen, zu wenig Wasser und sanitäre Ausrüstung. Die Folge ist, dass Krankheiten leicht übertragen werden und aufgrund des Mangels an Hygiene fatale Auswirkungen haben können. Die Kinder leiden extrem unter diesem Problem. Sie leiden ständig unter Krankheiten wie Durchfall und werden dadurch geschwächt.

AIDS

Namibia ist eines der am meisten vom AIDS-Virus betroffenen Länder in der Welt. Die schnelle Ausbreitung des Virus erhöht die Verletzlichkeit der Kinder. Die meisten der Rechte, welche durch die internationale Kinderrechtskonvention garantiert werden, treffen nicht für sie zu.

Die Übertragung von der Mutter zum Kind geschieht häufig, obwohl es heutzutage viele Behandlungsmöglichkeiten gibt, die das Risiko solcher Übertragungen verhindern.

Darüber hinaus wurden Tausende von Kindern AIDS-Waisen. Ein normales Leben und eine glückliche Kindheit sind für sie nicht möglich.

Kinder von Minderheiten

Namibia wird charakterisiert durch seine ethnische und kulturelle Diversität. Viele Menschen mit verschiedenen Lebensstilen und Glauben leben hier.

Einige ethnische Minderheiten sind Opfer von Diskriminierung. In dieser Hinsicht sind Kinder die am meisten Verletzlichen und leiden an der Vorenthaltung ihrer Rechte und Freiheiten. Ihr Zugang zu nötigen Grunddiensten wie Bildung und Gesundheit ist manchmal schwierig. Ihre Unterschiede werden nicht immer vom Rest der Bevölkerung akzeptiert, und manchmal erinnern die Leute sie sogar in einer gewalttätigen Weise an ihren ethnischen Hintergrund.

Einige Menschen leben in abgeschiedenen Gegenden, weit entfernt von den Städten und ohne eine gute Infrastruktur. Aus diesem Grund kommen die Kinder nicht in den Genuss ihrer Rechte. Sie können beispielsweise nicht zur Schule gehen, weil es in ihrer Gegend keine Schulen gibt.

Kinderarbeit

Die nationale Gesetzgebung verbietet es, dass Kinder unter 14 Jahren arbeiten. Dennoch wird geschätzt, dass mehr als 13% der Kinder in Namibia auf irgendeine Art arbeiten.

Die Armut, die in vielen Haushalten existiert, zwingt Kinder dazu, zu arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen. Leider sind die Arbeitsbedingungen sehr hart, und die Arbeitnehmer beuten sie angesichts ihrer Verletzlichkeit aus. Viele verlassen deshalb die Schule.

Bildung

Nach der nationalen Gesetzgebung ist der Schulbesuch bis zum 16. Lebensjahr verpflichtend. Doch haben Untersuchungen gezeigt, dass mehr als eines von zehn Kindern nicht die Möglichkeit hat, zur Schule zu gehen. Die zusätzlichen Bildungskosten (Bücher, Uniformen, Heimkosten etc.) stellen das Haupthindernis für die Bildung der Kinder dar.
Die schulischen Infrastrukturen sind sehr alt und nicht in der Lage, schlechten Wetterbedingungen wie Überflutungen standzuhalten. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass einige Schulen in der Mitte des Schuljahres geschlossen werden. Dies kann die Bildung der Kinder verzögern.

Das Recht auf Identität

Eine von drei Geburten in Namibia wird nicht offiziell registriert. Kinder ohne eine offizielle Identität sind gegenüber Problemen wie Gewalt und Krankheit anfälliger. Außerdem sind sie mit vielen Hindernissen konfrontiert, was ihren Zugang zu sozialen und öffentlichen Leistungen wie Schulen betrifft. Da sie nicht registriert wurden, existieren sie in den Augen der Gesellschaft nicht.

Kindesmissbrauch

Der Kindesmissbrauch in Namibia ist sehr bedenklich. Fälle wie schlechte Behandlung, Missbrauch, Vergewaltigung und selbst Kindesmord nehmen zu.

Das durch die internationale Konvention über Kinderrechte garantierte Recht auf Schutz wird verletzt. Namibische Kinder leben in einer ständigen Angst vor Missbrauch, selbst in ihren eigenen Häusern.