Kinder in der Demokratischen Republik Kongo

Kinder in der Demokratischen Republik Kongo

Die Verwirklichung der Kinderrechte in der Demokratischen Republik Kongo

Von bewaffneten Konflikten geplagt, wachsen Kinder in alles andere als einer idealen Umgebung in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) auf. Die Lage der Kinder ist ernst: Unterernährung, sexuelle Gewalt, Kindersoldaten, Kinderhandel…

 Democratic Congo


Index der Realisierung von Kinderrechten
: 4,83/10
Schwarze Stufe: sehr schwierige Situation

Bevölkerung: 75,5 Millionen

Bev. 0-14 Jahren: 43,9 %

Lebenserwartung: 50 Jahre

Kindersterblichkeit: 75 ‰

Haputprobleme der Kinder in der Demokratischen Republik Kongo:

Armut

Die Demokratische Republik Kongo ist mit über 70% der Bevölkerung, die unter der Armutsgrenze lebt, eines der ärmsten Länder der Welt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt mit weniger als zwei Dollar täglich. Das Bruttonationaleinkommen pro Kopf beträgt 160 Dollar jährlich.

Gesundheit

Die Kindersterblichkeitsrate in der DR Kongo beträgt 19%, was extrem hoch ist, und die Lebenserwartung (48 Jahre) ist eine der niedrigsten auf der Welt.

Die Bevölkerung der DR Kongo ist vor allem von HIV/AIDS betroffen. Dieses Problem wirkt sich direkt auf Kinder aus: So sind etwa 930.000 Kinder wegen AIDS verwaist. Da sie ihre Familien verloren haben, leben sie auf der Straße, was das Risiko der Verbreitung von AIDS erhöht.

Aufgrund geringer Finanzierungsmittel von Krankenhäusern und fehlender öffentlicher Information ist der Zugang zu Betreuung und Impfungen weiterhin problematisch.

So haben diese Mängel zum erneuten Ausbruch von Kinderlähmung in der DR Kongo geführt, die einer enormen Impfkampagne der Weltgesundheitsorganisation von 12 Millionen Kindern unter 5 Jahren bedurfte.

Bildung

Die Grundschulausbildung ist in der DR Kongo nicht kostenfrei. Die Kosten für Bildung sind fast so hoch wie das Pro-Kopf-Einkommen, weshalb sehr wenige Kinder zur Schule gehen.

Was die Erwachsenen betrifft, hat die Hälfte der Bevölkerung nie eine Schule besucht oder mehr als die Grundschule abgeschlossen. Nur 50% der Kinder im Alter zwischen 6 und 11 Jahren besuchen die Grundschule.

Kindersoldaten

Die Konflikte, die in der DR Kongo ausgetragen werden, schaden vor allem den Kindern, die die Hauptopfer sind.

Die langandauernden Konflikte in der DR Kongo haben zur Rekrutierung von Kindern durch bewaffnete Gruppen geführt. Diese kongolesischen Kinder werden oft nach der Ermordung ihrer Eltern seitens der bewaffneten Gruppen gefangen genommen und in Lager geschickt, in denen sie im Umgang mit Waffen trainiert werden. Sie werden zu Kindersoldaten und gezwungen, Verbrechen gegen die Bevölkerung oder gar gegen die eigene Familie zu begehen. So stellen Kinder rund 35% aller Kämpfer in der DR Kongo dar. Die einzige Bildung erhalten diese Kinder aus dem Krieg – eine gewalttätige, gefährliche und blutige Umgebung. Dies beeinträchtigt auch deren Zukunftsperspektiven erheblich.

Sexuelle Gewalt

Eine der tragischen Folgen von bewaffneten Konflikten in der DR Kongo ist die weitverbreitete Vergewaltigung von Frauen, Kindern oder Männern. Die Ausübung von sexueller Gewalt in diesem bewaffneten Konflikt sticht wegen ihres Ausmaßes und Grausamkeit hervor.

So hat die UNO besonders betont, dass heutzutage die Vergewaltigung als Kriegswaffe gilt. Tatsächlich werden Vergewaltigung in der DR Kongo als Waffe eingesetzt, um Bevölkerungen einzuschüchtern.

Kongolesische Kinder sind besonders von dieser Geißel betroffen. So erleiden sie diese sowohl durch Familienmitglieder als auch durch bewaffnete Gruppen. 2009 wurden über 150.000 Fälle sexueller Gewalt angezeigt, bei denen über die Hälfte der Opfer unter 18 Jahre alt war.

Obwohl Kinder von diesen entsetzlichen Vergewaltigungen traumatisiert werden, wurden kaum Gesundheits- oder Rechtsstrukturen eingeführt. Dieser Mangel an Strukturen hindert Kinder daran, solche Taten zu melden und entschädigt zu werden.

Vergewaltigungen rufen emotionale und psychologische Traumata vor und bergen das Risiko der Ansteckung mit sexuell übertragbare Krankheiten sowie auch ungewollter Schwangerschaften.

Junge kongolesische Mädchen fallen nicht nur der sexuellen Gewalt zu Opfer, sondern können auch zur Prostitution oder zur Heirat gezwungen werden.

Umsiedlung von Kindern

Im Zuge dieser Konflikte werden Kinder, die hauptsächlichen Opfer, an andere Orte verbracht, um der Rekrutierung durch bewaffnete Gruppen oder deren Gewalt zu entkommen.

Diese Zwangsumsiedlungen hindern Kinder, eine ausgewogene Ernährung und Bildung zu erhalten. So sind sie Unterernährung und Krankheiten ausgesetzt.

Straßenkinder

Dieses Problem ist vor allem in Kinshasa (Hauptstadt der DR Kongo) zu sehen. Doch Straßenkinder gibt es auch in anderen Gebieten der DR Kongo. Heutzutage wird ihre Anzahl auf 70.000 geschätzt, was den Ernst ihrer Lebensumstände verdeutlicht.

Diese Kinder sind durchschnittlich 12 Jahre alt, und ein Großteil davon lebt auf der Straße, weil sie der Hexerei angeschuldigt wurden.

Hexenkinder

In der DR Kongo ist die Hexerei manchmal Grund dafür, dass Eltern ihre Kinder von zu Hause vertreiben. So werden Kinder, die „Symptome oder ein seltsames Verhalten“ aufweisen und wenn eine geistliche Autorität feststellt, dass diese Hexen sind, mit Gewalt von zu Hause weggejagt
.
Diese vertriebenen Kinder sind dann auf sich allein gestellt und sehen sich daher gezwungen, zu arbeiten, betteln oder sich zu prostituieren.

Kinderarbeit

Unzumutbare Kosten für Bildung veranlassen Eltern manchmal, ihre Kinder mit zur Arbeit zu nehmen. Kinder spielen eine wichtige Rolle für die Einkünfte der Familien, da die Gehälter so gering sind, dass sie für den Unterhalt der Familie nicht ausreichen.

So werden Kinder gezwungen, ihre Tage in Erzhalden zu verbringen und Kies oder Kupfer zu sammeln. Diese Arbeit, die zur Sicherung einer minimalen lebenswichtigen Ernährung notwendig ist, verstößt gegen Artikel 32 der Kinderrechtskonvention und erfordert den Schutz der Kinder vor wirtschaftlicher Ausbeutung.

Das Recht auf Identität

Nur 31% aller Geburten werden in der DR Kongo erfasst. Die Mehrheit der kongolesischen Kinder besitzen keine offizielle Identität oder Staatsangehörigkeit – sie sind praktisch unsichtbar in den Augen der Gesellschaft.

Das fehlende Recht auf Identität stellt für verschobene kongolesische Kinder und Kindersoldaten eine besondere Hürde dar. Ohne legale Identität befinden sie sich in illegalen Umständen und ohne Rechte.