Kinder in Ghana

Kinder in Ghana

Kinderrechte in Ghana in die Realität umsetzen

Der Fortschritt, den Ghana bereits zum Schutz der Kinderrechte gemacht hat, ist beeindruckend und vorbildlich in der Region. Dennoch muss die bislang erreichte Verbesserung von Bildung und die Verringerung von Armut auch auf anderen für Kinder noch immer problematischen Gebieten umgehend umgesetzt werden.

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Index der Realisierung von Kinderrechten : 6,42/ 10
Rote Stufe : Schwierige Lage

Bevölkerung : 25.2 Millionen
Bev. 0-14 Jahren : 38,7 %

Lebenserwartung : 61,1 Jahre
Kindersterblichkeit : 43 ‰

Die größten Probleme von Kindern in Ghana:

Armut

Ghana ist ein besonders armes Land. Das Bruttosozialprodukt (BNE) ist vergleichsweise 10-mal niedriger als das in Argentinien. Trotz dieser unbefriedigenden Zahlen muss betont werden, dass sich das Land außerordentlich positiv in der Bekämpfung von Armut entwickelt hat. Indem sie die Armutsbekämpfung zu einer ihrer Prioritäten machte, hat die Regierung eine beachtliche und beispielhafte Erfolgsgeschichte innerhalb des afrikanischen Kontinents geschrieben.

Recht auf Gesundheit

Es ist schwierig, Kindern in Ghana eine gute Gesundheit zu garantieren. Infolgedessen ist die Kindersterblichkeitsrate besonders hoch und die Lebenserwartung liegt bei lediglich 57 Jahren. Mehr als 13% der Neugeborenen haben ein niedriges Geburtsgewicht.

Hinzu kommt, dass es nicht genügend medizinisch ausgebildetes Personal gibt, um alle Kinder und Neugeborene im Land ausreichend zu versorgen. Dadurch, dass einige von ihnen nicht sofort behandelt werden, kommt es zur Verbreitung zahlreicher Viren. Einige Erkrankungen sind bei den jungen Ghanaer sehr virulent, vor allem Malaria, Tuberkulose, ebenso HIV.

Sexuelle Diskriminierung

Die Bevölkerung in Ghana ist noch weit davon entfernt, die Gleichstellung der Geschlechter zu akzeptieren und zu respektieren. Aus diesem Grund werden junge Mädchen aus vielen Bereichen ausgeschlossen. Ihre Zukunft und ihre Aufgaben sind vorherbestimmt. Nur selten gelingt es ihnen, sich in Tätigkeitsfelder zu integrieren, die soziale oder auch politische Bedeutung haben.

Zudem wird ihre Ausbildung oftmals vernachlässigt. Denn junge Mädchen müssen zuerst ihre häuslichen Pflichten erfüllen, bevor sie ihren eigenen Interessen wie zum Beispiel der Schule nachgehen können. Die Mentalität der Ghanaer lehnt noch immer das Bild einer Frau ab, die westlich, modern und an allen Fronten präsent ist. Bedauerlicherweise kann es manchmal zu sehr harten Auswirkungen für junge Frauen kommen, die ohne Unterlaß übergangen und missachtet werden.

Recht auf Bildung

Fast ein Drittel der Kinder in Ghana hat keine Schulbildung. Dieser Wert mag zunächst erschreckend hoch erscieinen, tatsächlich ist er jedoch einer der niedrigsten auf dem Kontinent.

Der Schulbesuch an sich ist gebührenfrei, aber die zusätzlich anfallenden Kosten, die dieser mit sich bringt, sind manchmal durchaus ein Hindernis für eine Schulbildung für alle. Dadurch bedingt kommt es vor, dass in manchen Familien nur einige Kinder die Möglichkeit erhalten, die Schule besuchen zu dürfen. Die anderen – meist sind es die Töchter – bleiben zu Hause und verrichten die häuslichen Aufgaben.

Auch wenn das Land umfassende Mittel zur Verfügung gestellt hat, um den Zugang zu Bildung zu erleichtern, sind noch immer viele von der Problematik betroffen, insbesondere junge Mädchen.

Kinderarbeit

Mehr als ein Drittel der Kinder ist gezwungen zu arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen. Ein Großteil der Kinder Ghanas ist auf Kakaoplantagen beschäftigt, die die wichtigste Wirtschaftstätigkeit des Landes darstellen. Diese Kinder sind erbärmlichen, anstrengenden und gefährlichen Arbeitsbedingungen ausgesetzt.

Diese wirtschaftliche Ausbeutung ist ebenso Ursprung des bedeutenden Kinderhandels in Afrika. In der Tat werden viele Kinder aus angrenzenden Ländern genötigt, illegal in das Hoheitsgebiet von Ghana einzureisen, um dann in der Kakaoindustrie zu arbeiten.

Junge Mädchen werden oft als Haushaltshilfen beschäftigt, sei es in ihren eigenen oder in reicheren Familien.

Kinderheirat

In Ghana wird ein Viertel der jungen Mädchen unter 18 Jahren zwangsverheiratet.

Von frühster Kindheit an werden sie auf ihre zukünftige Rolle als Ehefrau vorbereitet. Diese Ehen haben jedoch oft schwerwiegende Konsequenzen für die Gesundheit junger Mädchen, die sich noch nicht im Klaren darüber sind, was das Eheleben beinhaltet.

Recht auf Identität

Nahezu 30% der Geburten in Ghana werden nicht offiziell registriert. Demzufolge haben diese Kinder weder eine amtliche Identität noch eine Staatsangehörigkeit.

Das bringt diesen Menschen erhebliche Schwierigkeiten. Sie können keinerlei Rechte wahrnehmen, denn für die Gesellschaft sind sie unsichtbar.