Kinder in Togo

Kinder in Togo

Die Verwirklichung der Kinderrechte in Togo

 

Die Lage von togolesischen Kindern entwickelt sich kontinuierlich in eine bessere und stabilere Lage. Trotz der Fortschritte bedarf es mehr Zeit und Arbeit, um die grundlegenden Kinderrechte zu erfüllen. Es ist zudem essentiell, dass Togo die Bereiche Bildung, Gesundheitsfürsorge und Kinderschutzdienste so schnell wie möglich verbessert.

 Carte-Togo

red

Index der Verwirklichung von Kinderrechten: 6,18 / 10
Rote Stufe: Schwierige Lage

Bevölkerung: 7,15 M
Bev. 0-14 Jahren: 40,8 %

Lebenserwartung: 56,5 years
Lebenserwartung: 52 ‰

Die größten Herausforderungen für Kinder in Togo sind:

Armut

Togo ist eines der ärmsten Länder der Welt: Mehr als 30% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Das BIP (Bruttoinlandsprodukt) ist ebenfalls sehr niedrig.

Bestimmte Regionen sind stärker betroffen als andere, da die Armutsrate in ländlichen Gebieten deutlich höher ist als in städtischen Gebieten.

Diese extreme Armut hat einen ernsthaften Einfluss auf das Leben der Kinder. Viele leiden unter Mangelernährung oder anderen gesundheitlichen Problemen. Des Weiteren sind viele Analphabeten, da siegezwungen sind zu arbeiten und deswegen keine Schule besuchen können.

Das Recht auf Gesundheitsfürsorge

Eines der ernsthaftesten Gesundheitsprobleme in Togo ist die Verbreitung von AIDS. Schätzungsweise120.000 Togolesen leben mit HIV. Vor allem im Hinblick auf Kinder ist dies ein besorgniserregendes Problem, da Mütter, aufgrund von mangelnden gesundheitlichen Strukturen und Prüfungsverfahren, das Virus häufig an ihre Kinder übertragen.

Selbst wenn Kinder der Übertragung dieses Virus entkommen, werden viele von ihnen durch den Tod ihrer Eltern Waisen. 66.000 junge, togolesische Waisen sind von AIDS betroffen.

Kinder sind ebenfalls von anderen ernsthaften Krankheiten betroffen. Es fehlt an gesundheitlichen Strukturen und medizinischem Material. Zudem ist die Hygiene unzureichend und das Bewusstsein der Bevölkerung hierfür ist nicht weit verbreitet. Diese Faktoren lassen selbst harmlose Krankheiten zu gefährlichen Bedingungen für die Bevölkerung werden. Täglich sterben viele Kinder an Malaria, Atemwegsinfektionen, Lungenentzündung, Durchfall und Masern.

Kinder mit Behinderungen

LDie Lebensbedingungen für Personen mit Behinderungen sind entsetzlich in Togo. Kinder mit Behinderungen werden stark diskriminiert und haben dementsprechend nicht dieselben Möglichkeiten in den Bereichen wie Gesundheitsfürsorge, Bildung und Arbeit, wie andere Kinder.

Es mangelt an qualifiziertem Personal für die Versorgung dieser Kinder und es gibt keinerlei Rücksicht auf ihre Bedürfnisse im Alltag. Deshalb müssen sie häufig auf der Straße leben und betteln und werden von den Passanten ignoriert und verachtet.

In einigen Fällen ist es noch schlimmer: Kinder mit Behinderungen werden manchmal ihres Rechts zu leben beraubt, da Eltern ihrem Kind das Leben nehmen,, da es als Zeichen für Unglück oder ein schlechtes Omen gilt.

Genitalverstümmelung bei Mädchen

Die Genitalverstümmlung bei Mädchen wird noch immer in einigen Regionen in Togo durchgeführt. Diese Praxis wird unter unhygienischen und unsicheren Bedingungen durchgeführt, die oftmals ernsthafte Konsequenzen für die Gesundheit der jungen Mädchen haben. Infektionen, Blutungen und andere Probleme tauchen bei der Durchführung häufig auf.

Das Recht auf Bildung

Mehr als 20% der togolesischen Kinder besuchen keine Schule. Dennoch hat sich die Situation in den letzten Jahren verbessert, da kostenlose Bildung zugänglich ist. NGOs sehen nun die Resultate ihrer Bemühungen, in großen Massen Hilfeleistungen und Material zu besorgen. Jedoch bedarf es noch großen Bemühungen, um zu einem zufriedenstellenden Resultat zu kommen.

Schulgebäude sind in heruntergekommenen und bedauerlichen Zuständen. Eine Grundschulklasse besteht in der Regel aus 80 Kindern, die in ein altes Gebäude gezwängt werden. Einige junge Togolesen aus sehr armen ländlichen Familien können nicht immer eine Schule besuchen, da sie die sekundären Kosten, die durch den Schulbesuch entstehen würden, nicht zahlen können.

Kindesmissbrauch

Laut einer Studie von Enfants Ruraux [Kinder aus ländlichen Gegenden] hat eins von vier togolesischen Kindern harte physische Strafen erhalten, obwohl das togolesische Recht körperliche Strafen in allen Bereichen verbietet. Dies umfasst ebenfalls schulische, familiäre und gerichtliche Bereiche.

Gewalt und Missbrauch treten täglich in den Schulen auf. Lehrer zögern nicht, zu harten und grausamen Bestrafungen zu greifen, um sicherzustellen, dass die Schüler vollständig gehorchen.

Diese Strafen werden manchmal aus undenkbaren Gründen verteilt. Beispielsweise wird ein verletztes Kind, das keine physische Arbeit verrichten kann, geschlagen, da es nicht wirtschaftlich ausgenutzt werden kann.

Diese Praktiken stehen, ohne Frage, im Gegensatz zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes. Um dies zu beenden, muss Togo andere alternative Methoden finden, die nicht in Gewalt resultieren und diese Werte in die Praxis einfließen lassen.

Kinderarbeit

Leider müssen mehr als 30% der Kinder in Togo bereits in einem frühen Alter arbeiten. Junge Frauen und Mädchen übernehmen physische Arbeit. Viele dieser togolesischen Mädchen werden „Trägermädchen” genannt und werden ausgebeutet, indem sie Lasten von einem Marktstand zu einem anderen tragen. Die Arbeitsbedingungen sind schrecklich und die erforderliche Arbeit anstrengend.

Andere Mädchen arbeiten als Prostituierte, um für die Bedürfnisse ihrer Familie aufzukommen. Sie arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen und riskieren, an sexuell übertragbaren Krankheiten zu erkranken, ungewollt schwanger zu werden, physisch misshandelt oder schlecht behandelt zu werden. Im Normalfall können sie nicht aus dem Leben, in das sie gezwungen wurden, zurückkehren.

Andere Kinder arbeiten in landwirtschaftlichen Bereichen und auf Feldern. Sie sind ebenfalls Gefahren ausgeliefert: Krankheiten, Insekten- und Tierbisse sowie physischer Missbrauch.

Eine besonders besorgniserregende Tatsache ist, dass diese Arbeit, die fast an Sklaverei grenzt, in einigen Fällen auch im schulischen Kontext auftritt. Lehrer profitieren von der Arbeit ihrer Schüler und nutzen die Kinderarbeit für ihre eigenen ökonomischen Mittel.

Kinderehe

Fast Viertel aller Mädchen in Togo werden vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres gezwungen zu heiraten.

Zudem werden sie bereits in einem sehr jungen Alter für die zukünftige Ehe vorbereitet. Diese Ehen haben oft ernsthafte Konsequenzen für die Gesundheit der jungen Frauen, da sie nicht immer die Konsequenzen einer Ehe verstehen.

Das Recht auf Identität

Mehr als 20% der Geburten werden nicht offiziell bei den togolesischen Behörden gemeldet. Diese Kinder haben keine offizielle Identität und demnach auch keine Nationalität.

Diese Personen haben viele Schwierigkeiten in ihrem Leben, da die ihre Rechte nicht wahrnehmen können: Sie sind für die Gesellschaft unsichtbar.