Kinder in Estland

Durchsetzung von Kinderrechten in Estland

Estland hat bedeutende Fortschritte bei der Bekämpfung der Ausbeutung von Kindern, der Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung und der Stärkung des Bildungssystems erzielt. Viele Kinder wachsen jedoch weiterhin in Armut auf, kämpfen mit psychischen Gesundheitsproblemen, stoßen auf Bildungsbarrieren und erleben verschiedenste Formen von Diskriminierung. Oftmals fehlt es ihnen an angemessenem Schutz und sinnvollen Möglichkeiten, an Entscheidungen mitzuwirken, die ihr eigenes Leben betreffen. Wirtschaftliche Not hat insbesondere zu einer Zunahme von Kinderprostitution und sexueller Ausbeutung beigetragen. Dabei stellen Misshandlung und Menschenhandel weiterhin akute Probleme dar.

Population: 1,3 Millionen
Pop. ages 0-14:
16 %

Life expectancy: 79,5 Jahre
Under-5 mortality rate:
 2,2 ‰

Estland auf einen Blick

Estland liegt in Nordeuropa an der Ostküste der Ostsee und ist eine parlamentarische Republik. Seit 2004 ist das Land Mitglied der Europäischen Union und der NATO, 2011 führte Estland den Euro ein. Im Januar 2025 zählte Estland 1.369.285 Einwohner, wobei 70 % in städtischen Regionen und 30 % in ländlichen Gebieten wohnten (Statistics Estonia, 2025).

Das Durchschnittsalter liegt bei 42,8 Jahren (Worldometer, 2025). Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren machten im Dezember 2024 etwa 16 % der Bevölkerung aus – eine Zahl, die aufgrund von Geburtenraten unterhalb des Reproduktionsniveaus stetig sinkt (Trading Economics, 2025a). Dieser demografische Wandel führt zu einer alternden Gesellschaft und einem allmählichen Rückgang der Gesamtbevölkerung.

Estland ist international für seine fortschrittliche digitale Gesellschaft bekannt. Über 93 % der Bevölkerung haben Zugang zum Internet, und das Land legt großen Wert auf E-Governance sowie digitale öffentliche Dienste (DataReportal, 2025). Diese digitale Infrastruktur hat die Effizienz zentraler Angebote gesteigert und zugleich den Zugang zu Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheitsversorgung verbessert.

Status der Kinderrechte [1]

Estland setzt sich entschieden für den Schutz der Menschenrechte ein, insbesondere der Rechte von Kindern. Das Land ratifizierte 1991 die Kinderrechtskonvention (KRK) und erstattet dem UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes regelmäßig Bericht. Estland unterzeichnete ferner die beiden Fakultativprotokolle zur KRK und leitete 2024 den Ratifizierungsprozess für das dritte Fakultativprotokoll ein, das es Kindern ermöglichen würde, Beschwerden direkt beim Ausschuss einzureichen (OHCHR, 2024a).

Estland ist außerdem Vertragspartei aller zentralen Menschenrechtsverträge der Vereinten Nationen, darunter des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, der Antifolterkonvention, des Internationalen Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung und der Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau.

Auf regionaler Ebene ist Estland Mitglied des Europarats und hat wichtige Übereinkommen unterzeichnet, darunter die Europäische Menschenrechtskonvention, die revidierte Europäische Sozialcharta und die Istanbul-Konvention. Gemäß der estnischen Verfassung haben vom Parlament ratifizierte internationale Verträge Vorrang vor widersprüchlichen nationalen Gesetzen. Dadurch wird sichergestellt, dass internationale Verpflichtungen direkt und verbindlich in das nationale Rechtssystem eingebettet sind.

Erfüllung der Bedürfnisse von Kindern

Recht auf Schutz

Estland hat beachtliche Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor Ausbeutung und Missbrauch ergriffen. Die Behörden kämpfen aktiv gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung. Die im Jahr 2025 eingeführten Gesetzesreformen zielen darauf ab, die Identifizierung und Unterstützung schutzbedürftiger Kinder zu verbessern, die Zahl der Pflegefamilien zu erhöhen und die Koordinierung zwischen Gesundheits- und Sozialdiensten für Kinder mit besonderen Bedürfnissen zu verbessern.

Das neue Kinderschutzgesetz bekräftigt die Pflicht von Fachkräften, hilfsbedürftige Kinder zu melden, und erweitert die Unterstützung für Pflegschaft, Vormundschaft sowie Adoptivfamilien (OHCHR, 2024a; Riigikogu, 2025).

Auch das Barnahus-Modell wird seit 2017 in Estland ausgebaut. Dabei handelt es sich um einen Ansatz, der Schutzmechanismen, medizinische Versorgung und rechtliche Verfahren zentralisiert, um Kindern bessere Unterstützungsleistungen bieten zu können. Seit 2025 gibt es landesweit vier Barnahus-Zentren, die spezialisierte Dienste für sexuell missbrauchte Kinder sowie Kinder mit sexuell schädlichem Verhalten anbieten. Es ist geplant, das Angebot auf weitere Regionen und andere Formen von Gewalt auszuweiten, darunter körperliche und emotionale Misshandlung sowie Vernachlässigung (OHCHR, 2024a).

Obwohl Estlands Antidiskriminierungsgesetze internationalen Standards entsprechen, werden bestimmte Formen der Diskriminierung nach wie vor nicht ausreichend bekämpft. Kinder bestimmter Minderheitengruppen erhalten nach wie vor wenig Schutz oder Unterstützung bei der Wahrung und Ausübung ihrer kulturellen, sprachlichen und religiösen Identität. Dies ist besonders in jenen Schulen der Fall, in denen der politische Schwerpunkt auf Assimilation statt auf Multikulturalismus gelegt wird (Russische Schule Estlands, 2023).

Misshandlung und Heimunterbringung stellen weiterhin vorrangige Probleme dar. Trotz einer allmählichen Verlagerung hin zur Unterbringung in Pflegefamilien wird eine beträchtliche Anzahl von Kindern weiterhin in staatlichen Einrichtungen untergebracht, die oft nicht über ausreichende Ressourcen und Fachpersonal verfügen. Kinder in diesen Institutionen sind einem höheren Risiko sozialer Ausgrenzung, Verhaltensauffälligkeiten und psychischer Probleme ausgesetzt.

Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes äußerte Bedenken hinsichtlich der Qualität der Unterstützung und betont, dass offenere, rehabilitative Betreuungsmöglichkeiten anstelle von geschlossenen Einrichtungen erforderlich sind (Ausschuss für die Rechte des Kindes, 2024; OHCHR, 2024b).

Der Ausschuss hob ferner hervor, dass viele Pflegeeltern in Estland nicht hinreichend für den Umgang mit den komplexen Bedürfnissen traumatisierter Kinder ausgebildet sind. Das kann sowohl zu einer eingeschränkten Betreuungsqualität als auch zu einem mangelnden Wohlbefinden der Kinder führen. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass finanzielle Anreize in bestimmten Fällen die Entscheidung zur Aufnahme eines Pflegekindes dominieren, was Fragen zur Angemessenheit der Beweggründe und zur Einhaltung von Betreuungsstandards aufwirft (Ausschuss für die Rechte des Kindes, 2024; OHCHR, 2024a).

In jüngsten Berichten wird die Notwendigkeit einer besseren Aufsicht, einer kontinuierlichen Schulung von Pflegeeltern sowie stärkerer psychosozialer Unterstützungssysteme betont, um ein sicheres und förderliches Umfeld für Kinder sowohl in familiärer als auch in institutioneller Betreuung zu gewährleisten (Eurochild, 2025a).

Der Übergang von der institutionellen zur familien- und gemeinschaftsorientierten Betreuung ist ein erklärtes politisches Ziel. Dennoch bestehen weiterhin Herausforderungen bei der Umsetzung, und das Risiko von Misshandlung oder Vernachlässigung besteht nach wie vor für einige der am stärksten gefährdeten Kinder in Estland (Eurochild, 2024).

Recht auf Bildung

In Estland ist die Schulbildung für Kinder im Alter von sieben bis 17 Jahren kostenlos und verpflichtend. Durch aktuelle Reformen wurde diese Altersgrenze auf 18 Jahre angehoben, um die Abbruchquote zu senken und den Zugang zu höheren Sekundarschulabschlüssen sowie Berufsqualifikationen zu steigern (Eurydice, 2024; The Baltic Times, 2024). Die meisten Kinder absolvieren eine neunjährige Grundausbildung, gefolgt von optionaler weiterführender Ausbildung.

Die Teilnahme an frühkindlicher Bildung bleibt konstant. Im Jahr 2023 waren 37,8 % der Kinder unter drei Jahren – etwas mehr als der EU-Durchschnitt – in einer Kinderbetreuungseinrichtung angemeldet. Fast alle Kinder (92 %) im Alter von drei bis sieben Jahren nehmen in Estland an frühkindlicher Bildung teil. Nur wenige Prozentpunkte fehlen noch, um das EU-Ziel für 2030 von 96 % zu erreichen.

Obwohl das estnische Gesetz über vorschulische Kinderbetreuungseinrichtungen das Recht auf Vorschulbildung ab einem Alter von 18 Monaten garantiert, ist der Zugang nach wie vor ungleich – insbesondere in schnell wachsenden städtischen Gebieten, wo die Nachfrage das Angebot übersteigt. Im Jahr 2023 besuchten über 68.000 Kinder 560 überwiegend öffentliche Vorschulen.

Dennoch haben viele Gemeinden weiterhin Schwierigkeiten, eine ausreichende Versorgung im Vorschulangebot sicherzustellen. Die Finanzierung durch die Europäische Union hat zwar zur Ausweitung der frühkindlichen Bildungsangebote beigetragen, dennoch bestehen weiterhin Lücken (Europäische Kommission, 2024a).

2024 begann Estland, die gesamte allgemeine Bildung auf die estnische Sprache umzustellen, wobei die vollständige Umsetzung bis 2030 geplant ist. Die Reform, die die Integration fördern soll, hat Bedenken hinsichtlich der Rechte von Minderheitengruppen geweckt – primär von russischsprachigen Schülern, die oft schlechtere schulische Leistungen erbringen (Education Estonia, 2024; Russian School of Estonia, 2023).

Die Regierung argumentiert, dass die Sprachreform darauf abziele, allen Kindern in Estland unabhängig von ihrem Hintergrund gleiche Chancen auf Bildung und schulische Ergebnisse zu gewähren. Die Behörden betonen, dass Schüler an Schulen mit estnischsprachigem Unterricht durchweg bessere Leistungen erzielen, während Schüler russischsprachiger Schulen laut PISA-Ergebnissen in der Regel etwa ein Schuljahr hinterherhinken.

Die Regierung betont zudem die Bedeutung der Förderung des sozialen Zusammenhalts, der Verringerung der Abgrenzung durch unterschiedliche Bildungssysteme und die Sicherstellung eines gleichberechtigten Zugangs zu Weiterbildung und zum Arbeitsmarkt für alle Schüler. Ziel ist es, ein einheitliches Bildungssystem zu schaffen, das die nationale Identität Estlands und die soziale Integration stärkt (Antelme, 2025; Education Estonia, 2024; Wright & Antelme, 2024).

Es werden Unterstützungsmaßnahmen umgesetzt, darunter umfangreiche Finanzmittel für die Lehrausbildung (sowohl Erstausbildung als auch Fortbildung), Ressourcen zum Erwerb der erforderlichen estnischen Sprachkenntnisse, zusätzlicher Sprachunterricht für Schüler und spezielle Programme für neu zugezogene Kinder und Jugendliche, um sowohl Schülern als auch Lehrern die Anpassung an das neue System zu erleichtern.

Schulen werden ermutigt, flexible Lehrpläne zu entwickeln. Dazu gehören beispielsweise ein Fokus auf die Entwicklung der estnischen Sprache in der ersten Hälfte des Schuljahres und die Bereitstellung individueller Unterstützung für Schüler basierend auf ihren persönlichen Sprachkenntnissen (Antelme, 2024; Eurydice, 2025).

Sozioökonomische und geografische Ungleichheiten behindern jedoch weiterhin den Zugang zu hochwertiger Bildung und digitaler Infrastruktur, insbesondere in ländlichen Gebieten (Europäische Kommission, 2024a). Jährlich schaffen es rund 600 Grundschulabsolventen nicht, ihre Ausbildung fortzusetzen, und ähnlich viele brechen im ersten Jahr der Oberstufe ab (Ministerium für Bildung und Forschung, 2024).

Umfassende Anti-Mobbing-Programme wie KiVa wurden in vielen Schulen eingeführt und haben bei konsequenter Umsetzung vielversprechende Ergebnisse bei der Senkung der Mobbing-Raten erzielt. Besonders städtische Schulen in Tallinn weisen bessere Ergebnisse vor als jene, die solche Programme nicht umsetzen. Cybermobbing und sexuelle Belästigung erfordern jedoch weiterhin mehr Aufmerksamkeit (Tallinn, 2025).

Recht auf Gesundheit

Armut trägt zu Unterernährung bei und zwingt Kinder in einigen extremen Fällen zu illegaler Arbeit, oder sie werden Opfer von Ausbeutung. Als Reaktion darauf bietet die Regierung in vielen kommunalen Schulen kostenlose Schulmahlzeiten an und arbeitet daran, deren Nährwert zu verbessern (Eurochild, 2024).

Im Jahr 2025 wurden neue Vorschriften für Schulmahlzeiten sowie nationale Ernährungsrichtlinien eingeführt, die einen höheren Verzehr von Obst, Gemüse, Beeren, Fisch und pflanzlichen Lebensmitteln fördern. So möchte das Land schlechter Ernährung und zunehmender Fettleibigkeit bei Kindern entgegenwirken (ERR News, 2025a).

Dennoch erfüllt nur jedes sechste Kind die Empfehlungen für tägliche körperliche Aktivität, und weniger als die Hälfte isst täglich Obst und Gemüse (Europäische Kommission, 2023). Das Programm „Farm-to-School“, das die Verwendung von regionalen und biologischen Lebensmittel in Schulmahlzeiten fördert, wurde 2024 ins Leben gerufen und soll sowohl Kindern als auch Bauern zugutekommen.

Psychische Gesundheitsprobleme nehmen unter Kindern und Jugendlichen zu. Es wird vermehrt anerkannt, dass Kinder und Jugendliche in Estland Unterstützung benötigen, insbesondere angesichts eines deutlichen Anstiegs psychischer Probleme wie Angststörungen, Depressionen, Suizidgedanken und Verhaltensauffälligkeiten. In den letzten vier Jahren stieg die Zahl der offiziell als „hilfsbedürftig“ eingestuften Kinder um 28 % – von 3.052 im Jahr 2020 auf 3.903 im Jahr 2024 (Vahter, 2025).

Die Situation ist besonders kritisch unter 15- bis 17-Jährigen, bei denen die Zahl der bedürftigen Kinder um alarmierende 50 % gestiegen ist. Im Jahr 2024 lag die Zahl bei 510 Jugendlichen. Jungen machen 55 % aller gemeldeten Fälle aus (2.142), die häufiger risikoreiches Verhalten zeigen und öfter an Fachstellen verwiesen werden. Geografisch gesehen ist die Belastung im Landkreis Harju mit 1.522 bedürftigen Kindern am höchsten, darunter 1.058 in Tallinn, der Hauptstadt Estlands. Der Landkreis Tartu folgt mit 582 Fällen, während kleinere Landkreise wie Jõgeva und Hiiu jeweils weniger als 150 Fälle meldeten (Vahter, 2025).

Die Diagnosen von psychischen und Verhaltensstörungen stiegen im Jahr 2024 um 4 %, wobei bei Kindern unter 15 Jahren ein Anstieg von 14 % zu verzeichnen war. Jungen in dieser Altersgruppe werden fast doppelt so häufig diagnostiziert, wobei Mädchen höhere Raten an Depressionen und Angstzuständen melden (ERR News, 2025b). Fast 30 % der Jugendlichen leiden unter wöchentlichen depressiven Symptomen, die häufig mit schulischem und familiärem Druck zusammenhängen (Tatomir, 2025).

Der Zugang zu psychologischen Dienstleistungen ist nach wie vor ungleichmäßig, insbesondere außerhalb der Großstädte. In Estland gibt es landesweit nur 18 Kinderpsychiater, und vielen Fachkräften im Bereich der psychischen Gesundheit fehlt eine spezielle Ausbildung, um suizidgefährdete Kinder zu unterstützen. Als Reaktion darauf wurde der Aktionsplan zur psychischen Gesundheit 2023–2026 etabliert, der eine Steigerung der Finanzmittel für psychologische Dienstleistungen in Estland zur Folge hatte (Litvinova, 2024).

Recht auf Wasser und sanitäre Einrichtungen

Die Lebensbedingungen von Kindern in Estland zeigen klar, dass Ungleichheiten weiter anhalten. Über 51.000 Kinder leben ohne fließendes Wasser, und mehr als 70.000 haben keine Toiletten in ihren Haushalten – Bedingungen, die in ländlichen und marginalisierten Gebieten besonders akut sind (OHCHR, 2024a). Diese Ungleichheiten wirken sich erheblich auf die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern aus und unterstreichen die dringende Notwendigkeit gezielter Maßnahmen.

Trotz der rechtlichen und internationalen Verpflichtungen Estlands, einschließlich jener aus der Kinderrechtskonvention, haben viele Kinder immer noch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und angemessenen sanitären Einrichtungen – ein Umstand, der ihr Recht auf einen angemessenen Lebensstandard maßgeblich beeinträchtigt. Lücken in der Infrastruktur und der Bereitstellung von Dienstleistungen führen dazu, dass viele Kinder, besonders in abgelegenen und benachteiligten Gebieten, dieses Recht nicht in vollem Umfang wahrnehmen können.

Recht auf Freiheit und Teilhabe

Estland hat mehrere Mechanismen eingeführt, um die Meinungsfreiheit und Mitwirkungsmöglichkeiten von Kindern zu fördern, darunter Jugendräte und das Wahlrecht bei Kommunalwahlen ab 16 Jahren (Eurochild, 2025b). Diese Initiativen sollen Kinder dazu befähigen, ihre Meinung zu äußern und sich sinnvoll in öffentliche Angelegenheiten und die regionale Verwaltung einzubringen.

Trotz dieser gesetzlichen Bestimmungen bleibt die tatsächliche Ausübung dieser Freiheiten durch Kinder – sei es in der Familie, in der Schule oder in der Gesellschaft insgesamt – jedoch weiterhin beschränkt. Reale Hindernisse, darunter tief verankerte soziale Normen, institutionelle Beschränkungen und kulturelle Einstellungen, behindern weiterhin die Möglichkeiten von Kindern, ihre Freiheiten uneingeschränkt auszuüben. Das ist insbesondere bei schutzbedürftigen Gruppen der Fall, wie bei Pflegekindern oder Kindern mit Migrationshintergrund.

Als Reaktion darauf unternimmt Estland Anstrengungen, um die Beteiligung von Kindern und die Meinungsfreiheit im Einklang mit seinen internationalen Verpflichtungen zu stärken. Zu den Maßnahmen gehören die Einrichtung von Beiräten, erweiterte Beratungsmöglichkeiten und die Förderung kinderfreundlicher Informations- und Kommunikationskanäle. Darüber hinaus wurden im Jahr 2025 neue Leitlinien und digitale Plattformen eingeführt, um den Zugang zu Dienstleistungen zu erleichtern und sicherzustellen, dass die Stimmen von Kindern in politischen Entscheidungsprozessen wirksam Gehör finden (OHCHR, 2024a; Sotsiaalkindlustusamet, 2025).

Risikofaktoren – Länderspezifische Herausforderungen 

Gewalt gegenüber Kindern

Estland weist eine der höchsten Raten von Kindern in der gesamten EU vor, die Mobbing erleben. Dieses Mobbing findet in Schulen und im Internet statt (OHCHR, 2024a). Körperliches, emotionales, verbales und soziales Mobbing (Ausgrenzung und Verbreitung von Gerüchten) sind die Hauptarten, wobei verbale Mobbingformen besonders unter älteren Schülern verbreitet sind (Kõiv & Štenclová, 2024). Jeder Vierte ist davon betroffen, wobei Schüler russischsprachiger Schulen und Jungen häufiger Opfer werden (Europäische Kommission, 2024a).

Das Land ist auch innerhalb der Europäischen Union hinsichtlich der Gefährdung von Jugendlichen durch Online-Missbrauch führend. Laut Eurostat sind 69 % der estnischen Jugendlichen (im Alter von 16 bis 29 Jahren) mit feindseligen Online-Inhalten konfrontiert worden – die höchste Quote in Europa (Moldovan, 2024).

Darüber hinaus ist Estland nach wie vor sowohl Herkunfts- als auch Transitland für Kinder, die Opfer von Menschenhandel sind und oft in andere EU-Staaten gebracht werden. Dieses Problem betrifft in erster Linie schutzbedürftige Kinder, insbesondere solche, die wirtschaftlich benachteiligt sind, in Heimen untergebracht werden oder aus marginalisierten Gruppen stammen (US-Außenministerium, 2024). Die wirtschaftlichen Ungleichheiten im Vergleich zum Durchschnitt der Europäischen Union und die Nähe Estlands zu wohlhabenderen Ländern erhöhen seine Anfälligkeit für Menschenhandelsnetzwerke.

Online-Plattformen haben dazu geführt, dass Menschenhandelsnetzwerke immer raffinierter werden. Als Reaktion darauf hat Estland strengere gesetzliche Strafen eingeführt, die Verfahren zur Identifizierung von Opfern verbessert und die Unterstützungsdienste erweitert. Unter anderem wurden kinderfreundliche Ermittlungsverfahren geschaffen, wie sie beispielsweise im Rahmen des Barnahus-Modells angeboten werden (OHCHR, 2024a).

Aufgrund der sozialen Stigmatisierung und der Tatsache, dass derartige Straftaten meist unbeobachtet stattfinden, bleiben viele Fälle ungemeldet, weshalb von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden muss (US-Außenministerium, 2023). Internationale Gremien fordern Estland weiterhin nachdrücklich auf, seine Strategien zur Prävention, zum Schutz und zur Strafverfolgung zu verstärken (OHCHR, 2024a). Jüngste Gesetzesreformen zielen darauf ab, die frühzeitige Erkennung von bedürftigen Kindern zu verbessern, die Unterstützung für Pflege- und Adoptivfamilien zu stärken und Gesundheits- sowie Sozialdienste für Kinder mit besonderen Bedürfnissen besser zu integrieren (OHCHR, 2024a; Riigikogu, 2025).

Kinderarmut

Jedes fünfte Kind in Estland lebt in Armut. Im Jahr 2024 erreichte die Armutsgefährdungsquote 20,2 %, wobei 18,3 % der Kinder im Jahr 2023 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht waren (Europe Data, 2024; Trading Economics, 2025b). Alleinerziehende Haushalte und Familien mit drei oder mehr Kindern sind besonders gefährdet, wobei die Benachteiligung im Jahr 2024 deutlich zunahm. 25,3 % der Alleinerziehenden-Haushalte waren von materieller Benachteiligung betroffen, einem Anstieg von 34 % gegenüber dem Vorjahr (Postimees, 2024; Statistics Estonia, 2024).

Die regionalen Unterschiede sind stark ausgeprägt. Im Landkreis Ida-Viru lag die Armutsquote bei 35 % und war damit mehr als doppelt so hoch wie im Landkreis Harju (15,5 %) (Europe Data, 2024). Kinder, die in ländlichen oder abgelegenen Gebieten leben, haben weniger Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und wachsen mit größerer Wahrscheinlichkeit in Armut auf als ihre Altersgenossen in den Städten.

Der estnische Aktionsplan zur Förderung der Rechte und Teilhabe aller Kinder zielt darauf ab, der Kinderarmut im Land entgegenzuwirken. Der Plan umfasst integrierte Sozial- und Gesundheitsdienste, breitgefächerte Familienleistungen und gezielte Unterstützung für schutzbedürftige Gruppen (Europäische Kommission, 2024b).

Diskriminierung und Kinder aus Minderheitengruppen

Diskriminierung behindert weiterhin die vollständige Verwirklichung der Kinderrechte in Estland, vor allem unter russischsprachigen Kindern und anderen Minderheitengruppen. Insbesondere sprachliche Anforderungen in Bildungssystemen sowie im Beruf schränken Besserungschancen ein und verstärken den Kreislauf von Armut und sozialer Ausgrenzung.

Die Vorrangstellung der estnischen Sprache in Schulen und am Arbeitsplatz schränkt den Zugang zu hochwertiger Bildung und Beschäftigung für russischsprachige und andere Minderheitenkinder ein und fördert so soziale und wirtschaftliche Marginalisierung. Kinder aus Minderheiten erfahren in Bildungseinrichtungen und öffentlichen Räumen auch Stereotypisierung, Mobbing oder Ausgrenzung – ein Umstand, der ihr Zugehörigkeitsgefühl und ihre persönliche Identität untergräbt.

Im Jahr 2023 verabschiedete Estland ein Gesetz, wonach die gesamte (Vor-)Schulbildung auf Estnisch erfolgen muss. Dadurch wurden die Möglichkeiten für den Unterricht in Minderheitensprachen wie Russisch effektiv eingeschränkt (OHCHR, 2023).

Während die Grundrechte auf Bildung und der Schutz für alle Kinder gewahrt werden, wurden Bedenken hinsichtlich der Wahrung der kulturellen Identität und des Rechts auf muttersprachliche Bildung für Kinder aus Minderheiten geäußert. Trotz der Bemühungen Estlands, seine Antidiskriminierungsgesetze zu verschärfen, garantieren die bestehenden rechtlichen Schutzmaßnahmen immer noch keine Gleichbehandlung aller Minderheiten in verschiedenen Lebensbereichen (Grossthal, o. D.).

2024 begann Estland, die gesamte allgemeine Bildung auf ausschließlich estnischen Unterricht umzustellen, wobei die vollständige Umsetzung bis 2030 vollzogen werden soll (Antelme, 2024). Während die Reform die Integration fördern soll, argumentieren Kritiker, dass dies zu einer erzwungenen Assimilation führen könnte.

Die Schließung russischsprachiger Schulen und das begrenzte Angebot an zweisprachigen Bildungsmöglichkeiten haben die Trennung verstärkt und zu einer Binnenmigration innerhalb der Minderheitengemeinschaften geführt (Russische Schule Estlands, 2023). Darüber hinaus schneiden russischsprachige Schüler in der Schule oft schlechter ab (Education Estonia, 2024).

Internationale Gremien, darunter auch Experten der Vereinten Nationen, wiesen darauf hin, dass die Umstellung auf ausschließlich estnischsprachigen Unterricht in der frühkindlichen sowie der allgemeinen Bildung gegen die Menschenrechtsstandards zum Schutz der sprachlichen und kulturellen Rechte von Kindern aus Minderheiten verstoßen könnte. Die Umsetzung des Gesetzes hat zur Schließung mehrerer Minderheitensprachschulen geführt und eine öffentliche Debatte ausgelöst.

Hier argumentieren Kritiker ferner, dass Kinder aus sprachlichen Minderheiten sowohl akademisch als auch sozial benachteiligt werden könnten, wenn sie gezwungen werden, sich an eine neue Unterrichtssprache anzupassen. Die estnische Regierung behauptet, dass diese Politik darauf abziele, Einheit und soziale Integration zu fördern. Dennoch steht sie weiterhin im Dialog mit internationalen Partnern, um ein Gleichgewicht zwischen Integration und dem Schutz der Rechte von Minderheiten zu finden (Hankewitz, 2023; OHCHR, 2023).

Selbstmord bei Kindern

Die Verbreitung von Selbstmordgedanken unter Jugendlichen in Estland ist besonders bedenklich. Im Jahr 2022 gaben 16,1 % der 15-jährigen Jungen und 33,6 % der Mädchen in diesem Alter an, im vergangenen Jahr derartige Gedanken gehabt zu haben. Laut einer Studie der Universität Tartu bedeutet dies, dass etwa jedes dritte 15-jährige Mädchen Selbstmordgedanken hatte – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem letzten Jahrzehnt. Mädchen berichteten auch häufiger über depressive Episoden: 60,2 % erlebten mindestens eine zweiwöchige depressive Phase, verglichen mit 29,2 % der Jungen (Saar, 2025).

Selbstmordgedanken und Depressionen haben bei Jugendlichen beiderlei Geschlechts zugenommen, und die Zahl der Selbstmorde unter Jugendlichen ist in den letzten Jahren gestiegen. Parallel dazu wurde der stärkste Anstieg bei psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen bei Kindern unter 15 Jahren beobachtet, wobei die Diagnosen im letzten Jahr deutlich zugenommen haben. Während Mädchen häufiger Selbstmordgedanken äußern, weisen Jungen unter 15 Jahren eine höhere Rate an diagnostizierten psychischen Störungen auf (ERR News, 2025b).

Als Reaktion darauf hat Estland im Jahr 2021 das Gesetz über psychische Gesundheit geändert, um Kindern den Zugang zu psychiatrischer Versorgung ohne elterliche Zustimmung zu ermöglichen. Ziel war es, die Hürden für diejenigen zu senken, die dringend Hilfe benötigen (OHCHR, 2024a).

Außerdem investiert das Land in verbesserte Ausbildungsprogramme für Fachkräfte im Bereich der psychischen Gesundheit und in systemweite Überprüfungen, um die Unterstützung für gefährdete Jugendliche und Menschen mit psychischen Krisen zu stärken. Experten weisen jedoch weiterhin auf Lücken hin, darunter eine unzureichende Fachausbildung zur Unterstützung suizidgefährdeter Jugendlicher und zur Berücksichtigung ihrer zugrunde liegenden Bedürfnisse (Litvinova, 2024).

Verfasst von Or Salama

Intern lektoriert von Aditi Partha 

Übersetzt von Melanie Morawetz

Korrektur gelesen von Marie Podewski

Zuletzt aktualisiert am 2. August 2025

Quellen:

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[1] Dieser Artikel erhebt keineswegs Anspruch, einen vollständigen oder repräsentativen Überblick über die Rechte von Kindern in Estland zu geben. Eine der vielen Herausforderungen besteht darin, dass es nur wenige aktuelle Informationen über estnische Kinder gibt, von denen viele unzuverlässig, nicht repräsentativ oder veraltet sind. Oftmals sind Informationen auch schlichtweg nicht vorhanden.