Die Kinder von Guinea

Die Kinder von Guinea

Kinderrechte in Guinea verwirklichen

Guinea, das auch Guinea-Conakry genannt wird, um es von Guinea Bissau zu unterscheiden, hat sich dafür eingesetzt, die Kinderrechte zu respektieren, zu verteidigen und zu fördern. Trotz seiner Versprechungen ist das Land mit diversen Problemen konfrontiert, die die volle Nutznießung der Rechte von Kindern in Guinea noch beeinträchtigen.

Carte_Guinee

Index der Realisierung von Kinderrechten:4,93/10
Schwarz Stufe:
sehr Schwierige Situation

Bevölkerung: 11,2 Millionen
Bev. 0-14 Jahren: 42,4 %

Lebenserwartung: 56,1 Jahre
Kindersterblichkeit: 61 ‰

 

Hauptprobleme der Kinder in Guinea

Armut

Mehr als 50% der Bevölkerung Guineas lebt unterhalb der Armutsgrenze. Diese Geißel betrifft eine große Mehrheit der Kinder und hat schwerwiegende Auswirkungen auf ihren Zugang zu gesunder Ernährung, ausreichend finanziellen Ressourcen, Gesundheitsleistungen, Bildung etc.

Das Recht auf Gesundheit

Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren ist in Guinea immer noch sehr beunruhigend. In der Tat sterben auf Grund von unzulänglicher Abwasserklärung, Mangel an Trinkwasser und nicht vorhandenen Gesundheitsleistungen in ländlichen Regionen jedes Jahr noch 142 von 1000 Kindern.

Recht auf Nahrung

Die Mangelernährung bleibt in Guinea ein schwerwiegendes Problem. 30% der Kinder leiden unter chronischer Mangelernährung.
Auf Grund von der in dem Land herrschenden Armut haben die Familien nicht die Mittel, sich angemessen zu ernähren. Eine ungeeignete Ernährung führt sehr oft zu Problemen hinsichtlich Gewicht und Wachstum.

Recht auf Bildung

Die primäre Schulbildung in Guinea dauert 6 Jahre. Außerdem existieren Kindergärten nur in städtischen Gebieten und sind im Allgemeinen privat. Das ist der Grund, dass nicht alle Kinder eingeschult werden. In der Tat schätzt man, dass nur 50% der Kinder in Guinea eine Schulausbildung erhalten.

Guinea hat im Hinblick auf Bildung wichtige Fortschritte gemacht, aber bei den Qualitätsvorgaben gibt es noch wirkliche Probleme In der Tat ist die Qualität des Unterrichts nicht sehr gut und die Verantwortung für die Kinder und der Umgang mit ihnen lässt zu wünschen übrig.

Genitalverstümmelung

Die Praxis der weiblichen Beschneidung existiert noch in einigen Regionen Guineas. Unsicherheit und der Mangel an Hygiene, unter denen die Beschneidungen vorgenommen werden, haben gravierende Konsequenzen für die Gesundheit der jungen Mädchen. Häufig sind Infektionen, Blutungen und andere Probleme die Folgen dieses Eingriffs.

Kinderheirat

Die Verheiratung von jungen Mädchen ist in Guinea immer noch gängige Praxis. Die Hälfte der Mädchen werden verheiratet, bevor sie 18 Jahre sind. Viele dieser Hochzeiten werden ohne Zustimmung der Mädchen arrangiert.
Die frühzeitige Verheiratung der Mädchen hat negative Konsequenzen für ihre Gesundheit, ihre Entwicklung und das vollständige Ausüben ihrer Rechte. Wenn sie als Heranwachsende heiraten, werden die jungen Mädchen in ihren sozialen Interaktionen eingeschränkt, denn sie brechen die Schule ab. Außerdem riskieren sie eine vorzeitige Schwangerschaft, die sich für ihre Gesundheit und die ihres Kindes als gefährlich erweisen kann.

Kinderarbeit

Man schätzt, dass 73% der Kinder in Guinea einer professionellen Tätigkeit nachgehen, auch wenn sie das Mindestalter für eine Anstellung noch nicht erreicht haben; 61% arbeiten als Hausangestellte. Auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Situation sind die Familien gezwungen, ihre Kinder arbeiten zu schicken.

Nicht eingeschulte Kinder leben unter sehr harten Bedingungen: Lange Arbeitsstunden, geringes Gehalt, keine Verköstigung etc. Darüber hinaus setzen sie sich den Risiken von Prostitution, Diskriminierung, Misshandlung etc. aus.

Straßenkinder

In Conakry, der Hauptstadt von Guinea, ziehen die Kinder durch die Straßen und lassen sich oft in den Vertiefungen zwischen zwei Wohnblocks nieder, um dort auf dem Erdboden zu schlafen. Diese Kinder leben auf der Straße und als Konsequenz daraus werden ihre Rechte auf Unterkunft, Gesundheit, Bildung und eine gute Ernährung mit Füßen getreten.
Die Bedingungen ihres Lebens auf der Straße haben auf die Kinder im Hinblick auf ihre physische, psycho-soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung einen negativen Einfluss.

Kinderhandel

Der Handel mit Kindern ist ein bekanntes Problem in Guinea. So sind sie im Allgemeinen als Hausangestellte beschäftigt, werden gezwungen, auf den Feldern zu arbeiten, genötigt, Produkte auf dem Markt oder auf der Straße zu verkaufen etc. Ebenso kommt es vor, dass die Kinder Opfer des Handels zur Prostitution oder der sexuellen Ausbeutung werden.
Außerdem sind Kinder in Guinea grenzüberschreitendem Handel unterworfen, d.h. dass sie recht häufig nach Mali, Sierra Leone und an die Elfenbeinküste geschickt werden, um dort zu arbeiten und ausgebeutet zu werden.