Kinder auf Kap Verde

Kinder auf Kap Verde

Die Verwirklichung der Kinderrecht auf Kap Verde

Trotz Problemen in der Wirtschaft und der Entwicklung des Landes, scheint der Inselstaat Kap Verde, was die Kinderrechte betrifft, auf einem guten Weg zu sein. Dies gilt insbesondere für seine Bemühungen um die Bekämpfung der Armut.

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Index der Realisierung von Kinderrechten: 7,89/ 10
Orange Stufe: Wahrnehmbare Probleme

Bevölkerung: 531000
Bev. 0-14 Jahren: 35,2 %

Lebenserwartung: 75,1 Jahre
Kindersterblichkeit: 21 ‰

 

Haputprobleme der Kinder auf Kap Verde:

Armut

Armut ist nach wie vor das Hauptproblem für Kinder in Kap Verde. Die Situation wird verstärkt durch die wachsenden Unterschiede zwischen reichen und armen Regionen, Stadtkindern und denen, die auf dem Land aufwachsen, Jungen und Mädchen ebenso wie zwischen den zehn Inseln des Archipels.

Die Regierung stellt nicht genügend finanzielle Unterstützung für Familien bereit. Alleinerziehende Eltern sind davon besonders betroffen.

Weitere Probleme stellen die Ressourcenknappheit, schlechte Wohnbedingungen und das Nichtvorhandensein eines sozialen Schutzes sowie Schwierigkeiten beim Einfordern von Beiträgen zur Kinderbetreuung dar.

Bildung

Die Dauer der Schulpflicht ist nicht ausreichend. Zudem brechen viele Kinder bereits vorher die Schule ab, um arbeiten zu gehen, obwohl das illegal ist.

Viele Mädchen müssen ihre Schuldbildung aufgrund einer Schwangerschaft unterbrechen und kehren nach der Geburt ihres Kindes nicht mehr in die Schule zurück.

Die Qualität des Bildungswesens ist unzureichend. Es gibt kaum Schulmaterial und zu wenige Lehrer, von denen die meisten schlecht ausgebildet sind.

Hinzu kommt, dass viele Kinder keinen Zugang zu Krippen oder Kindergärten haben. Dies gilt vor allem für Kinder, die in armen Verhältnissen aufwachsen.

Diskriminierung

Die Verfassung von Kap Verde enthält kein Diskriminierungsverbot. Auch Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder einer Behinderung ist nicht gesetzlich untersagt. Diskriminierung von Frauen ist weit verbreitet und kann sich auch auf die Kinder auswirken.

Misshandlung

Körperliche Züchtigung ist sowohl zu Hause als auch in Schulen weit verbreitet. Die Polizei setzt physische Gewalt auch gegen verletzliche Gruppen wie Straßenkinder ein.

Der Bevölkerung von Kap Verde mangelt es an einem Bewusstsein für Disziplinierungsmaßnahmen, die die Würde des Kindes respektieren und mit dem Übereinkommen über die Rechte des Kindes konform sind.

Die Anzahl von Fällen sexueller Gewalt und Inzest sind angestiegen. Nur in den wenigsten Fällen werden Ermittlungen angestellt. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass aufgrund kultureller Tabus Straftaten nur selten zur Anzeige gebracht werden.

Das Gesundheitswesen

Trotz dem heutigen Stand der Entwicklungen im Gesundheitswesen, ist die Kindersterblichkeit in Kap Verde immer noch sehr hoch. Hauptursachen sind Durchfall, Atemwegserkrankungen, Mangelernährung und andere gesundheitliche Probleme.

Staatliche Sozialleistungen funktionieren im Allgemeinen nicht gut. Fast 20% der Bevölkerung leben nicht in angemessen Wohnverhältnissen, insbesondere was die Sanitäranlagen und den Zugang zu Trinkwasser betrifft. Besonders gravierend ist die Situation für Kinder, die in ländlichen Gebieten aufwachsen, wie etwa auf den Inseln, die weiter abgelegen sind.

Gesundheitsdienstleistungen im Bereich der sexuellen Gesundheit und Familienplanung sind kaum vorhanden – ebenso wenig wie prä- und postnatale Versorgung. In Kap Verde mangelt es zudem an Sexualerziehung, insbesondere was ungewollte Schwangerschaften, nichtmedizinische Abtreibungen, und sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV/AIDS betrifft.

Drogenabhängigkeit ist ein immer häufiger auftretendes Problem in Kap Verde, vor allem in den Innenstädten von Praia, Mindelo und Sal. Jugendliche sind dafür besonders anfällig, ebenso wie für Alkoholismus und Nikotinabhängigkeit.

Psychisch kranke Kinder und Jugendliche sind nur in den seltensten Fällen in Behandlung. Dies liegt vor allem am eingeschränkten Zugang zu psychischer Gesundheitsfürsorge, der in dem Inselstaat kaum Aufmerksamkeit gezollt wird.

Kinder mit Behinderungen

Die Situation von Kindern mit Behinderungen ist noch schlechter als die der anderen Kinder. Obwohl in Kap Verde Programme für diese Kinder ins Leben gerufen wurden, gibt es bislang keine speziellen Institutionen für behinderte Kinder. Ihnen ist es nicht gestattet, eine normale Schule zu besuchen.

Sexueller Missbrauch und Sklavenhandel mit Kindern

Noch immer ist Kap Verde ein Transitland für den Handel mit Mädchen, die sich prostituieren, um zu überleben. Aber auch Jungen werden sexuell ausgebeutet, vor allem auf der Insel Sal.

Es gibt weder Aufklärungs- oder Präventionsprogramme noch Stellen, die diese Kinder bei der Wiedereingliederung unterstützen.

Straßenkinder und Kinderarbeit

Aufgrund von Armut leben einige Kinder auf der Straße. Dies ist vor allem in den großen Stadtzentren der Fall. Viele arbeiten als Autowäscher oder Verkäufer. Diese Kinder sind oft ungeschützt und daher besonders anfällig für Missbrauch. Oft werden sie auch von Erwachsenen dazu gezwungen, Überfälle zu begehen.

Es wurden einige Programme in den Bereichen der Familienzusammenführung, Bildung und Wiedereingliederung auf den Weg gebracht, um diesen Kindern zu helfen. Die Programme sind allerdings nicht ausreichend.

Das Wohl des Kindes

Programme zum Schutz von Kindern stehen nicht genug im Einklang mit der Kinderrechtskonvention oder generell im besten Interesse der Kinder.
Die berufliche Aus- und Weiterbildung für Menschen, die mit Kindern arbeiten, ist, ebenso wie das Bewusstsein für die Rechte des Kindes, unzureichend.

Minderjährige im Justizsystem

Weder die Gerichte noch die Verwaltung in Kap Verde wenden die Kinderrechtskonvention an.
Darüber hinaus gibt es keine Stelle, bei der Kinder auf eine klare und kohärente Weise Beschwerden einreichen können.

Immer häufiger werden Jugendliche ab 16 Jahren in Gefängnissen für Erwachsene untergebracht. In der Regel sind sie nicht über ihre Rechte aufgeklärt und ihre Haftstrafen sind ihrem Status als Minderjährige nicht angemessen.
Die Haftanstalten sind generell überbelegt und verfügen nicht über spezielle Infrastrukturen für Minderjährige.

Umwelt

Der Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen gestaltet sich aufgrund der geographischen Gegebenheiten des Inselstaates schwierig. Das Land verfügt nicht über ausreichend natürliche Ressourcen. Erschwerend kommt hinzu, dass es insbesondere aufgrund von mehreren Dürren und Wüstenbildung nur wenige Trinkwasserquellen gibt.

Geburtenregister und das Recht auf Identität

Trotz gewisser Verbesserungen, werden viele Kinder nach ihrer Geburt nicht in ein Register eingetragen. Dies trifft vor allem auf isolierte und nur wenig bevölkerte Gebiete zu. Grund hierfür ist der komplizierte Registrierungsprozess. Des Weiteren sind die Eltern in der Regel nicht über die Notwendigkeit einer solchen Registrierung informiert.