Kinder in Sierra Leone

Kinder in Sierra Leone

Die Verwirklichung von Kinderrechten in Sierra Leone

Sierra Leone ist im letzten Jahrzehnt von einem blutigen Bürgerkrieg zerrüttet worden und versucht, aus der verlustreichen Abwärtsspirale hinauszukommen, in die es verwickelt worden ist. Die Kinderrechte, die oftmals verletzt wurden während des Krieges, haben es auch heute noch schwer, sich Geltung zu verschaffen.

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Index der Realisierung von Kinderrechten:
5,35 / 10
Schwarz Stufe:
sehr Schwierige Situation

Bevölkerung: 5,6 Millionen
Bev. 0-14 Jahren: 41,9 %

Lebenserwartung: 45,6 Jahre
Kindersterblichkeit: 87 ‰

Die größten Probleme, mit denen die Kinder in Sierra Leone konfrontiert sind:

Armut

Sierra Leone gehört zu den ärmsten Ländern der Welt mit einem Bevölkerungsanteil von 70 % unter der Armutsgrenze. Das Bruttoinlandsprodukt ist mehr als 100 mal kleiner als das von Italien. Solch eine wirtschaftliche Situation hat starke Auswirkungen auf die in der UN-Kinderrechtskonvention verbürgten Rechte.

Zugang zu Gesundheitsleistungen

Das Recht auf Gesundheitsleistungen ist besonders schwach und beklagenswert ausgeprägt. Die Sterblichkeitsrate bei Kindern ist die fünfthöchste der Welt und die Lebenserwartung ist extrem niedrig.

Große Hoffnungen ruhen jedoch auf der vor Kurzem erfolgten Verabschiedung von gewissen Strukturreformen, denen die Regierung Priorität einräumt. Demnach soll die Pflege für Schwangere und Kinder unter fünf Jahren kostenlos werden.

Gleichwohl ist das Gesundheitssystem noch weit davon entfernt, angemessen den Bedürfnissen der Bevölkerung nachzukommen.

Auch eine kleine Krankheit führt häufig zum Tod des Betroffenen, insbesondere bei Mangel an Vorsorge und Hygiene.

Außerdem befinden sich die Krankenhäuser in einem dramatischen Zustand, weil sie nicht einmal ein Minimum an medizinischer Qualität gewährleisten.

Genitalverstümmelung

Die weibliche Genitalverstümmelung existiert immer noch in bestimmten Regionen des Landes. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 30 % der jungen Frauen betroffen sind.

Die prekäre allgemeine Lage sowie der Hygienemangel führen oft zu schweren gesundheitlichen Nachteilen für die Frauen. Häufig begleiten den Eingriff Infektionen, Blutungen und andere Probleme.

Das Recht auf Bildung

Rund 30 % der Kinder gehen nicht zur Schule.

Der Zugang zu Schulen entwickelt sich schrittweise, nachdem in den Bürgerkriegsjahren viele Schulen geschlossen werden mussten.

Heutzutage bleibt es für bestimmte Kinder schwierig, zur Schule, zu gehen, besonders in den rückständigsten Regionen.

Das Unterrichtsmaterial ist abgenutzt, die Lehrer rar und meist nicht ausreichend qualifiziert. Zudem sehen sich viele Kinder gezwungen für ihren Unterhalt arbeiten zu gehen, was ihre Bildung erschwert.

Kindersoldaten

Die Konflikte in Sierra Leone haben erhebliche Auswirkungen für die kinder mit sich gebracht. So ist es zu Rekrutierungen von Kindern durch bewaffnete Gruppen gekommen. Diese Kinder sind in sehr jungem Alter von Kämpfern entführt worden und lebten in der Folge unter grauenvollen Bedingungen.

Viele junge Mädchen wurden vergewaltigt und danach aus ihrem Zuhause weggeholt. Junge Männer traten den bewaffneten Gruppen bei und wurden genötigt zu töten, um teilweise ganze Familien auszulöschen, dem Kommando ihres Anführers folgend.

Sie haben jahrelang nichts als Gewalt und Grausamkeiten erfahren und haben es schwer, einen normalen Lebensweg einzuschlagen. Gewisse Einrichtungen sind entstanden, um ihnen zu helfen. However, because they have known only violence and cruelty over the years, it is difficult for them to return to a normal life.

Kinderarbeit

Fast jedes zweite Kind in Sierra Leone muss arbeiten um der Familie auszuhelfen. Neben denen, die als Bedienstete arbeiten, werden Tausende von Kindern in extrem gefährlichen Bereichen wirtschaftlich ausgebeutet, was sie manchmal das Leben kostet.

So sind beispielsweise diejenigen Kinder, die in Minen oder der Landwirtschaft arbeiten, erschöpfenden und gefährlichen Bedingungen ausgesetzt. Wenn sie aus diesen Verhältnissen herauskommen, sind die Kinder ihr Leben lang gezeichnet durch die kräftezehrende Vergangenheit. Oft leiden sie an körperlichen und geistigen Beschwerden.

Gewalt und Kindesmisshandlung

Häusliche Gewalt ist in Sierra Leone noch weit verbreitet und betrifft insbesondere junge Mädchen. Sie werden in ihren Familien geschlagen, um nicht zu sagen misshandelt. Selten werden solche Vorfälle angezeigt, und wenn doch, kommen die meisten Ermittlungen zu keinem Ergebnis.

Gewalttätigkeiten gegenüber Kindern kommen nicht nur zuhause vor. Junge Mädchen werden von einigen ihrer Lehrer körperlich misshandelt.
Das sich daran anschließende Trauma ist sehr schwer. Schließt sich an einen derartigen Vorfall eine ungewollte Schwangerschaft an, so ist das Leben der oft relativ jungen Mädchen in Gefahr.

Kinderheirat

Eins von zwei Mädchen wird vor Erreichen des eigentlichen Heiratsalters von 18 Jahren verheiratet. Man bereitet sie außerdem schon sehr früh auf ihre zukünftige Rolle als Ehefrau vor. Jedoch, haben solche Eheschließungen oftmals schwere gesundheitliche Folgen für die Mädchen, die noch nicht verstehen, welche Folgen die Ehe mit sich bringt.

Das Persönlichkeitsrecht

Die Hälfte aller Geburten wird nicht offiziell gemeldet. Deswegen haben solche Kinder weder eine Identität, noch eine Staatsangehörigkeit.

Das bringt große Schwierigkeiten für die Betroffenen mit sich, weil sie ihre Rechte nicht nutzen können. Sie werden von der Gesellschaft wieUnsichtbare behandelt.