Kinder in Finnland

Kinderrechte in Finnland verwirklichen

Obwohl Finnland international für seine geringe Ungleichheit, hohe Beschäftigungsquote, sein effektives Bildungssystem und seinen insgesamt hohen Lebensstandard anerkannt ist, sind Kinder – insbesondere solche mit einem Minderheitenhintergrund – weiterhin signifikanten Hindernissen bei der Verwirklichung ihrer Rechte ausgesetzt. Herausforderungen wie Diskriminierung, Armut, Missbrauch und psychische Erkrankungen bestehen fort und untergraben das Wohlbefinden vieler Kinder.

Population: 5,6 million
Pop. ages 0-14:
16.6 %

Life expectancy: 82,78
Under-5 mortality rate:
 1.34 ‰

Finnland auf einen Blick

Finnland ist ein Land, das in Nordeuropa gelegen ist. Finnland ist eines der nördlichsten Länder der Welt. Es ist auch eines der geografisch abgelegensten Länder der Welt. Es bildet eine symbolische Nordgrenze zwischen West- und Osteuropa. Finnland erlangte am 6. Dezember 1917 Unabhängigkeit und ist offiziell zweisprachig mit Finnisch und Schwedisch als Amtssprachen. Fast neun Zehntel der Bevölkerung spricht Finnisch.

Finnland grenzt an Norwegen im Norden, an Russland im Osten, an den Finnischen Meerbusen im Süden, an den Bottnischen Meerbusen im Südwesten und an Schweden im Nordwesten. Zum Staatsgebiet gehören auch die autonomen Ålandinseln.

Der Norden des Landes hat ein raues Klima, weshalb die meisten Menschen im südlichen Teil Finnlands leben. Etwa ein Fünftel der Bevölkerung lebt in und um Helsinki, Finnlands größter Stadt (Britannica, 2025).

Status der Kinderrechte [1]

Nach seiner Unabhängigkeit trat Finnland 1955 den Vereinten Nationen bei (Britannica, 2025). Infolgedessen ratifizierte Finnland am 20. Juni 1991 die UN-Kinderrechtskonvention, am 10. April 2002 das Fakultativprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention betreffend die Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten und am 1. Juni 2002 das Fakultativprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention betreffend den Verkauf von Kindern, Kinderprostitution und Kinderpornografie (United Nations Human Rights Treaty Bodies, n.d.).

Finnland ratifizierte auch andere internationale Menschenrechtsinstrumente, nämlich den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte am 19. August 1975, den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte am 14. Juli 1970 und das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau am 4. Dezember 1975 (United Nations Human Rights Treaty Bodies, n.d.).

Finnland wurde am 1. Januar 1995 Mitglied der Europäischen Union (EU). Seitdem hat sich Finnland verpflichtet, die EU-Rechte der Kinder zu wahren, einschließlich der EU-Strategie über die Rechte des Kindes und der im Vertrag über die EU und bei der Europäischen Kommission verankerten Rechte der Kinder.

Die Bedürfnisse von Kindern in Finnland ansprechen

Recht auf Bildung

Das finnische Bildungssystem ist bekannt für eine hohe Qualität, Chancengleichheit und Innovation. Es bietet kostenlose Bildung von der frühen Kindheit bis zum Studium. Vor dem Schuleintritt können Eltern ihre Kinder in Kindertagesstätten oder Vorschulen anmelden, wo sie sich auf Freizeit und soziale Aktivitäten konzentrieren. Die Schulpflicht gilt laut Regierung für Kinder von sieben bis sechzehn Jahren. Laut Gesetz haben alle Kinder in dieser Zeit gleiche Bildungschancen (Info Finland, 2024).

Nach Abschluss der Grundschule haben die Schüler die Wahl zwischen einer allgemeinbildenden Ausbildung (Lukio) und einer Berufsausbildung (Ammattioppilaitos), die beide drei Jahre dauern. Diese Phase bereitet sie auf ein Hochschulstudium oder den Berufseinstieg vor und vermittelt ihnen die Fähigkeiten und Kenntnisse, die sie für ein erfolgreiches Studium oder eine erfolgreiche Karriere brauchen.

17 Universitäten und 27 Fachhochschulen bieten ein breites Spektrum an Hochschulprogrammen in Finnland an. Da das Studium größtenteils kostenlos ist, ist es für viele Menschen leicht zugänglich. Das finnische Bildungssystem legt Wert auf Chancengleichheit für alle Schüler, unabhängig von ihrem sozioökonomischen Hintergrund. Es ist darauf ausgerichtet, allen Kindern ein umfassendes und inklusives Lernumfeld zu bieten. Da Bildung über Steuern finanziert wird, bleibt sie für finnische Familien erschwinglich. Die Lehrkräfte in Finnland sind hochqualifizierte Fachkräfte mit oftmals Masterabschlüssen, und das finnische Bildungssystem gilt als eines der besten weltweit. (OCHR, n.d.; Future Policy, 2021).

Kinder profitieren von Spielzeit und Aktivitäten im Freien, was ihr Wohlbefinden fördert und im finnischen Bildungssystem Priorität hat. Die Verbesserung der Lernergebnisse wird diesem ganzheitlichen Ansatz zugeschrieben.

Das finnische Bildungssystem ist bekannt für seinen Fokus auf qualitativ hochwertigen Unterricht und die Förderung des Wohlbefindens der Schüler. Dieses Engagement für das Wohlbefinden und die Bildung der Kinder hat Finnland den Ruf eingebracht, eines der angesehensten Bildungsmodelle in Europa zu sein (World Economic Forum, 2025).

Recht auf Gesundheit

Das finnische Gesundheitssystem ist umfassend und inklusiv und bietet allen Menschen gleichen Zugang. Unabhängig vom Einkommen haben alle Einwohner Finnlands Anspruch auf eine bezahlbare öffentliche Gesundheitsversorgung. Diese wird von kommunalen Gesundheitszentren und Kreiskrankenhäusern erbracht. Jeder in Finnland sollte, unabhängig von Nationalität oder Aufenthaltsstatus, Zugang zu medizinischer Notfallversorgung haben. In der Praxis kann der Zugang für Kinder ohne Aufenthaltsstatus jedoch durch administrative Barrieren eingeschränkt sein. (Info Finland, 2025; Ministry of Social Affairs, n.d.).

Um in Finnland eine bezahlbare Gesundheitsversorgung zu erhalten, kann die Vorlage eines Anspruchsnachweises erforderlich sein, beispielsweise der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) oder eines Dokuments von Kela (Finnlands Sozialversicherungsinstitution). Versicherte der finnischen gesetzlichen Krankenversicherung erhalten möglicherweise auch eine Teilerstattung von Kela für Behandlungen in Privatkliniken. Würdevolle, qualitativ hochwertige Versorgung, Wahrung der Privatsphäre und transparente Kommunikation über Behandlungsoptionen sind somit Rechte, die Patienten in Finnland aktuell genießen (Kela Finland, 2025; EU Healthcare, 2024).

Recht auf Schutz

Durch eine Reihe von Grundrechten und Menschenrechten genießen Kinder in Finnland rechtlichen Schutz. Es ist die Pflicht einer öffentlichen Behörde, diese Rechte zu wahren und zu fördern (Human Rights Centre, n.d.). Das Recht auf Schutz ist sowohl in der finnischen Verfassung als auch im internationalen Menschenrecht fest verankert.

Die finnische Verfassung schützt zahlreiche Bürgerrechte, mitunter das Recht auf Gleichheit vor dem Gesetz, das Recht auf Leben, Meinungs- und Pressefreiheit, Religionsfreiheit, das Recht auf Privatsphäre und Bewegungsfreiheit. Sie schützt auch kulturelle Rechte, das bedeutet, dass jeder in Finnland das Recht hat, seine Muttersprache zu verwenden und in dieser Sprache unterrichtet zu werden. Darüber hinaus bietet die Verfassung Schutz vor Folter und unmenschlicher Behandlung und garantiert das Recht auf ein faires Verfahren.

Sie garantiert auch soziale Rechte, darunter den Zugang zu Wohnraum, Gesundheitsversorgung, Bildung, Kultur und sozialer Sicherheit für alle in Finnland lebenden Personen (USCIS Guide, n.d.).

Finnland legt großen Wert auf den Schutz der Kinderrechte und stellt sicher, dass jedes Kind geschützt und versorgt wird. Jedes Kind hat das Recht auf eine sichere und glückliche Kindheit. Ebenso haben alle Kinder das Recht, heranzuwachsen und ihre Ausbildung zu verfolgen sowie an Freizeitaktivitäten und an der Gesellschaft teilzunehmen (Lastensuojelu, 2022; Info Finland, 2025).

Mehrere Institutionen sind für die Gesetze zum Schutz von Kindern in Finnland zuständig. Das Ministerium für Soziales und Gesundheit ist für die Ausarbeitung von Gesetzen zum Schutz von Kindern und für die allgemeine Beratung von Diensten zur Unterstützung von Kindern verantwortlich. Darüber hinaus überwachen der Parlamentarische Ombudsmann (Eduskunnan oikeusasiamies) und der Ombudsmann für Kinder (lapsiasivaltuutettu) die Wahrung der Kinderrechte (Ministry of Social Affairs and Health, n.d.; Info Finland, 2025).

Risikofaktoren –> Landesspezifische Herausforderungen

Kindesmissbrauch

Trotz des kinderfreundlichen Umfelds, um das sich Finnland bemüht, sind Kinder weiterhin verschiedenen Formen von Missbrauch ausgesetzt. Es beginnt mit Mobbing und Cybermobbing, in den meisten Fällen beginnt es in der Schule. Beispielsweise waren 2025 8 Prozent der Kinder in Finnland von Cybermobbing betroffen (Cyberbullying Research Center, 2022).

Darüber hinaus sind Kinder körperlicher und sexueller Gewalt ausgesetzt. In einer Umfrage von 2019 gaben etwa 13 % der Mädchen und 8 % der Jungen an, von Erwachsenen, denen ihre Betreuung anvertraut war, körperlich misshandelt worden zu sein, was sich in Form von Schlagen, Schütteln und Stoßen äußerte.

Schwerwiegendere Formen der Gewalt, wie Treten oder Schlagen mit Gegenständen, waren seltener, wurden aber dennoch von etwa 3 % der Befragten berichtet. Außerdem gaben etwa 6 % der Mädchen und 2 % der Jungen an, sexuelle Handlungen mit Erwachsenen vorgenommen zu haben, darunter Berührungen, der Konsum von Pornografie oder Geschlechtsverkehr. In den meisten Fällen waren die Betroffenen über 14 Jahre alt, und Missbrauch innerhalb der Familie war selten (HUS, 2025).

2023 wurde festgestellt, dass sexueller Missbrauch und Ausbeutung in Finnland zunehmen. Tatsächlich wurden „2020 und 2021 insgesamt 2.660 bzw. 3.210 Fälle von sexuellen Übergriffen auf Kinder bei der Polizei gemeldet“ (Council of Europe, 2023). Dies inkludierte Fälle von sexuellem Missbrauch, schwerem sexuellem Missbrauch und schwerer Vergewaltigung. Darüber hinaus sind Kinder in Finnland auch von sexueller Belästigung betroffen.

Im Laufe der Jahrzehnte ist ein leichter Rückgang der Missbrauchsraten zu verzeichnen. Finnland hat zudem Reformen und Maßnahmen in seinem Wohlfahrtssystem umgesetzt, die den Rechten und der Sicherheit von Kindern Priorität einräumen und sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren (HUS, 2025; Oxford Academy, 2011; Council of Europe, 2023).

Kinderarmut

Obwohl Finnland üblicherweise niedrige Kinderarmutsquoten aufweist, haben aktuelle politische Änderungen ernsthafte Besorgnis ausgelöst. Kürzungen bei Kinderzuschüssen, Wohngeld und Arbeitslosengeld haben die finanzielle Notlage intensiviert und allein 2024 zu einem Anstieg von 17.000 Kindern in einkommensschwachen Haushalten geführt (Helsinki Times, 2025).

Seit 2023 sind gefährdete Familien von Kürzungen der Sozialleistungen betroffen, was sich wirtschaftlich auf sie auswirkt, insbesondere Alleinerziehende. Kinder in Haushalten mit einem Elternteil sind häufiger von Armut betroffen als Kinder in Familien mit zwei Elternteilen. Weitere Risikofaktoren sind Migrationshintergrund, große Familien und die Betreuung von Angehörigen mit Behinderungen. Finnlands Strategie, das Armutsrisiko für 100.000 Menschen bis 2030 zu senken – ein Drittel davon sind Kinder –, scheint angesichts dieser besorgniserregenden Indikatoren nun gefährdet (Helsinki Times, 2023; Euro Child, 2025).

Kinder mit Behinderungen

Im Einklang mit dem Wohlfahrtssystem in Finnland werden Kinder mit Behinderungen und ihre Familien unterstützt. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind in das Regelschulsystem integriert. Eine frühkindliche Bildung und Betreuung (ECEC) wurde eingerichtet, um die Chancengleichheit von Kindern zu fördern und sozialer Ausgrenzung vorzubeugen. Dementsprechend sind ECEC-Fachkräfte in die Schulen integriert (European Agency for Special Needs and Inclusive Education, 2020).

Auch heute noch bestehen Probleme, und Kinder mit Behinderungen stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Erstens bietet die finnische Gesetzgebung keinen spezifischen Schutz für Mädchen mit Behinderungen. Zweitens ist Mobbing nach wie vor ein weit verbreitetes Problem für Kinder mit Behinderungen. Drittens stoßen Kinder in der Schule auf Hindernisse, da die ihnen angebotenen Unterstützungsleistungen (z.B. Übersetzungen, Assistenzleistungen, Fördermaßnahmen, Inklusion im Regelschulsystem) begrenzt sind und nicht allen bedürftigen Kindern zur Verfügung stehen (European Parliament, 2013).

Diskriminierung

Kinder mit Minderheits- und Einwanderungshintergrund in Finnland sind weiterhin anhaltender Diskriminierung ausgesetzt, die sich in Hassverbrechen, verbalem Missbrauch und verschiedenen Formen der Belästigung äußert. Mädchen aus religiösen Minderheiten sind besonders betroffen und werden häufig aufdringlichen Befragungen und kulturellen Stereotypen ausgesetzt (OCHR, n.d.).

Laut mehreren Menschenrechtsorganisationen sind Schülerinnen und Schüler aus Minderheiten im Bildungssystem überproportional benachteiligt und laufen Gefahr, die Schule abzubrechen. Der eingeschränkte Zugang zu kulturell relevanten Lernmaterialien und muttersprachlichem Unterricht beeinträchtigt ihren schulischen Erfolg zusätzlich (OCHR, n.d.).

Obwohl Finnland einen Gleichstellungsrahmen für Schulen und öffentliche Einrichtungen eingeführt hat, ist deren Umsetzung regional uneinheitlich. Daher verpflichtet das Antidiskriminierungsgesetz jede Gemeinde, Schule und Bildungseinrichtung, umfassende Strategien zur Wahrung und Förderung der Chancengleichheit in allen Bereichen ihrer Arbeit zu entwickeln und deren Umsetzung zu überwachen (Info Finland, 2025; EU Commission, 2025).

Vertriebene Kinder

Unbegleitete Minderjährige sind besonders gefährdet und benötigen daher maßgeschneiderte Unterstützung, die Unterkunft, Schulbildung und psychologische Betreuung umfasst. Aufnahmeeinrichtungen – wie Wohngruppen oder spezialisierte Betreuungseinrichtungen – ermöglichen den meisten Kindern den Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und sozialen Diensten (Ministry of Social Affairs and Health, 2018). Obwohl Finnland minderjährigen Flüchtlingen und Asylsuchenden rechtlichen Schutz und grundlegende Dienstleistungen bietet, bestehen weiterhin Probleme.

Viele vertriebene Kinder, insbesondere jene über 16 Jahre, werden über lange Zeiträume festgesetzt – mitunter in Einrichtungen, die sie mit Erwachsenen teilen. Aufgrund strenger Asylbestimmungen droht zahlreichen Antragstellern die Ablehnung oder Abschiebung, bevor ihre Anträge vollständig geprüft werden.

Nach den jüngsten Änderungen des Ausländergesetzes, die im Mai 2025 in Kraft traten, hat Finnland die maximale Dauer für ausländische Staatsangehörige, einschließlich minderjähriger Migranten, verlängert. Darüber hinaus hat Finnland eine Regelung für den geordneten Aufenthalt unbegleiteter Minderjähriger im Alter von 15 bis 17 Jahren eingeführt. Obwohl diese Maßnahme offiziell nicht als Festsetzung gilt, schränkt sie deren Bewegungsfreiheit erheblich ein und kann ihr Recht auf Bildung beeinträchtigen (Info Finland, 2025; Finnish Immigration Service, 2025; Helsinki Times, 2025).

Rechte der Mädchen

Die Förderung der Rechte von Mädchen bleibt eine Priorität der finnischen Entwicklungspolitik. Finnlands kontinuierliche Bemühungen um Geschlechtergleichstellung haben dazu geführt, dass Mädchen an Autonomie gewonnen haben und einen besseren Zugang zu inklusiver und geschlechtersensibler Primar- und Sekundarbildung, zu Gesundheitsdiensten sowie zur Teilhabe an wirtschaftlichen Aktivitäten und Entscheidungsprozessen, die ihren Lebensunterhalt betreffen, erhalten (The Borgen Project, 2020).

Obwohl die Bemühungen der finnischen Regierung zu deutlichen Verbesserungen der Rechte von Mädchen geführt haben, sind Mädchen in Finnland weiterhin sexueller und körperlicher Gewalt ausgesetzt. Migrantinnen sind zudem überproportional betroffen, da sie zusätzlich Rassismus und Belästigungen erleben (Yle News, 2019).

Seitdem hat Finnland einen Aktionsplan für Geschlechtergleichstellung 2020–2023 und einen Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen 2022–2025 verabschiedet. Trotz dieser Reformen werden bestimmte Gruppen nicht ausreichend berücksichtigt, insbesondere Frauen mit Behinderungen, die ethnischen, sexuellen oder geschlechtlichen Minderheiten angehören (Views of Civil Society, 2025).

Suizid von Kindern

Schätzungsweise 90.000 Kinder unter 13 Jahren in Finnland leiden unter psychischen Problemen, darunter auch schwerwiegende Fälle wie Suizidgedanken. Faktoren wie elterlicher Stress, übermäßiger Konsum sozialer Medien und ein hektischer Lebensstil können das emotionale Wohlbefinden der Kinder beeinträchtigen (Yle News, 2018; The Borgen Project, 2021).

Obwohl die psychische Gesundheitsversorgung öffentlich finanziert und in die schulischen Gesundheitssysteme integriert ist, führt ein erheblicher Mangel an qualifizierten Therapeuten – insbesondere in Gebieten außerhalb der großen Ballungszentren – zu langen Wartezeiten für eine Behandlung. Finnlands Strategie für psychische Gesundheit 2020–2030 zielt darauf ab, diese Probleme durch die Förderung frühzeitiger Interventionen, die Verbesserung der Kenntnisse über psychische Gesundheit und die Stärkung einer inklusiven Versorgung anzugehen (Ministry of Social Affairs and Health, n.d.; Finnish Institute for Health and Welfare, 2024).

Kinder und Süchte

In Finnland wirkt sich Alkoholmissbrauch sowohl direkt – durch frühe Exposition – als auch indirekt über die Substanzabhängigkeit der Eltern auf Kinder aus. Etwa 89.000 Minderjährige oder 8,7 % der Kinder, haben mindestens einen leiblichen Elternteil, der mit einem schweren Substanzmissbrauchsproblem, vorwiegend im Zusammenhang mit Alkohol, zu kämpfen hat (Nordic Alcohol and Drug Policy Network, 2024; Finnish Institute for Health and Welfare, 2024).

Jugendliche in Finnland konsumieren Alkohol in einem Ausmaß, das den europäischen Durchschnitt überschreitet, oft mit dem speziellen Ziel, sich zu betrinken. Besorgniserregend ist, dass viele Teenager die gesundheitlichen Folgen von exzessivem Alkoholkonsum offenbar unterschätzen. Obwohl Finnland Präventionsmaßnahmen wie Familientherapie und schulbasierte Programme eingeführt hat, bleiben zahlreiche Kinder von den Sozialdiensten unerkannt, insbesondere in Familien, in denen Substanzmissbrauch ebenfalls verschwiegen wird.

Umweltprobleme

Treibhausgasemissionen stellen in Finnland weiterhin eine große Herausforderung für die Umwelt dar, wobei die Nutzung von Torf und Kohle nach wie vor maßgeblich dazu beiträgt. Diese Umweltbelastungen beeinträchtigen die Gesundheit, Entwicklung und das langfristige Wohlbefinden von Kindern. Luftverschmutzung – verursacht durch Stadtverkehr und Energieerzeugung – ist nach wie vor ein Problem, und selbst geringe Belastungen können die kognitiven Funktionen und schulischen Leistungen von Kindern beeinträchtigen (Child Rights International Network, 2023; USCIS Guide, n.d.). Finnland hat sich nun das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen, unterstützt durch signifikante Investitionen in erneuerbare Energien und Kernenergiequellen (World Economic Forum, 2023).

Geschrieben von Moïra Phuöng Van de Poël

Übersetzt von Kathrin Lukas

Korrektur gelesen von Beate Dessewffy

Letzte Aktualisierung am 31. Juli 2025

Quellen:

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[1] Dieser Artikel erhebt keinesfalls den Anspruch, eine vollständige oder repräsentative Darstellung der Kinderrechte in Finnland zu geben; in der Tat besteht eine der vielen Herausforderungen in der geringen Verfügbarkeit aktueller Informationen über finnische Kinder, von denen viele unzuverlässig, nicht repräsentativ, veraltet oder nicht vorhanden sind.