Kinder aus Burkina Faso

Kinder aus Burkina Faso

Kinderrechte der Kinder aus Burkina Faso umsetzen

Burkina Faso ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Die Lage der Kinderrechte ist dort gravierend. Trotz der Anwesenheit einer großen Anzahl von Nichtregierungsorganisationen und trotz der jüngsten Bemühungen der Regierung bezüglich dieses Problems ist noch lange nicht sichergestellt, dass die Prinzipien der Kinderrechtskonvention respektiert werden.

 carte_burkina faso

Index der Realisierung von Kinderrechten:
5,29 / 10
Schwarz Stufe:
sehr Schwierige Situation

Bevölkerung: 17,8 M.
Bev. 0-14 Jahren: 46 %

Lebenserwartung: 56,3 Jahre
Kindersterblichkeit: 61 ‰

Wesentliche Probleme, denen Kinder in Burkina Faso gegenüberstehen:

Armut

Fast die Hälfte der Bevölkerung Burkina Fasos lebt unterhalb der Armutsgrenze. Burkina Faso ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt und die hohe Arbeitslosenquote verschlimmert die Armut der Bewohner immer weiter. Diese Situation ist besonders schlimm für die Kinder des Landes: Sie leiden unter Unterernährung, Kinderarbeit, Krankheiten und anderen Gefahren und müssen täglich um ihr Überleben kämpfen.

Recht auf Gesundheit

Die Kindersterblichkeit ist in Burkina Faso extrem hoch und die Lebenserwartung besonders niedrig.

Die Entbindung von Kindern ist für Frauen in Burkina Faso besonders riskant. Es kommt sehr häufig vor, dass sie Zuhause gebären müssen ohne medizinische Hilfe und an Orten ohne Sauberkeit und Hygiene. Zudem haben über 15% der Neugeborenen ein zu geringes Gewicht bei der Geburt.

Das Fehlen von Hygiene, Infrastruktur, medizinischen Mitteln und qualifiziertem Personal sorgt dafür, dass sich Krankheiten und Epidemien in Burkina Faso schnell verbreiten. Trotz einer Impfkampagne, die vor kurzem von der Regierung durchgeführt wurde, wird Hirnhautentzündung (Meningitis) weiterhin übertragen und an ihr sterben weiterhin Kinder. Andere, zum Teil ernste Krankheiten sind ebenfalls sehr verbreitet: z. B. Durchfallerkrankungen und Kinderlähmung. Hinzu kommt eine starke Verbreitung von HIV, die viele Kinder bereits früh zu Waisen macht.

Das Recht auf Wasser

Die geografische Lage Burkina Fasos ist nicht besonders günstig für eine flächendeckende und ausreichende Versorgung mit Trinkwasser. Zahlreiche Kinder, ganz besonders jene in ländlichen Gebieten, haben keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Konsequenzen sind folgenschwer: Die Gesundheit der Kinder ist stark betroffen, sie leidet unter den schlechten hygienischen Bedingungen.

Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen vor Ort versuchen, den Zugang zu Trinkwasser zu gewähren, doch können sie das nicht flächendeckend schaffen. Daher haben einige Dorfbewohner erhebliche Probleme, Zugang zu sauberem Trinkwasser zu erhalten.

Das Recht auf Bildung

Nach einer Umfrage, die von 2005 bis 2009 durchgeführt wurde, gehen 45% der Kinder Burkina Fasos nicht zur Schule. Man muss aber betonen, dass das Land sich im letzten Jahrzehnt sehr bemüht hat, die Bildungslage zu verbessern. Der Fortschritt ist bemerkenswert, vor allem was die Geschlechtergleichheit in den Schulen betrifft.

Dennoch ist das Bildungssystem genau wie das Material, welches Schulkindern zur Verfügung steht, unzureichend.

Kinderarbeit

Fast die Hälfte aller Kinder in Burkina Faso müssen arbeiten gehen, um ihre Familien zu versorgen.

Viele Jungen arbeiten daher unter schlechten Bedingungen auf Baumwollplantagen und erhalten nur einen Hungerlohn. Die jungen Mädchen hingegen verlassen ihre Familien, um als Haushaltshilfen zu arbeiten. Sie werden von reicheren Familien eingestellt, werden manchmal geschlagen, vergewaltigt oder furchtbar ausgebeutet. Einige von ihnen kehren schwanger von ihren Vergewaltigern in ihre Dörfer zurück.

In den nördlichen Regionen, wo das Klima sehr trocken ist, widmen sich einige Familien ausschließlich der Suche nach Gold. Dort müssen sich Kinder schon von früh auf an der Suche beteiligen. Die Arbeit in den Minen ist schrecklich anstrengend und riskant. Zudem ist diese Aufgabe in keiner Weise geeignet für Kinder, sie leiden an Schlaf-, Wasser und Lebensmittelmangel. Etwa 10 000 Kinder werden in den Minen Burkina Fasos ausgebeutet.

Kinderheirat

Etwa 48% der jungen Frauen Burkina Fasos, die befragt wurden, gaben an, vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet wurden zu sein.

Die Mädchen werden schon sehr früh auf ihr zukünftiges Leben als Ehefrau vorbereitet. Allerdings haben diese Ehen oft negative Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit der jungen Frauen, die sich der Konsequenzen, die ihre Heirat mit sich bringt, nicht bewusst sind. Außerdem können die jungen Frauen sich nicht immer ihren Ehemann aussuchen, bei bestimmten ethnischen Gruppen muss das Kastensystem beachtet werden und es darf nicht “gemischt” werden.

Genitalverstümmelung

Etwa ein Viertel aller jungen Frauen Burkina Fasos  erleiden eine Genitalverstümmelung. Die Praxis der weiblichen Beschneidung findet sich in fast allen ethnischen und religiösen Gemeinschaften in Burkina Faso wieder. Beschneidungen können folgenschwere körperliche und geistige Konsequenzen für junge Mädchen mit sich bringen. Tatsächlich werden diese Operationen von nicht qualifizierten Personen durchgeführt, häufig mit nicht desinfizierten Instrumenten. So sind Infektionen, Krankheiten, Fieber und Traumata die Folge dieser Verstümmelungen.

Das Recht auf eine Identität

In Burkina Faso werden ein Drittel der Geburten nicht offiziell registriert. Das Nichtmelden von Geburten und somit das Fehlen der Identität betrifft ganz besonders Mädchen und entlegene Regionen. Zudem werden einige Geburten aufgrund der hohen Kosten der Anmeldung nicht offiziell registriert.

Die Registrierung von Kindergeburten und somit die Vergabe der Nationalität geben dem Kind die Rechtsfähigkeit. Das bedeutet für die Kinder, die nicht registriert sind, dass sie nicht offiziell als Mitglied der Gesellschaft anerkannt werden und ihre Rechte nicht einfordern können, sie sind daher in den Augen der Gesellschaft unsichtbar.