Die Kinder in Mali

Die Kindern von Mali

Die Realisierung der Kinderrechte in Mali

Mali, dessen Bevölkerung zu 50 % unter 15 Jahre alt ist, gibt die Kinderrechte klar als politische Priorität an. Dennoch bleibt Vieles umzusetzen, will man diese Rechte voll und ganz verwirklichen: verbesserter Zugang zur Gesundheitsversorgung, Bildung, Reduzierung der Armut, Kinderarbeit, usw.

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Die Hauptprobleme der Kinder in Mali:Armut36 % der Bevölkerung Malis lebt unterhalb der Armutsgrenze. Studien zeigen, dass in Mali jedes zweite Kind in Armut lebt. Mali gehört daher zu den ärmsten Ländern der Welt. Es ist zu beachten, dass 65 % des Landesgebiets von Wüste bedeckt ist, während 80 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft oder der Fischerei arbeitet.Recht auf GesundheitDie Sterberate bei Kindern ist in Mali mit 191 Todesfällen auf 1000 Geburten besonders hoch. Die Lebenserwartung bei der Geburt gehört ebenfalls zu den niedrigsten weltweit. Trotz der in den letzten Jahren erfolgten Fortschritte bei Impfungen (insbesondere gegen Diphterie, Tetanus, Keuchhusten und Polio) haben viele Kinder noch immer keinen Zugang zur medizinischen Grundversorgung.Unternährung ist die Hauptursache für Kindersterblichkeit: In 15 % der Fälle ist Unterernährung akut und 20 % der Kinder kommen bereits untergewichtig zur Welt. Außerdem hat rund 30 % der Bevölkerung keinen Zugang zu Trinkwasser, was zu zahlreichen Krankheiten führt. Weibliche GenitalverstümmelungIn Mali sind weibliche Genitalverstümmelungen weit verbreitet. Auch heute noch werden 69 % der Frauen beschnitten. Die Mehrheit von ihnen erleidet  diesen besonders schmerzhaften und traumatisierenden Eingriff im Alter von 3 oder 4 Jahren   (doch gibt es je nach Region Unterschiede). Die Genitalverstümmelungen haben schwerwiegende Folgen für die Gesundheit und führen oft zu Blutungen und Infektionen. Außerdem ist das Komplikationsrisiko bei der Geburt bei einer beschnittenen Frau 6 Mal höher als bei anderen Frauen. KinderarbeitObwohl in Mali das Arbeitsgesetzbuch Kinderarbeit unter 14 Jahren verbietet ebenso wie schwere oder gefährliche Arbeiten für unter 18-Jährige, muss in Mali ungefähr jedes dritte Kind arbeiten und zwar oft unter schwierigen Bedingungen. Die Mehrzahl der Kinder arbeitet als Haushaltshilfe oder in der Landwirtschaft. Einige Jugendliche arbeiten in Goldminen und sind dort besonders den Gefahren, Krankheiten oder Verletzungen ausgesetzt, die mit dieser Arbeit einhergehen. Viele Kinder schaffen es nicht, parallel zur Arbeit die Schule zu besuchen und verlassen diese daher.KinderhandelTrotz internationaler und nationaler, von Mali unterzeichneter Abkommen ist und bleibt Kinderhandel ein echtes Problem: Tausende Kinder aus Mali werden verkauft und auf den Baumwoll,- Kaffee und Kakaoplantagen der Nachbarländer wie Elfenbeinküste und Ghana ausgebeutet.StraßenkinderOffiziell ist Betteln in Mali zwar verboten, doch Studien in der Hauptstadt Bamako belegen, dass über 6000 Kinder in den Straßen betteln. In der Regel werden diese Kinder von Erwachsenen ausgenutzt, die sie unter Androhung harter Bestrafungen zum Betteln und Erbringen gewisser Geldsummen zwingen.Über 90 % der Straßenkinder sind Jungen, die normalerweise in Banden leben und in öffentlichen Gebäuden oder unter Brücken schlafen. Viele von ihnen stammen aus kinderreichen Familien und wollen ihr Glück in der Stadt versuchen oder aber sind Waisenkinder. Weniger als 10 % von ihnen gehen zur Schule. Oft sind sie Opfer von Gewalttaten und stehen unter Drogen.Gewalt und MisshandlungSexueller Missbrauch, insbesondere gegenüber kleinen Mädchen, kommt in Mali häufig vor. Obwohl für diese Straftaten gesetzlich hohe Strafen vorgesehen sind, werden sie oft aus Angst vor Vergeltung durch Familienmitglieder, die die Haupttäter sind, nicht angezeigt. Bisher gibt es keinerlei aussagekräftige Statistiken über die Anzahl der missbrauchten oder vergewaltigten Kinder in Mali.Man muss wissen, dass Prügelstrafe zum Zwecke der Erziehung des Kindes in Mali erlaubt ist: Das Familiengesetzbuch gibt dem Vater sämtliche Freiheiten zur Überwachung, Erziehung und Züchtigung seines Kindes. Nur besonders harte und wiederholte Bestrafungen werden vom Gesetz zum Schutz des Kindes verboten; leider wird Missbrauch in dieser Richtung selten angezeigt.Recht auf BildungLediglich 44 % der Kinder gehen in Mali tatsächlich zur Schule. Die Schulen sind oft weit entfernt von den Dörfern, die Klassen überfüllt; es herrscht ein drastischer Mangel an qualifizierten Lehrkräften sowie an Mitteln und Infrastrukturen, damit Schulen in Mali ihren Bildungszweck effizient erfüllen können.Die Verfassung in Mali garantiert zwar kostenlosen Zugang zur Schule, dennoch müssen die Eltern oft das notwendige Schulmaterial sowie die Schuluniform oder gar Schulgeld bezahlen. Dies verhindert für arme Kinder weitgehend den Zugang zur Bildung. Auch Mädchen sind diskriminiert: Jedes dritte Mädchen kann weder korrekt lesen noch schreiben. Die Anzahl der Schulabbrecherinnen unter den Mädchen lässt sich hauptsächlich durch einen hohen Prozentsatz an Frühehen und Kinderarbeit erklären.KinderehenMädchen in Mali werden oft sehr jung verheiratet: 71 % der jungen Frauen geben an, dass sie vor 18 verheiratet worden sind. Das Gesetz erlaubt offiziell die Heirat ab dem Alter von 15 Jahren, doch können Jugendliche mit dem Einverständnis ihrer Eltern und eines Richters vorher verheiratet werden, was häufig vorkommt.Diese Frühehen haben schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der jungen Mädchen, insbesondere, weil sie für eine Schwangerschaft und eine Entbindung nicht bereit sind und diese oft kompliziert und traumatisierend ist.Recht auf IdentitätMehr als die Hälfte der Geburten in Mali sind nicht registriert. Doch bringt sich die Regierung ein und versucht diese Situation zu verbessern: Die Registrierung von Geburten ist im ganzen Land kostenlos, außerdem finden mit Hilfe der NGOs Informationskampagnen hierüber statt.


Index der Realisierung von Kinderrechten
: 5,01/10
Schwarze Stufe : sehr Schwierige Situation

Bevölkerung: 15,97 M.

Bev. 0-14 Jahren: 47,7 %

Lebenserwartung: 55 Jahre

Kindersterblichkeit: 75 %