Kinder in Benin

Kinder in Benin

Kinderrechte in Benin verwirklichen

Obwohl Benin zu den Ländern mit den beständigsten demokratischen Modellen in Westafrika zählt, hat es hat in Sachen Kinderrechte noch einen sehr weiten Weg vor sich. Das Land muss besonders in Bezug auf Recht auf Leben, auf Gesundheit und Recht auf Identität noch beträchtliche Fortschritte machen.

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Index der Realisierung von Kinderrechten : 5,05/ 10
Rote Stufe : Schwierige Lage

Bevölkerung : 9,87 M.
Bev. 0-14 Jahren : 44,1 %

Lebenserwartung : 59,3 Jahre
Kindersterblichkeit : 64 ‰

Hauptprobleme von Kindern in Benin:

Armut

Benin gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Mehr als 30 % der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Ländliche Gebiete sind von Armut stärker betroffen als Städte.

Mehr als 3 von 5 Menschen im Benin sind der Ansicht, dass ihre Lebensbedingungen schlecht sind. Die Naturkatastrophen, von denen das Land nicht verschont wurde, sind eine zusätzliche Belastung für die Einwohner. 2010 wurde das Land von den bisher schlimmsten Überschwemmungen heimgesucht, die das Wohlergehen der Bevölkerung zusätzlich beeinträchtigt haben.

Recht auf Gesundheit

Kindersterblichkeit ist besonders hoch in Benin. Die Statistiken zeigen zudem, dass 15% der Neugeborenen untergwichtig sind.

Obwohl das Land in letzter Zeit im Bereich Gesundheit große Fortschritte gemacht hat, sind Kinder in Benin noch immer von bestimmten, zum Teil auch tödlichen Krankheiten betroffen, wie Malaria, AIDS, Atemwegserkrankungen und Durchfall.

Zudem gibt es im Land nicht genügend gesundheitliche Einrichtungen und Personal.

Genitalverstümmelung

In einigen Regionen Benins wird nach wie vor weibliche Genitalverstümmelung praktiziert. Beschneidungen werden in prekärer Situation und unter mangelnden hygienischen Bedingungen ausgeführt, was für die Mädchen oft schwerwiegende gesundheitliche Folgen hat. Die Eingriffe verursachen häufig Infektionen, Blutungen oder andere Probleme.

Recht auf Leben

In manchen Regionen in Benin stellen religiöse Praktiken eine grausame und unmenschliche Behandlung von Kindern dar. Obwohl von staatlicher Seite versucht wird, diese Praktiken zu unterbinden, bestehen sie weiter fort. Bestimmten Auffassungen zufolge bringen missgebildete Kinder, Albinos, schwächliche Kinder, deren Mutter bei der Geburt stirbt, und Kinder, die in Beckenendlage geboren werden, Unglück. Solche als abnormal angesehenen Kinder werden einem Henker übergeben und ihr Leben nimmt ein schlimmes Ende.

Ritueller Kindermord wird nicht von allen Einwohnern in Benin praktiziert, es betrifft nur einige, zunehmend seltenere Glaubensgruppen. Es liegt jedoch auf der Hand, dass diese Praktiken eine sehr schwerwiegende und schlimme Verletzung des Rechts auf Leben darstellen, das in Benin gewährleistet ist.

Recht auf Bildung

Theoretisch ist der Schulbesuch für Kinder von 6 bis 11 Jahren obligatorisch. In der Praxis sind Schulen nur sehr selten kostenlos und deshalb ist es oft schwierig, die bestehende Schulpflicht auch tatsächlich durchzusetzen.

Zwischen Mädchen und Jungen gibt es einen großen Unterschied. Ein Mädchen hat verglichen mit einem Großteil der weiblichen Bevölkerung in Benin sehr viel Glück, wenn es überhaupt zur Schule gehen darf.

Kinderarbeit

Leider sind mehr als 45 Prozent der Kinder in Benin gezwungen zu arbeiten.

Es kommt vor, dass Kinder vom Land entfernten Verwandten aus der Stadt übergeben werden mit dem Versprechen, Zugang zu besseren Schulen bzw. zu Schulbildung insgesamt zu haben. Leider wird eine große Zahl dieser Kinder ausgebeutet und sie müssen unter schlimmen Bedingungen arbeiten. Manche unter ihnen werden auch oft Opfer von allem möglichen Missbrauch. Ein Großteil der Jungen wird auf die Baumwollplantagen geschickt.

Kinderhandel

Eine Studie der UNICEF von 2007 hat gezeigt, dass mehr als 40 000 Kinder im Alter zwischen 6 und 7 Jahren (davon 86 Prozent Mädchen) Opfer von Menschenhandel sind. Diese Kinder werden dann als Hausangestellte oder Handlanger in der Landwirtschaft eingesetzt. Noch schlimmer sind Fälle, in denen Kinder zur Prostitution gezwungen werden oder im Sexgewerbe arbeiten müssen.

Kinderheirat

In Benin wird ein Drittel der jungen Mädchen unter 18 Jahren zwangsverheiratet.

Sie werden außerdem sehr früh auf ihre zukünftige Rolle als Ehefrau vorbereitet. Leider haben diese frühen Heiraten schwerwiegende Konsequenzen für die Gesundheit der jungen Mädchen, da sie meist nicht auf das vorbereitet, was von ihnen in ihrer Rolle als Ehefrau erwartet wird.

Recht auf Identität

In Benin werden 40 Prozent der Geburten nicht offiziell gemeldet.

Kinder, die bei der Geburt nicht registriert werden, haben weder eine offizielle Identität, noch eine Staatsbürgerschaft. Folglich haben sie auch große Probleme, ihre Rechte wahrzunehmen, da sie in den Augen der Gesellschaft schlicht und einfach nicht existieren.