Die Kinder in Grenada

Die Kinder in Grenada

Kinderrechte in Grenada umsetzen

  

Grenada ist eine karibische Insel, die ein BIP von $14.000 pro Kopf hat. Kinder machen einen großen Teil der Bevölkerung aus; 25% der Bewohner Grenadas sind zwischen 0 und 14 Jahren alt. Im Durchschnitt hat jede Frau knapp mehr als zwei Kinder.

Das Land unterzeichnete die Kinderrechtskonvention im Jahr 1990.

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Index der Realisierung von Kinderrechten : 7,61/10
Orange Stufe : Wahrnehmbare Probleme

Bevölkerung : 109,590
Bev. 0-14 Jahren : 24,7%

Lebenserwartung : 72,8 Jahre
Kindersterblichkeit : 11 ‰

Hauptprobleme, denen Kinder in Grenada gegenüberstehen:

Armut

Die Weltbank listet Grenada als ein Land mit einem Einkommenslevel in der oberen Mittelklasse auf. Armut ist in diesem Land ein weniger großes Problem als in anderen sich entwickelnden Ländern. Jedoch sind Kinder und junge Menschen am stärksten von extremer Armut betroffen, da 56% der Menschen unter 25 Jahren in Armut leben.

Verschlimmert wird das Problem noch durch die schlimmen Schäden, die durch Hurrikan Ivan 2006 entstanden, der viele Häuser zerstörte und eine große Anzahl von Familien in Gefahr brachte, die sich schon vor der Sturmkatastrophe nur knapp oberhalb der Armutsgrenze hatten halten können.

Gesundheitsfürsorge

Der statistische Gesundheitsreport aus Grenada ist gut:

  • Die Lebenserwartung liegt bei 73 Jahren.
  • Die Kindersterblichkeitsrate ist sehr niedrig; die Prozentzahl der Müttersterblichkeit liegt ein wenig höher.
  • 93% der Bevölkerung haben Zugang zu Trinkwasser.
  • Die meisten Kinder werden geimpft.
  • Unterernährung ist dank der Vielfalt an Nährstoffen in der Nahrung selten.

Zwei der Hauptgesundheitsrisiken, die weiterhin bestehen:
Erstens gibt es in Bezug auf Hygiene die Bedenken, dass zu wenige Toiletten innerhalb von Häusern vorhanden sind.

Zweitens ist Sichelzellanämie zu einem Problem für die Gesundheit der Bevölkerung geworden.

Auch Jugendliche sind Teil der großen Gesundheitsbedenken: Programme, die ein Bewusstsein für HIV/AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten wecken, sind in Grenada nicht ausreichend vorhanden.

Weder der Gebrauch von Kondomen noch hormonelle Verhütung sind generell akzeptiert und werden zu wenig verwendet. Ein Ergebnis daraus sind die große Zahl von Teenagerschwangerschaften von jungen Müttern, die Diskriminierung ausgesetzt sind. Medizinische Verantwortlichkeit setzt sich langsam durch, aber es gibt immer noch einen großen Mangel an Programmen, speziell in Bezug auf Abtreibungen, psychische Krankheiten und Gewalt gegen Kinder.

Bildung

In Grenada gibt es eine Schulpflicht für Kinder zwischen 5 und 16 Jahren. 96% der Bevölkerung können lesen und schreiben. Der Grundschulbesuch ist kostenlos und deswegen gut besucht; und es gibt einen guten Zugang zu weiterführenden Schulen. Häufig gibt es Programme, die Schulessen bereitstellen. Andere Organisationen stellen Schulbücher für Kinder aus ärmeren Gegenden zur Verfügung.

Trotz alledem brechen 21% der eingeschriebenen Kinder die Schule ab, bevor sie die Junior-Highschool erreichen und eins von 6 Kindern besucht keine weiterführende Schule. Die Abwesenheits- und Schulabbrecherrate ist besonders hoch bei Jungen. Außerdem sind Vorschulprogramme nicht ausreichend mit den nötigen Ressourcen und gut ausgebildeten Lehrern ausgestattet.

Akademische Programme werden oft als altmodisch angesehen.

Kinderarbeit

Gesetze in Grenada verbieten und bestrafen Kinderhandel. Grenada hat das Abkommen gegen transnationale organisierte Kriminalität unterschrieben.

Für Kinder unter 14 Jahren ist es illegal zu arbeiten, für Kinder zwischen 14 und 18 Jahren sind die Regulierungen inkonsequent. 15-jährige Kinder können demnach von den zuständigen Ministerien eine Arbeitserlaubnis erhalten. Unbeständige Überprüfungen machen es schwierig festzustellen, ob Kinder trotz der Beschränkungen arbeiten.

Gewalt gegen Kinder

Zwei der Hauptgründe für Bedenken in Grenada sind physische Gewalt (körperliche Züchtigung) und sexuelle Gewalt.

Körperliche Züchtigung ist in keinem Lebensbereich verboten, ob es die Familie, die akademische Ausbildung oder den juristischen Raum betrifft. Unglücklicherweise ist Gewalt gegenüber Frauen ziemlich weit verbreitet und wird nur sehr selten offiziell angezeigt, was auch die Kinder negativ beeinflusst. Missbrauch und Misshandlung werden normalerweise nicht bestraft oder als Problem erkannt.

Sexuelle Gewalt ist ein immer wiederkehrendes Problem in Grenada. Auch wenn Mädchen durch Gesetze gegen Belästigung und Menschenhandel für ökonomische Ausbeutung oder Prostitution geschützt werden, werden Jungen nicht von diesen Gesetzen beschützt und das legale Mindestalter für einvernehmlichen Sex gilt für sie nicht.

Mehr als jedes dritte Kind in Grenada leidet unter sexueller Gewalt. Das wird noch dadurch verschlimmert, dass Inzest ein weitverbreitetes, stigmatisiertes Problem ist, dass nicht oft offiziell gemeldet wird.

UNICEF hat auch Bedenken zum Ausdruck gebracht über die starke Zunahme an sexuellen Beziehungen mit Minderjährigen zu einem Festpreis und dem Phänomen der „Sugardaddies“, erwachsene Männer, die sich selbst als „Beschützer“ eines Kindes sehen.

Kindersoldaten

Grenada hat keine Armee und es gibt keine bewaffneten Konflikte oder Guerillas, in die Kindersoldaten einberufen werden. Das legale Alter um der Polizei beizutreten ist 19 Jahre.

Waisenkinder

Grenada hat ein System entwickelt, das Waisenkinder und Kinder mit häuslichen Problemen in anderen Familien platziert. Da aber die nötigen Fördermittel nicht vorhanden sind, ist es größtenteils ineffektiv.

Behinderte Kinder

Trotz vieler Bemühungen der Regierung ist es für Kinder mit Behinderungen nach wie vor schwierig, Zugang zu Bildung zu erhalten, weil Schulen nicht behindertengerecht sind und Lehrer nicht die notwendige Ausbildung erhalten.

Das Recht auf eine Identität

Kinder werden nicht immer bei der Geburt registriert und erhalten manchmal keinen Namen bis zu ihrer Taufe, manchmal erst 3 oder 4 Monate nach der Geburt. Geburtsurkunden erfassen nicht systematisch den Namen des Vaters.

Minderjährige im Justizsystem

Es wurden viele Gesetze zum Schutz von Kindern verfasst, aber nur wenige dieser Gesetze wurden offiziell verabschiedet. Es existiert zum Beispiel kein Gesetz in Bezug auf Adoptionen oder häusliche Gewalt. Zusätzlich gibt es nur wenige Fördermittel für den Rechtsschutz von Minderjährigen, und der Großteil der Last, Verletzungen von Kinderrechten zu identifizieren und anzuprangern, fällt den NGOs zu.

Das Recht eines Kindes vor einem Gericht zu erscheinen, wird nicht immer respektiert, besonders bei Kindern unter 14 Jahren. Das Alter für rechtliche Verantwortlichkeit ist in Grenada sehr niedrig: Kinder können ab dem Alter von 7 Jahren vor Gericht gestellt und verurteilt werden.

Im Großen und Ganzen werden Kinder unter 16 Jahren nicht zu Gefängnisstrafen verurteilt, Kinder zwischen 16 und 18 Jahren können aber willkürlich mit Erwachsenen zusammen ins Gefängnis gesteckt werden, was sie angreifbar für körperliche und sexuelle Gewalt von erwachsenen Mitgefangenen macht.

Effekte des Klimawandels

Grenada ist sehr anfällig für Naturkatastrophen, zumeist Stürme oder Hurrikans.