Die Kinder der Zentralafrikanischen Republik

Kinder in der Zentralafrikanischen Republik

Umsetzung der Kinderrechte in der Zentralafrikanischen Republik

 

Die Zentralafrikanische Republik hat die Internationale Kinderrechtskonvention Internationale Kinderrechtskonvention im Juli 1990 ratifiziert und verpflichtet sich somit, die Rechte der Zentralafrikanischen Kinder zu respektieren, zu verteidigen und zu fördern. Doch trotz dieses Versprechens, steht das Land immer noch vor immensen Problemen, die die Kinder daran hindern, ihre Rechte vollständig wahrzunehmen.

Index der Realisierung von Kinderrechten:
4,44 / 10
Schwarze Stufe: Sehr schwierige Situation

Bevölkerung insgesamt: 5,2 Millionen
Bev. 0-14 Jahre: 40,7 %

Lebenserwartung: 50,2 Jahre
Kindersterblichkeitsrate: 92 %

 

Die größten Probleme der Kinder in der Zentralafrikanischen Republik:

Armut

In der Zentralafrikanischen Republik leben 67% der Bevölkerung von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Daher können Familien die grundlegendsten Bedürfnisse ihrer Kinder nicht erfüllen.

Armut hat extreme Auswirkungen auf Kinder, da ihnen so der Zugang zu guter Ernährung, dem Gesundheitswesen und der Bildung verwehrt wird.

Recht auf Gesundheit

Beunruhigend bleibt die die Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren in der Zentralafrikanischen Republik, denn jedes Jahr sterben 171 von tausend Kindern. Diese Todesfälle sind größtenteils auf drei Ursachen zurückzuführen: ein unzureichendes Abwassersystem, den Mangel an sauberem Wasser und das Fehlen von Gesundheitsdiensten in ländlichen Regionen.

Recht auf Nahrung

In der Zentralafrikanischen Republik bleibt Mangelernährung ein gravierendes Problem. 38% der Kinder leiden an chronischer Mangelernährung, während weitere 10% an akuter Mangelernährung leiden. Durch die Armut haben Familien nicht die Mittel, um ihre Kinder ausreichend zu ernähren. Mangelhafte Ernährung führt oft zu Mangelerscheinungen und Wachstumsproblemen.

Das landesweite Auftreten von AIDS ist ebenso besorgniserregend.Generell infizieren sich junge Zentralafrikaner mit AIDS über die Mütter, durch sexuelle Gewalt oder unsichere Bluttransfusionen. AIDS ist in der Zentralafrikanischen Republik nicht einfach ein gesundheitliches Problem, sondern auch ein sozioökonomisches Problem.

Recht auf Identität

Die Anzahl der den Behörden gemeldeten Geburten in der Zentralafrikanischen Republik hat stark abgenommen. Kosten für die Registrierung, gewalttätige politische Konflikte und das Fehlen von öffentlichen Diensten haben Familien davon abgehalten, die Geburt ihrer Kinder offiziell zu melden.

Ohne eine Geburtsurkunde können die Kinder ihr Recht auf eine eigene Identität jedoch nicht
wahrnehmen. Sie werden dadurch nämlich nicht als Mitglied der Gesellschaft anerkannt und können ihre Anliegen nicht durchsetzen. In den Augen der Gemeinschaft sind sie dadurch unsichtbar und Unrecht schutzlos ausgeliefert, denn sie sind so nicht gegen Misshandlung, Zwangsarbeit, Prostitution, Kinderehen oder Menschenhandel geschützt.

Recht auf Bildung

In der nördlichen Region der Zentralafrikanischen Republik besuchen Tausende von Kindern rudimentäre “Busch-Schulen”. In dieser Region herrscht ein auffallender Mangel sowohl an qualifizierten Lehrern wie auch an der entsprechenden Infrastruktur. Aufgrund von anhaltenden Konflikten zwischen Rebellengruppen und Regierungstruppen zeigen sich Ungleichheiten bezüglich Zugang und Qualität.

Vertriebene Kinder

Unsicherheit und Gewalt sind anhaltende Probleme in der Zentralafrikanischen Republik. Vertriebene Kinder , die entführt und innerhalb des Landes verschleppt wurden , leben besonders schutzlos. Insgesamt benötigen diese Kinder dringend Nahrung, Obdach, Wasser, etc.

Außerdem müssen sie arbeiten, um ihre eigenen Grundbedürfnisse zu decken. Sie wachsen in miserablen Bedingungen auf. Und viele von ihnen, besonders die Peuhls, sind Opfer von Diskriminierung. Manche Gemeinschaften sehen sie in einem schlechten Licht — als Straßenräuber oder Schlimmeres.

Kindersoldaten

Landesweit brutalisieren und terrorisieren zahlreiche bewaffnete Gruppen die Gemeinschaften; viele Kinder werden entführt. Zentralafrikanischen Jungen werden Waffen gegeben und sie werden gezwungen, Gewalttaten zu begehen wie Plünderung, Brandstiftung, Morde etc. Mädchen werden zur Hausarbeit gezwungen oder oft werden sie als Sexsklaven an Kommandanten übergeben.

In der Zentralafrikanischen Republik fehlt Kindersoldaten ein wichtiger Schritt in ihrer
Entwicklung. Daher ist ihr Wohlbefinden sowohl kurz- wie auch langfristig gefährdet. Ihr Recht auf Bildung ist ebenfalls beeinträchtigt.

Kinderhandel

Die Zentralafrikanische Republik ist eine bekannte Quelle und ein Ziel von Kinderhandel. Kinder, die Opfer solcher Praktiken sind, werden oft sexuell ausgebeutet. Manche werden auf den Straßen verkauft, während andere zu Feld- oder Minenarbeit gezwungen werden. Weitere werden von der Zentralafrikanischen Republik in andere afrikanische Länder geschickt, wo sie für bewaffnete Guerillagruppen rekrutiert werden.