Kinder in Nigeria

Kinder in Nigeria

Die Verwirklichung der Kinderrechte in Nigeria

 

Nigeria ist das am meist bevölkerte Land in Afrika. Aufgrund des hohen Korruptionsgrads ist Nigeria auch extrem arm. Das Land befindet sich in der Mitte eines Bürgerkrieges, der sowohl politisch, ethnisch und religiös motiviert ist und der eine desaströse, entzweiende Auswirkung auf seine Völker und sein Territorium hat. Die wirtschaftliche Lage bleibt schwierig, und als Folge ist kein Fortschritt hinsichtlich der Kinderrechte zu verzeichnen.

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Index der Realisierung von Kinderrechten
: 4,89/10
Schwarze Stufe: sehr Schwierige Situation

Bevölkerung: 174,5 Millionen

Bev. 0-14 Jahren: 43,8 %

Lebenserwartung: 52,5 Jahre

Kindersterblichkeit: 69 %

Hauptprobleme nigerianischer Kinder:

Armut

Trotz des hohen Profits im Ölsektor und der Ausbeutung anderer natürlicher Ressourcen ist die Verteilung von Wohlstand ungleichmäßig und die ökonomische Gesamtsituation des Landes bleibt unbefriedigend. Eine große Mehrheit der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Die trifft insbesondere auf Menschen zu, die in ländlichen Regionen leben.

Die Armut hat einen negativen Einfluss auf das Leben der jungen Nigerianer und führt zu einer weitverbreiteten Unterernährung, Krankheiten, begrenzten Bildungsmöglichkeiten etc.

Diskriminierung

Kinder mit Behinderung leiden an physischen und geistigen Defiziten und Schwierigkeiten und sind oft Opfer diskriminierender Praktiken in Nigeria.

Es gibt eine unzureichende Zahl an Unterbringungsmöglichkeiten und Heimen für benachteiligte und physisch behinderte Kinder. Diese sind in den schulischen Einrichtungen nicht willkommen; anderen wird der Zugang zu diesen Institutionen aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht gewährt. Die aufgrund des Mangels an Geldern und Gesetzen schwache Infrastruktur wird noch verstärkt durch diskriminierendes Verhalten gegenüber Menschen mit Behinderung.

Das Gesundheitswesen

In Nigeria bleibt die Todesrate für Kinder unter 5 Jahren extrem hoch. Die Anzahl der Jungen, die sterben, bevor sie das 5. Lebensjahr erreicht haben, ist höher als bei Mädchen.

Insbesondere in ländlichen Gebieten lebende Kinder sind einem hohen Risiko frühzeitig zu sterben ausgesetzt. Die Gründe hierfür liegen in einem unzureichenden Abwassersystem, dem Mangel an sauberem Wasser und nicht ausreichenden Gesundheitsdiensten.

Unterernährung ist die häufigste Todesursache nigerianischer Kinder. Viele von ihnen leiden unter leichtem oder schweren Ernährungsmangel, der ihr Wachstum beeinträchtigt. Andere verbreitete Todesursachen sind Krankheiten Frühgeborener, Malaria, Durchfall, Lungenentzündungen etc.

Bildung

Die ersten sechs Schuljahre sind verpflichtend in Nigeria. Schulen liegen in der Verantwortung des Staates.

Die Qualität des Unterrichts lässt sehr zu wünschen übrig, obwohl das Land verschiedene bedeutende Maßnahmen unternommen hat, um das Bildungssystem zu verbessern. Es gab signifikante Entwicklungen in der schulischen Infrastruktur, Sanitäreinrichtungen und im Verwaltungsmanagement. Darüber hinaus wurde der Bereich Gesundheit und Hygiene gefördert. Es wurden auch weitere Massnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität umgesetzt.

Kindesmissbrauch

Körperliche Bestrafung ist in der sozialen Praxis immer noch akzeptiert und weit verbreitet, sowohl in Familien als auch in Schulen. Jene, die ihren traditionellen Gebrauch verteidigen, argumentieren oft, dass die Bestrafung gut für die Entwicklung einer guten Disziplin der Kinder ist.

Gewalt ist in Nigeria weit verbreitet und oft sind Kinder die Opfer. Um diesen Praktiken, die der Internationalen Konvention über die Rechte der Kinder widersprechen, ein Ende zu setzen und so die Zahl der Opfer zu reduzieren, muss die nigerianische Gesellschaft damit aufhören, Gewalt als moralisch akzeptierte Praxis anzusehen.

Obdachlosigkeit

In Nigeria gibt es eine beträchtliche Anzahl von Kindern, die auf der Straße leben. Diese Jugendlichen suchen oft Zuflucht unter Brücken, auf Marktplätzen, in im Bau befindlichen Gebäuden, etc.

Kinder, die in den Straßen Nigerias aufwachsen, sind mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert: Menschenhandel, sexuelle Belästigung, Entführung, Autounfälle etc. Da sie ohne elterliche Fürsorge auf der Straße leben, sind sie zudem meist ungebildet. Siehaben deswegen nur wenige Möglichkeiten, Arbeit zu finden und ihrem Leben auf der Straße für immer zu entkommen.

Kinderheirat

Kinderheirat ist in Nigeria gesetzlich verboten, dennoch kommen sie in bestimmten verarmten Gebieten des Landes häufig vor. Eltern sehen Kinderheirat als Mittel für das Kind und die gesamte Familie an, den elenden Bedingungen ihrer Existenz zu entkommen.

Kinderheirat hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder und ihre allgemeine Entwicklung und hält sie davon ab, in den vollständigen Genuss ihrer Rechte zu kommen. Junge Mädchen, die früh heiraten, verlassen früh die Schule und sind, was ihre sozialen Interaktionen betrifft, extrem begrenzt. Auch haben sie das Risiko frühzeitiger Schwangerschaften, was sowohl für die Kinder als auch für ihre eigene Gesundheit gefährlich ist und oft fatale Auswirkungen hat.

Weibliche Genitalverstümmelung

In bestimmten Gebieten des Landes ist die Verstümmelung weiblicher Genitalien immer noch weit verbreitet. Das Alter der Opfer beträgt 3 Monate bis 17 Jahre.

Der Mangel an Hygiene kann zu vielfältigen Problemen für die Mädchen führen, die dieser traumatischen Operation ausgesetzt sind. Diese Probleme sind unter anderem Infektionen und Blutungen sowie andauernde psychologische Auswirkungen.

Kinderhandel

Im Durchschnitt werden nicht weniger als zehn Kinder täglich gekauft und für Prostitutionszwecke verkauft. Manchmal werden Kinder gefoltert und im Rahmen von Ritualen der schwarzen Magie geopfert.

Nicht weniger verstörend ist die Anzahl der jungen Mädchen, die gebären und dann ihre Kinder verkaufen. Diese Art des Menschenhandels ist in Nigeria im Wachstum begriffen, und die Polizei setzt alles daran, sie auszumerzen.