Kinder in der Dominikanischen Republik

Kinder in der Dominikanischen Republik

Kinderrechte in der Dominikanischen Republik umsetzen

Die Situation der Kinderrechte in der Dominikanischen Republik ist sehr unterschiedlich. Einige Kinder, die aus reichen Familien stammen sind deutlich privilegiert, wohingegen für andere die Lebensbedingungen sehr schwierig sind und viele ihrer Rechte nicht beachtet werden.

 Carte_rep_dominicaine

Index der Realisierung von Kinderrechten : 7,68/ 10
Orange Stufe : Wahrnehmbare Probleme

Bevölkerung : 10,2 M.
Bev. 0-14 Jahren : 28,5 %

Lebenserwartung : 73,4 Jahre
Kindersterblichkeit : 26 ‰

Hauptprobleme, denen Kinder in der Dominikanischen Republik gegenüberstehen:

Armut

In der Dominikanischen Republik leben 40% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. In dem Land ist eine große Kluft erkennbar, denn ein Großteil der Bevölkerung gehört zu dem einen oder dem anderem Extrem: die Familien sind entweder sehr reich oder sehr arm.

Zahlreiche Kinder leiden an den Konsequenzen der Armut, vor allem im Bereich der Gesundheit, der Bildung oder der Arbeit. Einige Gruppen von Kindern sind besonders betroffen und werden deshalb von der Gesellschaft ausgegrenzt. Dazu gehören Kinder von alleinerziehenden Müttern, von eingewanderten Familien oder diejenigen, die in ländlichen Gebieten des Landes wohnen.

Das Recht auf Gesundheit

Erst kürzlich wurden Erfolge von der Dominikanischen Republik im Bereich der Qualität und des Zugangs zu Gesundheitsdienstleistungen verzeichnet. Die Kindersterblichkeitsrate ist drastisch zurückgegangen, die medizinische Versorgung sowie Krankenhäuser wurden ebenfalls weiterentwickelt. Aber nicht alle dominikanischen Kinder können von diesen Verbesserungen profitieren. Beispielsweise haben Kinder aus ärmeren Familien, aufgrund der hohen Kosten und mangelnder sozialer Absicherung, immer noch nur einen beschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung und deren Einrichtungen.

Hinzu kommt, dass AIDS im Land sehr verbreitet ist. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Fortschritte bei der Prävention der Übertragung des HI-Virus erzielt. Dennoch ist die Widerstandsfähigkeit des Virus sehr beunruhigend. Viele Kinder werden zu Waisen und haben somit eine düstere Zukunft vor sich.

Das Recht auf Bildung

Mehr als 10% der dominikanischen Kinder sind nicht eingeschult. Kinder, die in ländlichen Gebieten leben, ebenso wie Kinder von Einwandererfamilien, stehen vor beträchtlichen Hürden, die ihnen den Zugang zur Schulbildung erschweren.

Zudem ist der Unterricht nicht immer von einer guten Qualität. Das Niveau der Lehrkräfte ist nicht ausreichend, die Schulgebäude sind in einem desolaten Zustand oder die Schulprogramme sind nicht auf die Kinder abgestimmt.

Besorgniserregend ist auch eine andere Problematik in der Dominikanischen Republik. Tatsächlich absolvieren nur etwa 60% der Kinder die Grundschule. Hinzu kommt, dass zahlreiche Familien ihre Kinder dazu ermutigen die Schule abzubrechen um sich voll und ganz auf die Arbeit zu konzentrieren und einen finanziellen Beitrag für die Familie zu leisten.

Diskriminierung

Man sieht oft Fälle von Diskriminierungen, ausgehend von den Organen des Staates, ebenso wie von der Bevölkerung.

Haitianische Kinder sind die Hauptopfer dieser Diskriminierungen. Es leben sehr viele von ihnen in der Dominikanischen Republik, hauptsächlich, weil sie vor den Katastrophen geflüchtet sind, die ihr Land heimgesucht haben. Wenn sie in der Dominikanischen Republik angekommen sind, erfahren sie nicht die gleiche Behandlung wie die Bürger des Landes, vor allem, was die öffentlichen Dienstleistungen betrifft. Somit ist ihr Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung sehr schwer und begrenzt.

Diskriminierungen von Mädchen finden in der Dominikanischen Republik ebenfalls häufig statt. Mädchen verfügen nicht über den gleichen Rechtsstatus und die gleichen Rechte wie Jungen.

Misshandlungen und Missbrauch

Die Dominikanische Republik hat viel Engagement in die Verbesserung der Gesetze im Bereich von Gewalt gegenüber Kindern investiert.

Dennoch sind einige Praktiken noch nicht verboten und viele Kinder leiden unter Misshandlungen, innerhalb der Familie oder in der Schule.

Studien haben vor Kurzem gezeigt, dass zahlreiche Fälle von Misshandlungen in Aufnahmezentren stattgefunden haben.

Kinderarbeit

Leider ist ein Zehntel der Kinder in der Dominikanischen Republik dazu gezwungen zu arbeiten. Das Land hat sich diese Problematik allerdings zur Priorität gemacht und zahlreiche Texte wurden angenommen um dieses Problem aus der Welt zu schaffen. Trotz allem ist Kinderarbeit ein stets gesehenes Phänomen. Viele Kinder werden im landwirtschaftlichen Bereich ausgenutzt.

Zahlreiche Kinder rutschen auch in die schlimmsten Formen von Handel hinein. So hat der zunehmende Tourismus im Land dafür gesorgt, dass sich die sexuelle Ausnutzung von Kindern entwickelt. Letztere, wenn sie erst in den Fängen der Menschenhändler sind, werden sie dazu gezwungen sich zu prostituieren oder furchtbare sexuelle Praktiken über sich ergehen zu lassen.

Kinderheirat

40% der jungen dominikanischen Mädchen werden dazu gezwungen vor ihrem 18. Lebensjahr zu heiraten.

Sie werden zudem sehr früh auf ihre zukünftige Rolle als Ehefrau vorbereitet. Aber diese Ehen haben oft ernsthafte Konsequenzen für die Gesundheit der jungen Mädchen, die nicht verstehen, was die Heirat für sie bedeutet.

Das Recht auf Identität

Mehr als ein Viertel der Geburten werden bei den örtlichen dominikanischen Behörden nicht offiziell gemeldet. Viele Bemühungen seitens der dominikanischen Regierung sind im Gange, sind aber momentan noch nicht ausreichend. Somit verfügen diese Kinder über keine offizielle Identität und auch keine Staatsangehörigkeit.

Für diese Kinder bringt das große Probleme mit, da sie nicht von ihren Rechten Gebrauch machen können und in den Augen der Gesellschaft unsichtbar sind