Kinder in Frankreich

Die Verwirklichung der Kinderrechte in Frankreich

Frankreich hat im Jahr 1990 die Konvention über die Rechte des Kindes (CRC) ratifiziert und sich damit verpflichtet, allen Kindern auf seinem Staatsgebiet die Achtung und den Schutz ihrer Grundrechte zu garantieren. Als historische Wiege der Menschenrechte und Gründungsmitglied der Vereinten Nationen präsentiert sich das Land als wichtiger Vertreter für die Förderung von Gleichheit und Würde. Doch mehr als dreißig Jahre nach dieser Ratifizierung sehen sich Kinder aus Minderheiten, Flüchtlinge und Migranten, Kinder mit Behinderungen, LGBTQ+-Jugendliche sowie Kinder, die in Überseegebieten leben, weiterhin mit strukturellen Hindernissen konfrontiert, die ihren Zugang zu Bildung, Gesundheit und angemessenem Schutz einschränken. 

Bevölkerung: 68,6 Millionen

Bevölkerung im Alter von 0 bis 14 Jahren: 16,7 %

Lebenserwartung: 83,39 Jahre 

Sterblichkeit von Kindern unter 5 Jahren: 4,1 ‰

Frankreich auf einen Blick

Frankreich ist ein Land im Nordwesten Europas. Sein Festland grenzt im Nordosten an Belgien und Luxemburg, im Osten an Deutschland, die Schweiz und Italien, im Süden an das Mittelmeer, Spanien und Andorra, im Westen an den Golf von Biskaya und im Nordwesten an den Ärmelkanal. 

Im Laufe der Zeit haben sich Generationen von Migranten aus dem Nahen Osten und Afrika über das Mittelmeer und aus Zentralasien und den nordischen Ländern über den Weg durch Europa dauerhaft in Frankreich niedergelassen und eine vielfältige Gruppe gebildet. Neben diesen zahlreichen Migrationsbewegungen war Frankreich im Laufe der Jahrhunderte Schauplatz vieler Schlachten und langwieriger Besatzungen, bevor es im 20. Jahrhundert zum Hauptziel ausländischer Einwanderer in Europa wurde, wodurch sich der ethnische Schmelztiegel weiter vermischte.

Französisch ist die Landessprache, die überall gesprochen und unterrichtet wird. Akzente und Dialekte sind jedoch in ländlichen Gebieten weit verbreitet, und viele Menschen neigen dazu, ihre regionalen Sprachgewohnheiten beizubehalten, entweder aus Tradition oder durch eine bewusste Rückkehr zu einem bestimmten regionalen Dialekt.

Die Mehrheit der Franzosen gehört der römisch-katholischen Kirche an. Aufgrund der Einwanderer aus Nordafrika, Algerien und Marokko hat Frankreich mit etwa 5.000.000 Muslimen eine der größten muslimischen Bevölkerungsgruppen in Europa (Britannica, 2025).

Neben dem französischen Mutterland umfasst Frankreich auch mehrere Überseegebiete, die über den Atlantik, den Indischen Ozean und den Pazifik verteilt sind. Zu diesen Gebieten gehören Guadeloupe, Martinique, Guyana, La Réunion, Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon, Saint- Barthélemy, Saint-Martin, Französisch-Polynesien, Wallis und Futuna, Neukaledonien und die französischen Süd- und Antarktisgebiete. Die dort lebenden Kinder sind mit ganz anderen Lebensbedingungen konfrontiert als die Kinder im Mutterland, insbesondere was den Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Wohnraum betrifft.

Status der Kinderrechte [1]

Frankreich ist eines der 51 Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen und trat der Organisation 1945 bei. Anschließend ratifizierte Frankreich am 7. August 1990 die Konvention über die Rechte des Kindes, am 5. Februar 2003 das Fakultativprotokoll zur Konvention über die Rechte des Kindes betreffend die Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten und am 5. Februar 2003 das Fakultativprotokoll zur Konvention über die Rechte des Kindes betreffend den Verkauf von Kindern, Kinderprostitution und Kinderpornografie (Vereinte Nationen Menschenrechte Organe und Verträge, o. D.).

Frankreich hat außerdem mehrere wichtige Instrumente ratifiziert, darunter:

  • den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (4. November 1980)
  • das Zweite Fakultativprotokoll zur Abschaffung der Todesstrafe (2. Oktober 2007)
  • den Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (4. November 1980)
  • das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (14. Dezember 1983)
  • das Internationale Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung (28. Juli 1971).

Auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen 

Das Recht auf Bildung

In Frankreich ist das Recht auf Bildung ein grundlegender Pfeiler, der es jedem Kind ermöglicht, sich zu entfalten und sich in die Gesellschaft zu integrieren. Der Unterricht ist für alle Kinder, – egal ob französischer oder ausländischer Staatsangehörigkeit – die in Frankreich leben und zwischen 3 und 16 Jahre alt sind, obligatorisch und kostenlos, unabhängig davon, ob sie eine öffentliche oder private Schule besuchen oder im Rahmen einer vorherigen Genehmigung zu Hause unterrichtet werden. 

Dieses Recht beinhaltet auch finanzielle Unterstützung, um eine Chancengleichheit zu gewährleisten und Ungleichheiten zu bekämpfen. Es sind Hilfen und eine Verteilung der Ressourcen vorgesehen, um den wirtschaftlichen und sozialen Unterschieden Rechnung zu tragen und Ungleichheiten zu bekämpfen (Légifrance, 2021).

Die Anmeldung zum Kindergarten und zur Grundschule erfolgt nach Beantragung einer Anmeldebescheinigung beim Rathaus, die es dann ermöglicht, das Kind beim Direktor oder bei der Direktorin der gewählten Schule anzumelden. Für die Anmeldung zum Collège wird dem Schüler von der zuständigen Behörde entsprechend seinem Wohnort eine weiterführende Schule zugewiesen.

Die Anmeldung für das Gymnasium erfolgt durch Einreichen eines Antrags auf Zuweisung an die gewählte Schule (ADATE, 2021). Für den Zugang zur Universität ist das Abitur erforderlich, wobei die Einschreibegebühren für Studierende mit europäischer Staatsangehörigkeit zwischen 178 € für einen Bachelor-Studiengang und 254 € für einen Master-Studiengang variieren (Service Public France, 2025). 

Trotz dieser Grundsätze haben einige Kinder nach wie vor keinen Zugang zu einer höherwertigen Bildung. Dies betrifft insbesondere Kinder in prekären Verhältnissen, Kinder in Slums oder unbegleitete Minderjährige. In vielen Fällen wird diesen Kindern der Zugang zur Schule verwehrt, oft aufgrund von Diskriminierung, die auf ihrer Behinderung, ihrer Lebensweise, ihrer administrativen Situation oder ihrer Herkunft beruht. 

In Frankreich sieht die Situation wie folgt aus: Schätzungsweise 80 % der Kinder, die in Slums oder Hausbesetzungen leben, besuchen keine Schule. Die Situation unbegleiteter minderjähriger Ausländer und von Kindern, die in Mayotte und Guyana leben, ist besonders kritisch und erfordert dringende Maßnahmen und konkrete Schritte zur Verbesserung ihrer Lage (Commission Nationale Consultative des Droits de l’Homme, 2025).

Das Recht auf Gesundheit

Das Recht auf Gesundheit garantiert allen Menschen Zugang zu Prävention, Diagnose und Behandlung. Patienten haben das Recht, klare Informationen über ihren Gesundheitszustand, die potenziellen Kosten und die Bedingungen der Behandlung zu erhalten (Centre des Liaisons Européennes et Internationales de Sécurité Sociale, o. D.). In Frankreich hat jede Person, die ihren Wohnsitz im Land hat oder dort regelmäßig und dauerhaft arbeitet, Anspruch auf medizinische Versorgung. Dieses Recht, das als Recht auf Gesundheit bezeichnet wird, wird durch die allgemeine Krankenversicherung (PUMa) garantiert.

Diese Regelung umfasst auch Patientenrechte, wie das Recht auf Information über den eigenen Gesundheitszustand und die anfallenden Kosten, das Recht auf Aufklärung und Einwilligung, das Recht auf Nichtdiskriminierung beim Zugang zur Gesundheitsversorgung, das Recht auf Privatsphäre sowie das Recht auf Vertraulichkeit. Die AME (staatliche medizinische Hilfe) ist eine Maßnahme, die von Menschen in prekären Situationen in Anspruch genommen werden kann (L’Assurance Maladie France, 2025).

Dieses Recht auf Gesundheit wird jedoch noch durch verschiedene andere Gegebenheiten beeinträchtigt. Einerseits ist die Gesundheitskompetenz unzureichend, was das Verständnis von Informationen und die Orientierung im Gesundheitssystem erschwert; andererseits ist der Zugang zu Gesundheitsfachkräften komplex und Termine sind schwer zu bekommen. Ferner wird die Situation durch Medikamentenengpässe noch weiter erschwert (Santé Publique France, 2024). 

Das Recht auf Schutz

In Frankreich umfasst das Recht auf Schutz mehrere Aspekte. Es gibt die allgemeine Krankenversicherung (PUMa). Außerdem gibt es den Rechtsschutz für Minderjährige (einschließlich Vormundschaft). Der Schutz gefährdeter Minderjähriger ist ebenfalls Teil des Rechts auf Schutz. Auch ausländische Kinder können Schutz genießen. Dies betrifft Flüchtlinge und Personen, die subsidiären Schutz genießen. Der Schutz der Person im weiteren Sinne umfasst auch das Recht auf Schutz des eigenen Bildes und der Privatsphäre (Service Public France, o. D.; Service Public France, 2024; L’Assurance Maladie France, 2025).

Auch Kinder haben das Recht auf Schutz, da „jedes Kind das Recht hat, sich in einer schützenden Umgebung zu entfalten, frei von Gewalt, Misshandlung oder Ausbeutung” (Justizministerium, o. D.). Die Kinder- und Jugendhilfe (ASE) kann zunächst administrative Maßnahmen ergreifen. Reichen diese nicht aus, um eine gefährliche Situation zu beenden, übernimmt die Justiz die Verantwortung für den gerichtlichen Schutz.

Flüchtlingen kann vorübergehend oder subsidiär Hilfe gewährt werden, bis ihre Situation geklärt ist (Service Public France, 2024). In der Realität wird dieses Recht auf Schutz jedoch durch Repressionen und übermäßige Gewaltanwendung durch die Polizei, durch Diskriminierung und Rassismus in Frankreich, sowie durch die Auswirkungen des Asyl- und Einwanderungsgesetzes beeinträchtigt (Amnesty International, 2024). 

Risikofaktoren Länderspezifische Herausforderungen

Kindesmisshandlung

In Frankreich sind Kinder vielerlei Arten von Missbrauch ausgesetzt, darunter Zwangsarbeit, Zwangsbettelei und sexuelle Ausbeutung. Unbegleitete Kinder und Kinder aus benachteiligten Verhältnissen sind besonders gefährdet.

Frankreich hat Fälle von Kinderhandel zum Zwecke der Ausbeutung in verschiedenen Formen registriert, darunter Zwangsarbeit in der Landwirtschaft, insbesondere in der Region Champagne. Im französischen Departement Mayotte sind unbegleitete Kinder aus den Komoren ebenfalls stark von Menschenhandel bedroht (US-Außenministerium, 2024).

Inzest, sexuelle Übergriffe und körperliche Gewalt sind häufige Probleme für Kinder in Frankreich, wobei der Missbrauch überwiegend von nahen Familienangehörigen begangen wird. Im Jahr 2022 belief sich die Zahl der Kinder, die innerhalb ihrer Familie einen gewaltsamen Tod erlitten haben, auf 60. Mindestens alle fünf Tage stirbt ein Kind an den Folgen von Misshandlungen durch seine Eltern oder einen Angehörigen. Im Jahr 2023 soll etwa jeder zehnte Franzose im Laufe seines Lebens Opfer von Inzest geworden sein (UNICEF, 2022; Statista 2025).

In Frankreich geben die anhaltenden und zunehmenden Probleme diskriminierender Kontrollen und Durchsuchungen, sowie der übermäßige und manchmal tödliche Einsatz von Gewalt gegen Kinder Anlass zu großer Sorge. Diese Gewalt wird oft durch systemischen Rassismus verschärft und betrifft unverhältnismäßig stark Jugendliche afrikanischer und arabischer Herkunft (Le Monde 2024).

Armut 

In Frankreich leben Tausende von Minderjährigen in Armut und haben auch keinen Zugang zu Grundrechten wie Bildung und Gesundheitsversorgung. Einige leben in Slums oder sind obdachlos. Im Jahr 2022 lebten mehr als 20.000 Menschen in Slums im französischen Mutterland, darunter 8.000 bis 10.000 Kinder (Médecins du Monde, 2022). Unter den betroffenen Personen lag die Einschulungsquote zwischen 12 und 18 Jahren bei 47 % (Médecins du Monde, 2022).

Neben der vielfältigen Diskriminierung, der sie ausgesetzt sind, müssen sie mit unhygienischen Lebensbedingungen, beengten Verhältnissen und einer durch die Baufälligkeit der Gebäude und Probleme bei der Wasser- und Abwasserentsorgung verschärften Gesundheitsgefährdung fertig werden. Darüber hinaus behindern das Fehlen von Statistiken zu diesem Thema und die Nichteinhaltung der Verpflichtungen der staatlichen Stellen die Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Situation (UNICEF, 2017; Médecins du Monde, 2019).

Diskriminierung

Über die soziale und wirtschaftliche Diskriminierung hinaus, der die in Armut lebenden Kinder im Mutterland ausgesetzt sind, müssen diejenigen, die in den Überseegebieten leben, mit strukturellen Ungleichheiten aufgrund ihres Wohnorts kämpfen. Der Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Wohnraum ist dort noch mehr eingeschränkt. Diese regional begründete Armut hat schwerwiegende Folgen: Auf La Réunion ist fast jedes zweite Kind davon betroffen, während es in Guyana sogar 6 von 10 Kindern sind. Von schlechten Wohnverhältnissen sind fast 600.000 Menschen in diesen Gebieten betroffen.

Auch die Gesundheit der Kinder ist direkt betroffen, was sich auf ihre Entwicklung und ihr Wohlbefinden auswirkt. Die Kindersterblichkeitsraten liegen deutlich über dem Durchschnitt in Frankreich. Dieses Problem hängt direkt mit einem Mangel an Infrastruktur und finanziellen Ressourcen zusammen. Im Jahr 2019 gaben 45 % der Einwohner von Mayotte an, auf medizinische Versorgung verzichtet zu haben. Durch das Zusammentreffen dieser zahlreichen Probleme ist das Leben von 1,2 Millionen Kindern und Jugendlichen gefährdet (UNICEF, 2023).

Migrantenkinder und Flüchtlingskinder

Systemische Mängel, administrative Missstände und erhebliche Ungleichheiten kennzeichnen die Aufnahme und vorübergehende Notfallbetreuung unbegleiteter ausländischer Minderjähriger in Frankreich. Die zunehmend restriktive Einwanderungspolitik der französischen Behörden führt dazu, dass Diskriminierung und Schwierigkeiten bei der Regularisierung ihres Status zur täglichen Realität gehören.

Unbegleitete Minderjährige haben auch Schwierigkeiten, Zugang zu Informationen und zur Justiz zu erhalten. Sie sind nicht immer der Sprache mächtig und sind mit den langwierigen Verwaltungsverfahren nicht vertraut (Info Migrants, 2025).

Flüchtlings- und Migrantenkinder in Frankreich sind mit großen Schwierigkeiten konfrontiert, darunter Gewalt und Missbrauch, psychischen und physischen Gesundheitsproblemen (posttraumatische Belastungsstörungen, Mangelernährung), Hindernissen beim Zugang zu Bildung und Wohnraum sowie der Gefahr von Diskriminierung und Rassismus (Human Rights Watch, 2024).

Kinder mit Behinderungen

In Frankreich sind Diskriminierung, der Zugang zu Bildung und sozialen Dienstleistungen sowie finanzielle Schwierigkeiten, Probleme, mit denen Kinder mit Behinderungen konfrontiert sind. Die überwiegende Mehrheit der Kinder mit Behinderungen, die Regelschulen besuchen, stammt aus benachteiligten Familien (51 %), was in starkem Kontrast zum Gesamtdurchschnitt der gleichaltrigen Schüler (38 %) steht.

Kinder mit Behinderungen sind mit ungünstigeren Lebensbedingungen konfrontiert. Im Zeitraum 2016-2017 betrug der Anteil der Haushalte, die Beihilfe für behinderte Kinder (AEEH) erhielten und unterhalb der Armutsgrenze lebten, 25 %, während dieser Anteil bei Haushalten, die diese Beihilfe nicht erhielten, bei 17 % lag (Haut-Commissariat à la Stratégie et au Plan, 2025). 

Rechte von Mädchen

In Frankreich genießen Mädchen Grundrechte, die in der Verfassung verankert sind, doch diese Rechte werden durch diskriminierende Verbote missachtet. Dazu gehört insbesondere die Diskriminierung aufgrund religiöser Kleidung, insbesondere das Verbot des Hijab im Sport und an öffentlichen Schulen, dessen Folgen muslimische Mädchen und Frauen unverhältnismäßig stark treffen (Amnesty International, 2025).

Gewalt gegen Mädchen und Frauen, insbesondere weit verbreitete sexuelle Gewalt und Femizide, sind ein weiteres ernstes Problem, das aufgrund tief verwurzelter sexistischer Vorurteile vom Justizsystem oft mit Unglauben aufgenommen wird. Zwischen 2012 und 2021 wurden 94 % der Anzeigen wegen Vergewaltigung und 86 % der Anzeigen wegen sexueller Gewalt von der französischen Justiz eingestellt. Obwohl die endgültige offizielle Rate der Frauenmorde in Frankreich für 2025 derzeit noch nicht vorliegt, deuten die vorhandenen Daten darauf hin, dass das Problem der tödlichen häuslichen Gewalt weiterhin besteht (Human Rights Watch, 2025).

LGBTQ+-Jugendliche

In Frankreich sind LGBTQ+-Kinder u. a. mit Diskriminierung und Gewalt konfrontiert, die oft innerhalb ihrer Familie und ihres schulischen Umfelds ausgeübt werden. Diese Situationen können zu psychischen Störungen und einem Gefühl der Isolation führen. Homophobie und Transphobie setzen sie oft der Ablehnung durch ihre Familie und das Bildungssystem aus. 

Von den 1.620 Fällen von Diskriminierung und Gewalt gegen homosexuelle oder transgender Personen, die im Jahr 2024 in Frankreich registriert wurden, ereigneten sich 200 innerhalb der Familie oder des engen Umfelds der Betroffenen. Ablehnung durch ihre Angehörigen wird von 71 % der Opfer angegeben. Belästigungen, Drohungen und Beleidigungen betreffen je 34 %, 19 % und 34 % der betroffenen Personen (Observatoire des inégalités, 2025).

Selbstmord bei Kindern und Jugendlichen

Selbstmord bei Kindern ist in Frankreich ein Thema, das zunehmend Anlass zur Sorge gibt, da die Kinderpsychiatrie mit einer steigenden Zahl von Fällen und Krankenhausaufenthalten aufgrund von Selbstmordversuchen überlastet ist. Mädchen sind offenbar häufiger betroffen und drücken ihre Not oft durch Selbstverletzung oder Essstörungen aus.

Jungen versuchen zwar seltener, sich das Leben zu nehmen, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie dabei Erfolg haben, größer, da sie oft zu gewaltsameren Methoden greifen. In Frankreich ist Selbstmord die zweithäufigste Todesursache bei Kindern zwischen 15 und 24 Jahren (Le Monde, 2022 und 2024).

Verfasst von Moïra Phuöng Van de Poël

Intern Korrektur gelesen von Aditi Partha

Übersetzt von Margit Bertling

Übersetzung korrekturgelesen von Karolina Hofman

Letzte Aktualisierung am 26. September 2025

Referenzen:

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[1] Dieser Artikel erhebt keineswegs den Anspruch, einen vollständigen oder repräsentativen Überblick über die Rechte des Kindes in Frankreich zu geben. Eine der zahlreichen Herausforderungen besteht nämlich darin, dass es nur wenige aktuelle Informationen über französische Kinder gibt, von denen ein Großteil unzuverlässig, nicht repräsentativ, veraltet oder schlichtweg nicht vorhanden ist.