Kinder in Mexico

Kinder in Mexico

Die Verwirklichung von Kinderrechten in Mexiko

Mexiko, eines der am dichtesten besiedelten Länder Lateinamerikas, steht vor einer Vielzahl von Problemen. Der demographische Wandel im Land sorgt dafür, dass die Hälfte der Bevölkerung unter 20 Jahre alt ist. Die Folge davon ist, dass die Kinderrechte nicht ausreichend unterstützt und durchgesetzt werden und viele dieser Rechte werden missachtet.

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Index der Realisierung von Kinderrechten : 7,81/10
Orange Stufe : Wahrnehmbare Probleme

Bevölkerung : 116 M.
Bev. 0-14 Jahren : 27,4%

Lebenserwartung : 77,5 Jahre
Kindersterblichkeit : 11 ‰

Hauptprobleme, mit denen Kinder in Mexiko konfrontiert sind:

Armut

Die Hälfte der mexikanischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Diese alarmierenden Zahlen verdeutlichen die tiefe soziale Ungerechtigkeit, die der mexikanischen Gesellschaft zugrunde liegt. Tatsächlich ist das Land zweigeteilt, die Armen auf der einen Seite und die Reichen auf der anderen Seite, da der Reichtum des Landes sehr unterschiedlich verteilt ist.

Schätzungsweise ein Viertel der mexikanischen Kinder leben in Armut. Diese Kinder werden immer wieder mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert, die sie daran hindern, ihre Rechte wahrzunehmen. Sie haben nur schwer Zugang zu Bildung, Gesundheitsvorsorge und angemessenen Lebensraum.

Kinderarbeit

Wegen der Armut, die große Teile der Bevölkerung betrifft, ist der Anteil der Kinderarbeit sehr hoch. Etwa 3,5 Millionen Kinder in Mexiko arbeiten als Haushaltshilfen oder tragen Holz und Zement.

Diese Kinder werden ausgebeutet, indem sie im Vergleich zu Erwachsenen, die dieselbe Arbeit verrichten, schlecht bezahlt werden. Sie müssen unter schwierigen Bedingungen arbeiten und gefährden jeden Tag ihre Gesundheit.

Sie arbeiten entweder das ganze Jahr über oder nur zur Erntezeit und nur wenige von ihnen gehen zur Schule, da es sehr viel wichtiger für die Familien ist, mit dem Lohn den Eltern zu helfen, als eine gute Bildung zu erhalten. Denn auch Bildung ist eine weitere Ausgabe.

Das Recht auf Gesundheit

Obwohl die Lebenserwartung von Mexikanern fast genauso hoch ist wie die von Europäern, gibt es im mexikanischen Gesundheitssystem viele Fehler. Zwischen privater und öffentlicher Gesundheitsversorgung besteht ein großer Unterschied, wenn es um die Qualität von Personal und Pflege geht.

Mexikanische Kinder aus armen Familien haben deshalb nur Zugang zu den grundlegendsten Leistungen, die oft nicht ausreichen für die Krankheiten, die diese Kinder entwickeln.

Das alarmierendste Zeichen, dass es um die Gesundheit der Kinder nicht gut bestellt ist, ist die Verbreitung von AIDS, die 0,2 % der Kinder betrifft. Schätzungsweise 250 Kinder werden jedes Jahr mit dieser Krankheit geboren. Unglücklicherweise wird das Virus vor allem in armen Dörfern von der Mutter zum Kind weitergegeben. Durch die fehlende Aufklärung über die Übertragung des AIDS– Virus ist eine Ausrottung des Virus fast unmöglich.

Gewalt gegen Kinder

Das Leben in Armut bedeutet für die Kinder in Mexiko auch ein Leben in Gewalt, sowohl in der Schule als auch zu Hause.

Die Gewalt in der Schule hat dabei weitreichende Konsequenzen, da sie dazu führt, dass die Kinder die Schule abbrechen und arbeiten gehen.

Außerdem sind vor allem Straßenkinder Opfer von Gewalt; durch ihre Arbeitgeber oder Menschenhändler, die die Kinder ausbeuten.

Das Recht auf Bildung

Die Schulpflicht in Mexiko gilt bis zum Alter von 14 Jahren. Allerdings arbeiten schon 12% der Kinder im Alter von 12. Obwohl sich die Regierung redlich bemüht, 100% der Kinder eine Schulbildung zu geben, lässt die Qualität der Lehre einiges zu wünsche übrig und so verlassen auch deshalb viele Kinder die Schule frühzeitig.

Außerdem sind die sozialen Ungerechtigkeiten im Klassenraum auch unübersehbar. Kinder aus reichen Familien im Norden des Landes haben leichteren Zugang zu privaten Universitäten, während die Kinder aus ärmeren Familien im Süden, die diese Möglichkeit nicht haben, die Schule verlassen.

Und obwohl der Staat reichlich in die Bildung des Landes investiert, um diese zu verbessern, steht Mexiko auf dem letzten Platz im Bildungs-Ranking der OECD-Länder.

Kinderehe

Kinderehen sind in Mexiko nicht ungewöhnlich. Es wird geschätzt, dass mehr als 20% der jungen Mädchen heiraten, bevor sie 18 Jahre alt sind. Obwohl das Gesetz das heiratsfähige Alter auf 18 Jahre fest gelegt hat, wie es in den meisten Ländern der Fall ist, können jungen Erwachsene mit dem Einverständnis der Eltern schon früher heiraten.

Sehr oft sind es deshalb die Eltern, die eine Hochzeit arrangieren, ohne das Einverständnis des Paares. Diese Verbindungen haben ernste Konsequenzen für die Gesundheit der jungen Braut, die die Folgen einer Ehe nicht einschätzen können.

Kinder aus ethnischen Minderheiten

Kinder aus ethnischen Minderheiten und Ureinwohner Mexikos werden oft diskriminiert und sind Opfer von Gewalt durch Mafiaanhänger.

Oft werden die grundlegendsten Rechte dieser Kinder, auf Bildung oder Gesundheit beispielsweise, missachtet. Das hat schwerwiegende Folgen für deren physische und psychologische Entwicklung. Die Kindersterblichkeitsrate ist zum Beispiel 60-mal höher bei den Ureinwohnern als bei dem Rest der Bevölkerung.