Die Kinder von Belize

Die Kinder von Belize

Die Verwirklichung von Kinderrechten in Belize

Mehr als ein Drittel der Bevölkerung des zentralamerikanischen Landes Belize ist unter 15 Jahre alt.

Das Land hat einen nationalen Plan (2004-2015) für Kinder und Jugendliche entwickelt, der die Bereiche medizinische Versorgung, Bildung, Schutz von Kindern, Familie, Schutz vor HIV/AIDS und Kultur abdeckt.

Trotzdem müssen noch mehr Fortschritte gemacht werden. Um die Situation von Kindern zu verbessern, müssen sich die Mentalität und Traditionen dieses multikulturellen Landes weiter entwickeln.

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Index der Realisierung von Kinderrechten : 8,16/ 10
Gelb: : recht gute Lage

Bevölkerung : 334.297
Bev. 0-14 Jahren : 35,8 %

Lebenserwartung : 73,9 Jahre
Kindersterblichkeit : 14 ‰

Hauptprobleme der Kinder in Belize:

In Belize leben 45% der Bevölkerung in Armut. Diese Situation ist vor allem auf Naturkatastrophen und die negative Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise zurückzuführen.

Armut ist eines der Hauptprobleme in Belize und stellt ein Hindernis für das Wohlbefinden von Kindern dar.

  • Recht auf medizinische Versorgung

Was die Gesundheitsversorgung für Kinder betrifft, sind Fortschritte zu verzeichnen: die Sterblichkeitsrate sank von 44/1000 im Jahr 1990 auf 17/1000 im Jahr 2010.

Jedoch wurden viele Kinder nach der Geburt nicht amtlich angemeldet. Sie sind deshalb nicht im Gesundheitssystem erfasst und haben somit auch keinen Zugang zu medizinischer Versorgung

Das Land hat die höchste HIV-Rate in Zentralamerika. Durch die Verbesserung von Behandlungsmethoden gelang es, die Mutter-Kind-Übertragung von 19% im Jahr 2007 auf 3,3% im Jahr 2012 zu senken.

  • Viele Menschen haben keinen Zugang zu Wasser.

Im Bereich der Hygiene entsprechen beispielsweise 70% der Schulen was die Installation von Toiletten betrifft nicht internationalen Normen.

Die Schulbesuchsquote im Primarbereich liegt bei 94%.

Der Anteil an Schülern, die ein Schuljahr wiederholen müssen, ist mit 14% relativ hoch. Dies trägt zu vorzeitigen Ausbildungsabbrüchen und einem schwachen Selbstwertgefühl seitens der Schüler bei.

Die öffentliche Schulbildung ist für die obligatorische Schulzeit (5 bis 15 Jahre) kostenlos. Jedoch entstehen indirekte Kosten (Schulbedarf, Essen, Transport, etc.), die sich negativ auf das Anwesenheitsverhalten auswirken können.

Schwangere weibliche Jugendliche werden der Schule verwiesen. Erst nach einem Jahr können sie eine Wiederaufnahme beantragen.

Schulen diskriminieren auch Kinder mit Behinderungen, da die Gebäude nicht behindertengerecht sind. Der Staat stellt für sie nicht viel Geld bereit, sondern überlässt sie einigen im Land tätigen Nichtregierungsorganisationen. Im Zuge der Ratifizierung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen hat der Staat gerade einen Plan zur Verbesserung der Situation von Kindern mit Behinderung verabschiedet.

In Belize ist körperliche Bestrafung immer noch relativ weit verbreitet. Einige Eltern benutzen Gegenstände wie Gürtel und Besen, um ihre Kinder zur Disziplin zu zwingen.

Obwohl ein Großteil der Eltern und Lehrer dagegen war, wurde im die Prügelstrafe Jahr 2010 per Gesetz abgeschafft. Allerdings dürfen andere Personen wie Polizisten oder sogar Fremde diese Art der Bestrafung noch gegen Kinder ausüben.

Trotzdem ist eine Aufklärungskampagne dringend notwendig, um Eltern, Lehrern und öffentlichen Behörden aufzuzeigen, dass es bessere Methoden in der Erziehung von Kindern als Gewalt gibt.

Die Prostitution Minderjähriger ist ein großes Problem in Belize. Derzeit liegen nur unzureichende Daten über die Prostitution Minderjähriger vor, aber Kinderhandel zum Zwecke der Prostitution und Pornographie ist leider eine verbreitete Praxis.

30% der Prostituierten sind zwischen 13 und 18 Jahre alt und stammen aus wirtschaftlich benachteiligten Familien. Diese jungen Mädchen bieten älteren Menschen sexuelle Gefälligkeiten. Im Gegenzug erhalten sie Schmuck, Bücher, Kleidung oder Geld zur Bezahlung ihrer Schulgebühren. Viele Familien verheiraten ihre Töchter im Tausch gegen Geld.

Die Prostitution Minderjähriger ist im ganzen Land weit verbreitet.

Kindern unter 12 Jahren ist es gesetzlich nicht erlaubt zu arbeiten. Kinder im Alter von 12 und 14 Jahren dürfen zwar arbeiten, jedoch nur außerhalb der Schulzeiten.

Allerdings werden diese Gesetze nicht eingehalten: 6% der Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren arbeiten, hauptsächlich in den Unternehmen ihrer Familien. Die Hälfte dieser Kinder arbeitet unter gefährlichen Bedingungen, die eigentlich für Kinder unter 14 Jahren verboten sind.

Kinder ab 12 Jahren, die sich noch in der Ausbildung befinden, ist es gestattet, einer Nebenbeschäftigung nachzugehen.