Kinder aus Paraguay

Kinder aus Paraguay

Kinderrechte in Paraguay umsetzen

Obwohl das Land im Jahre 1990 die Kinderrechtskonvention ratifiziert hat und man eine deutliche Verbesserung im Bereich der Menschenrechte erkennen kann, muss Paraguay doch noch viele Bemühungen anstellen, um die Situation der Kinder zu verbessern, sodass sie in angemessenen Bedingungen leben können.

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Index der Realisierung von Kinderrechten : 6,83/ 10
Rote Stufe : Schwierige Lage

Bevölkerung : 6,6 M.
Bev. 0-14 Jahren : 26,8 %

Lebenserwartung : 72,3 Jahre
Kindersterblichkeit : 18 ‰

Hauptprobleme, denen Kinder in Paraguay gegenüberstehen:

Armut

In Paraguay leben 15% der Bevölkerung mit weniger als einem Euro pro Tag. Daher ist es schwer für die Familien, ihre Kinder unter guten Bedingungen großzuziehen. Extreme Armut nimmt weiter zu, vor allem in den Städten. Diese Lage macht es für benachteiligte Kinder unmöglich, auf die notwendigen Versorgungsleistungen zuzugreifen.

Bildung

Die Schulbesuchsquote ist relativ hoch in Paraguay, dennoch haben 10% der Kinder keinen Zugang zum Schulsystem. Das erklärt sich durch die Armut der Familien, die ihre Kinder eher zur Arbeit schicken als zur Schule.

Kindersoldaten

Trotz des Gesetzes, welches angibt, dass es ein Mindestalter (18 Jahre) für den Eintritt in die Armee gibt, finden Rekrutierungen von Kindern und Jugendlichen in Paraguay immer noch statt und beunruhigen die Behörden, die sich für den Schutz der Menschenrechte einsetzen. Das Gesetz sieht vor, dass derjenige, der Minderjährige rekrutiert, fünf Jahre lang von seiner Anstellung suspendiert wird. Allerdings wurde dieses Gesetz noch nicht umgesetzt.

Kinderarbeit

Statistiken besagen, dass 15% der Kinder, also ein Viertel aller Kinder zwischen 10 und 17 Jahren, eine wirtschaftliche Aktivität in Paraguay ausüben, um die finanzielle Lücke in ihrer Familie zu schließen. Die Aufgaben, die sie ausführen, sind nicht einfach (Träger auf dem Markt, Scheibenwäscher, Ausrufer etc.).

Die Hausarbeit wird hauptsächlich von den Mädchen durchgeführt, was sie daran hindert, regelmäßig zur Schule zu gehen.

Verhaftete Kinder

Umfragen aus einigen Hafteinrichtungen in Paraguay zeigen, dass schwere Kinderrechtsverletzungen stattfinden. Abgesehen von der Tatsache, dass sie willkürlich festgenommen werden, müssen einige Kinder von der Straße, die inhaftiert werden, Quälereien über sich ergehen lassen und unter scheußlichen und unmenschlichen Bedingungen leben.

Missbrauch

In Paraguay findet Kindermissbrauch noch immer viel zu oft statt. In zahlreichen Familien werden Körperstrafen von den Eltern als eine Erziehungsmethode erachtet. Diese Taten verletzen die internationale Kinderrechtskonvention, da Eltern eigentlich eine Schutzrolle haben.

Straßenkinder

Viele Kinder aus armen Familien entscheiden sich oder sind gezwungen, ihr Familienhaus zu verlassen, um zu arbeiten und auf der Straße zu leben. Die Lage führt dazu, dass die Kinder sich immer mehr von ihrer Familie und der Gemeinde entfernen. Die Lebensbedingungen dieser Kinder sind sehr schlecht, vor allem, weil sie schnell in die Fänge von Menschenhändlern gelangen, die keine Sekunde zögern, sie zur Prostitution zu zwingen oder sie in Familien unterzubringen, wo sie ausgenutzt werden.

Die Regierung hat allerdings die repressiven Maßnahmen gegen die Täter des Kinderhandels vermehrt, welches ein gutes Vorzeichen für einen konsequenten Rückgang der Ausnutzung der Kinder ist.

Kinderhandel

Paraguay ist aufgrund seiner geografischen Lage an den Grenzen stark von Kinderhandel betroffen, vor allem zwecks kommerzieller sexueller Ausbeutung oder Leibeigenschaft. Die Kinder werden hauptsächlich in andere Staaten transportiert, wie zum Beispiel Argentinien oder Spanien, Brasilien, Italien, Chile oder auch Bolivien.

Kinderheirat

Die Quote der verheirateten Minderjährigen vor dem 18. Lebensjahr beträgt 18%. Kinder aus ländlichen Gebieten sind mehrheitlich früher verheiratet (treu dem traditionellen Modell), als die Kinder aus Städten.

Diese Ehen können ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit der jungen Mädchen haben, die psychologisch nicht darauf vorbereitet sind und nicht alle Verpflichtungen einer Ehe verstehen. Zudem können sie in der Hochzeitsnacht vergewaltigt werden oder auch danach Opfer von sexueller Gewalt werden.