Kinder in Südafrika

Kinder in Südafrika

Die Verwirklichung der Kinderrechte in Südafrika

 

Aufgrund seiner starken kulturellen Unterschiede wird Südafrika oft „eine Welt in einem Land“ genannt. Mit dem Gegensatz zwischen gut entwickelten städtischen Gegenden und extrem armen ländlichen Gebieten ist Südafrika mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, insbesondere im Hinblick auf die Rechte der Kinder.

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Index der Realisierung von Kinderrechten : 7,07/ 10
Rote Stufe : Schwierige Lage

Bevölkerung : 48,6 Millionen
Bev. 0-14 Jahren : 28,4 %

Lebenserwartung : 56,9 Jahre
Kindersterblichkeit : 34 ‰

Hauptprobleme, mit denen die Kinder in Südafrika konfrontiert sind:

Armut

64% der südafrikanischen Kinder (die Mehrheit von der farbigen Bevölkerung) leben in bitterer Not. Am stärksten ist die Provinz Limpopo von der Armutbetroffen. Die Kinder, die in dieser Region unterhalb der Armutsgrenze leben, sind großen Risiken ausgesetzt.

In vielen Fällen geht die, Armut in Südafrika auf die hohe Arbeitslosigkeitsquote im Land zurück – insbesondere in den Regionen Limpopo und Western Cape. Aufgrund dieser schwierigen sozialökonomischen Situation sind einige südafrikanische Familien (oft alleinerziehende Mütter sowie jene ohne ein festes Einkommen) mit Nahrungsmangel konfrontiert, so dass sie hungern müssen.

Gesundheit

Die Kindersterblichkeit welche zu einem großen Teil vom AIDS-Virus,hervorgerufen wird, ist seit 1990 unverändert. Doch die südafrikanische Regierung hofft, dass die Sterblichkeitsrate der Kinder, die jünger als 5 Jahre sind, um ein Drittel minimieren zu können. Um dies zu erreichen, wurde ein Aktionsplan erstellt, der zum Ziel hat, das Gesundheitswesen zu verbessern.

Fehlernährung spielt eine große Rolle for die Gesundheit der jungen Südafrikaner und das Land muss Probleme der Mangelernährung und Überernährung gleichermaßen bewältigen. Eines von zehn Kindern ist untergewichtig, weil es ihm an Essen mangelt. Einer großen Anzahl von Kindern, die jünger als 5 Jahre alt sind, mangelt es an Vitamin A und Eisen, was zu erheblichen Wachstumsproblemen führen kann. Andererseits, kämpft Südafrika gegen Fettleibigkeit, die bei einigen Jugendlichen auftritt. Es wurden Ernährungsprogramme für Schulen entworfen, so dass eine große Anzahl von Kindern Zugang zu ihnen hat.

Bildung

Mehr als 90% der südafrikanischen Kinder profitieren von ihrem Recht auf Bildung. Doch nicht alle von ihnen haben immer Zugang dazu. Der Hauptgrund dafür, dass diese Kinder nicht zur Schule gehen, liegt darin, dass ihre Familien zu arm sind, die damit verbundenen Kosten zu bezahlen.

In vielen Fallen bekommen, behinderte Kinder keinen Unterricht. Sie leiden unter Diskriminierungen, insbesondere in der Provinz Northern Cape, wo sie sehr selten zur Schule gehen.

Außerdem bleibt die Unterrichtsqualität aufgrund der allgemein vorherrschenden Sicherheitsmängel in den Schulen in Südafrika relativ schlecht.

Kindesmissbrauch

In Südafrika kommt Kindesmissbrauch häufig vor; junge Mädchen werden vernachlässigt und selbst innerhalb ihrer eigenen Familien missbraucht. Außerdem werden oft Kinder missbraucht; wobei die Jüngsten dem größten Risiko ausgesetzt sind.

Südafrika hat die höchste Vergewaltigungsrate in der Welt. Mädchen werden von Lehrern, Klassenkameraden und außenstehenden Individuen physisch und sexuell missbraucht. Aus Angst vor sexuellen Übergriffen ziehen sie oft ihre Sicherheit vor, anstatt zur Schule zu gehen.

Auch kommt es in einigen Gemeinschaften zu frühen Heiraten, wobei es die Sitte erfordert, dass der zukünftige Ehemann der Familie, dessen junges Mädchen er heiratet, eine Aussteuer bezahlt. Diese Tradition spielt eine Rolle bei der häuslichen Gewalt gegen Frauen, weil der Ehemann davon ausgeht, dass er seine Frau käuflich erworben hat und sie ihm deshalb gehört.

Kinderheirat

In einigen südafrikanischen Regionen und in einigen religiösen Gruppen werden, Kinderheiraten noch immer praktiziert. Auf Drängen ihrer Familien sind Mädchen gezwungen, zu heiraten.

Kinderheiraten können schlimme Auswirkungen auf die Gesundheit haben. So riskieren junge Mädchen bei frühen Schwangerschaften Frühwehen und ein untergewichtiges Kind. Eine weitere negative Auswirkung ist, dass früh verheiratete Mädchen die Möglichkeit einer Ausbildung oder einer Karriere verlieren.

Das Recht auf eine Unterkunft

Leider lebt eine große Anzahl der südafrikanischen Kinder in Elendsvierteln, insbesondere in den Provinzen Western Cape und Gauteng. Einige dieser Kinder leben in sog. „Traditionellen“ Häusern – ein Haustyp der oft in der Region Eastern Cape vorkommt. In diesen zerfallenen Häusern ist Holz die Hauptenergiequelle.

Bei den Unterkünften können große Ungleichheiten beobachtet werden. Die Kinder reicher Wohngegenden profitieren von Modernität und den neuesten Technologien, während die Kinder unterprivilegierter Viertel nicht immer eine adäquate Unterkunft haben.

Das Recht auf Wasser

In Südafrika haben 4 von 10 Kindern keinen Zugang zu fließendem Wasser. Deshalb hängt die große Mehrheit der Kinder, hauptsächlich jene vom Eastern Cape, von Regenwasser sowie Bächen und Flüssen ab, welche gänzlich unsicher sind.

Die Kinder reicher Gemeinschaften haben im Großen und Ganzen eine adäquate Sanitärversorgung. Leider ist dies für Kinder aus armen Familien, die keinen Zugang zu Sanitäranlagen haben, nicht der Fall. Eine große Anzahl südafrikanischer Kinder, zumeist jene aus den Elendsvierteln, haben dort, wo sie leben, keinen Zugang zu Toiletten.

Inhaftierung Minderjähriger

Was die Haftbedingungen von Minderjährigen betrifft, welche nach dem südafrikanischen Gesetz eigentlich komplett von den erwachsenen Häftlingen getrennt werden müssen, muss noch viel getan werden. Häufig teilen sich Kinder unter 18 Jahren in südafrikanischen Gefängnissen dasselbe Gebäude und manchmal sogar dieselbe Zelle mit Erwachsenen. Um dieses Gesetz umzusetzen, müssen Minderjährige in geeigneten Einrichtungen untergebracht werden.

Das bedeutet, dass dringende Maßnahmen zur Umsetzung dieser Gesetze ergriffen werden müssen, vor allem, wenn bekannt ist, dass in Gefängnissen Artikel 19 der internationalen Kinderrechtskonvention nicht respektiert wird. Gefangengehaltene Kinder sind oft Opfer physischen, emotionalen oder sexuellen Missbrauchs durch andere Gefangene oder das Personal.