Die Kinder in Barbados

Die Kinder in Barbados

Die Kinderrechte in Barbados verwirklichen

 

Barbados ist das wohlhabendste Land der Karibik. Schulbildung ist kostenlos und für Kinder unter 16 Jahren verpflichtend; auch medizinische Versorgung ist leicht zugänglich. Davon abgesehen ist Barbados aber gefangen zwischen Modernität und Armut: Die Barbadier leben sowohl mit den Problemen von Industrieländern als auch mit den Problemen von armen Ländern.

 Carte_Barbade

Index der Realisierung von Kinderrechten : 8,48/ 10
Gelb: : recht gute Lage

Bevölkerung : 288.725
Bev. 0-14 Jahren : 18,6%

Lebenserwartung : 75,4 Jahre
Kindersterblichkeit : 12 ‰

Hauptprobleme der Kinder auf Barbados:

  • Armut

Auch wenn die Armutsrate auf Barbados 2007 die niedrigste in der Karibik war, war sie mit 14 % relativ hoch. Drei von zwanzig Kindern hatten nicht die für ihre Entwicklung nötige Nahrung, und 8,7 % der barbadischen Haushalte lebten unterhalb der Armutsgrenze.

  • Bildung

Schulbildung auf Barbados ist kostenlos, allgemein zugänglich und für unter 16-Jährige verpflichtend. Während 90 % der Bevölkerung lesen und schreiben können, bleibt den übrigen 10 % aufgrund von Armut oder Behinderung schulische Bildung verwehrt.

Viele Familien können sich die Kosten für Bücher, Uniformen und den Transport zur Schule nicht leisten; weiterhin müssen Kinder die Schule frühzeitig verlassen, um zu arbeiten und für die Familie Geld mitzuverdienen.

Für Kinder mit Behinderung gibt es in der Schule keine speziellen Vorkehrungen, weshalb viele von ihnen keine Schule besuchen können.

Recht auf Gesundheit

  • Frühzeitige Schwangerschaften

Trotz aller Bemühungen der Regierung bleiben die Zahlen von Schwangerschaften und Abtreibungen bei jungen Mädchen hoch: 5 % der 16-jährigen Mädchen und 25 % der 18-jährigen Frauen haben bereits ein Kind auf die Welt gebracht.

HIV/AIDS

Auch wenn Barbados von einem Gesundheitssystem profitiert, das für einen Großteil der Bevölkerung zugänglich ist, ist die ansteigende Zahl der Kinder, die mit HIV geboren werden, beunruhigend.

Bei Kindern wird HIV oft von der Mutter auf das Kind übertragen. Häufig kommt es aber auch zu Übertragungen auf junge Mädchen durch erzwungenen ungeschützten Geschlechtsverkehr im Austausch gegen Essen, Kleidung und Transport. Durch ihren Status als HIV-Positive werden viele Kinder an den Rand der Bevölkerung gedrängt und vom sozialen Leben auf Barbados ausgeschlossen. Von 2700 HIV-Infizierten auf Barbados sind im Durchschnitt 100 Kinder.

Nach der Einführung medikamentöser Behandlung auf Barbados sank die Sterblichkeitsrate bei HIV-Positiven zwischen 2001 und 2010 von 10 % auf 2 %.

  • Fettleibigkeit

Fettleibigkeit ist ein wachsendes Problem, das auf schlechte Ernährung und eine zunehmend bewegungsarme Lebensweise zurückzuführen ist.

Kinder unter 12 Jahren sind besonders von körperlicher Gewalt betroffen – zu Hause und in der Schule. Körperliche Bestrafung ist sowohl in öffentlichen als auch privaten Schulen auf Barbados eine übliche Disziplinierungsmaßnahme und bis heute nicht gesetzlich verboten.

Umfragen haben ergeben, dass sexueller Missbrauch insbesondere Jugendlicher nach wie vor ein großes Problem ist und, wie oben bereits dargestellt, Mädchen durch ihre Armut in die Prostitution gezwungen werden.

  • Drogen und Kriminalität

Drogen und Kriminalität sind auf Barbados als Resultat der hohen Armutsquote und einer Bevölkerung, in der Gewalt als Bestrafung anerkannt ist, weit verbreitet. Die am häufigsten konsumierten Drogen sind Marihuana, Alkohol und Kokain.

Kinderarbeit ist auf Barbados noch nicht gänzlich ausgerottet, auch wenn sich die Zahlen durch die Einführung der Schulpflicht für unter 16-Jährige verringert haben.

Viele Kinder auf Barbados besuchen die Schule und haben außerhalb der Schulzeit einen Nebenjob, der oft bis in den späten Abend dauert, oder sie verlassen die Schule, um ganztags arbeiten zu können. In den ärmsten Teilen der Insel werden Kinder für Pornographie oder Prostitution angeheuert