Kinder in Dschibuti

Kinder in Dschibuti

Die Verwirklichung der Kinderrechte in Dschibuti

Dschibuti zeichnet sich besonders durch seine junge Bevölkerung aus. Leider gibt es eine hohe Arbeitslosenrate und Schwierigkeiten des staatlichen Finanzhaushalts führen dazu, dass viele Kinder in bedenklichen Situationen leben. Der Anteil der Bevölkerung, der Zugang zu Wasser, Essen, und Gesundheitsdiensten hat ist alarmierend gering – trotz ausländischer Hilfe.

 Carte_djibouti

Index der Realisierung von Kinderrechten : 6,92/ 10
Rote Stufe : Schwierige Lage

Bevölkerung : 792 198
Bev. 0-14 Jahren : 34,3 %

Lebenserwartung : 61,8 Jahre
Kindersterblichkeit : 54 ‰

Hauptprobleme, mit denen Kinder in Dschibuti konfrontiert sind:

Armut

Aufgrund der Arbeitslosigkeit und der schlechten sozialen Versorgung bleibt Armut weit verbreitet. 42 Prozent der Bevölkerung lebt in extremer Armut mit weniger als einem Dollar pro Tag. Dies führt dazu, dass es sehr schwierig ist, die Unterernährung der Kinder zu bekämpfen, die sanitären Einrichtungen zu verbessern oder – am wichtigsten – die Kindersterblichkeitsrate zu senken.

Gesundheit

Trotz des versprochenen Fortschritts bleiben die Überlebenschancen für dschibutische Kinder niedrig: Eines von zehn Kindern stirbt, bevor es ein Jahr alt wird.

Mangelernährung betrifft viele Kinder, die wahrscheinlich niemals ihr Erwachsenenalter erreichen werden. Viele von ihnen bekommen keine Grundimpfungen, was dazu führt, dass sie aufgrund von Frühgeborenenproblemen, Infektionen, Erstickung oder Durchfallerkrankungen wie Malaria sterben.

Zusätzlich ist die Zugangsmöglichkeit zu Trinkwasser von Region zu Region sehr unterschiedlich. Nur 52,5% der ländlichen Haushalte und 69% der städtischen Bevölkerung haben Zugang zu Trinkwasser. Von der ländlichen Bevölkerung haben nur 17% eine gute Sanitäranlage um Exkremente zu beseitigen.

Die Hygienebedingungen sind immer noch unzureichend und führen dazu, dass schwere Krankheiten wie Cholera andauern.

Außerdem werden medizinische Mitarbeiter nicht ausreichend geschult und Mütter schlecht informiert. Manche Ärzte führen Operationen ohne wirkliche hygienische Maßnahmen und oft ohne Betäubung durch, was das Leiden der Kinder verstärkt.

HIV/AIDS

Zu wenige Frauen erhalten Informationen über HIV/AIDS und laufen Gefahr, die Krankheit auf ihr Kind zu übertragen, weil sie ihren serologischen Zustand ignorieren.

Teenager

Obwohl der Schulbesuch bis zum Alter von 16 Jahren Pflicht ist, werden Kinder mit 13 Jahren oft von der Schule genommen. Die Zukunft in Dschibuti ist ungewiss und wirkliche Perspektiven fehlen. Jugendliche verlassen die Schule vorzeitig und finden im Anschluss keine Lehrstellen für spezialisierte Berufe, weil sie nicht ausreichend gebildet sind.

Viele Jugendliche nehmen eine Vielzahl von Drogen wie Kath oder Alkohol zu sich, die schädliche Auswirkungen auf ihre Gesundheit, Konzentration und Urteilsvermögen haben.

HIV/AIDS ist zu einem wirklichen Problem für die Jugendlichen geworden, von denen nur die Hälfte während ihrer ersten sexuellen Begegnung, die im Durchschnitt im Alter von 16 oder 17 Jahren stattfindet, ein Kondom benutzt. In der Altersgruppe von 15 bis 34 Jahren kommen AIDS-Erkrankungen doppelt so oft vor als beim Rest der Bevölkerung.

Weibliche Genitalverstümmelung

In Dschibuti werden junge Mädchen im Alter von zwei bis fünf Jahren einer Genitalverstümmelung unterzogen. Obwohl gesetzlich verboten, dauern die Schmerzen und manchmal auch die Komplikationen dieser Praxis immer noch an.Der Artikel 333 des Strafgesetzbuches beinhaltet eine Strafe von fünf Jahren Haft und eine Million dschibutischer Franken für weibliche Genitalverstümmelungen.

Doch kommt es meist zu keinen Sanktionen, obwohl das Vorkommen dieser Praktik in Dschibuti am höchsten ist im Vergleich zum Rest Afrikas: 93%der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren gaben im Jahr 2006 an, eine Genitalverstümmelung gehabt zu haben.

In Dschibuti gibt es drei Kategorien dieser Verstümmelungen. Die pharaonische Beschneidung, hauptsächlich durch Somalier praktiziert, stellt die extremste und verbreitetste Form der weiblichen Genitalverstümmelung im Land dar. Sie passiert 70% der Mädchen. Auch in der Sunna-Kultur wird die weibliche Beschneidung praktiziert – insbesondere in der arabischen Bevölkerung. Als mildeste Form ist sie in städtischen Gegenden verbreitet, jedoch immer noch gewalttätig und nicht tolerabel.

Trotz des Verbots bleibt der Mangel an Maßnahmen zur Schaffung eines Bewusstseins gegen diese Praktiken in Dschibuti beklagenswert.

Frühzeitig erzwungene Heiraten

Der dschibutische familiäre Verhaltenskodex sieht ein Mindestalter von 18 Jahren zur Verheiratung vor. Doch in der Realität kommt es mit Zustimmung der Betreuer der Kinder zu vielfachen Ausnahmen, und der Wille der Kinder wird unabhängig von der Altersbeschränkung übergangen.

Diese Praxis geht auf Traditionen zurück und ist insbesondere im ländlichen Raum verbreitet. Das Recht, eine Heirat abzulehnen oder einen Partner zu wählen, den sie heiraten möchten, wird oft nicht durchgesetzt und junge Mädchen werden oft gezwungen zu heiraten, und gesetzeswidrige sexuelle Beziehungen einzugehen.

Prostitution und Kinderpornografie

In Dschibuti ist Kinderpornografie ein erschreckend entkriminalisiertes Geschäft. Der Verkauf, die Produktion und Distribution von Kinderpornografie muss – um als kriminell bestraft zu werden – einen erheblichen moralischen Angriff darstellen, welcher nur mit einem Jahr Gefängnis bestraft wird und der Diskretion des Richters überlassen wird.

Prostitution ist in Dschibuti weit verbreitet. Von den 2.430 Menschen, die 2009 wegen Prostitution in Haft kamen, waren 408 zwischen 10 und 17 Jahren alt. Leider werden einige dieser Kinderprostituierten, wenn sie nicht mehr als solche aktiv sind, Zuhälter, die ihre eigenen Kinderprostitutionsringe gründen.

Diskriminierung

Bei der Behandlung bedürftiger Kinder und den anderen Kindern bestehen große Unterschiede. Insbesondere Straßenkinder, Migrantenkinder, Flüchtlingskinder und behinderte Kinder werden von der Gesellschaft in großem Ausmaß diskriminiert. Durch die Abwesenheit einer schützenden Gesetzgebung und den Mangel einer Ausbildung eines aufmerksamen und liebevollen Personals ist der Zugang für diese Kinder zu verschiedenen Sozialdiensten wie Schulbildung eingeschränkt.

Waisen

In Dschibuti gibt es zahlreiche Waisen. Die Gefahr, dass die dschibutischen Kinder ihre Mutter verlieren, ist circa 50 Mal höher als bei europäischen oder amerikanischen Kindern.

Dies ist insbesondere eine Nachwirkung weiblicher und des Mangels an vorgeburtlichen Untersuchungen.

Da die internationalen Adoptionspraktiken die Verordnungen nicht respektieren, werden viele dschibutische und ausländische Waisen, in zwielichtigen Adoptionsarrangements aus dem Land gebracht.

Bildung

Trotz positiven Fortschritts ist Vorschulbildung nicht wirklich bekannt und größtenteils eine Privatangelegenheit. Der Schulbesuch vom sechsten bis zum sechzehnten Lebensjahr ist dennoch Pflicht.

In der Realität hat nur eins von zwei Kindern im Alter zwischen 6 und 12 Jahren eine Schulbildung, obwohl diese eigentlich möglich ist. So gibt es andere Faktoren, die den Zugang der Kinder zur Schule einschränken, wie zum Beispiel überfüllte Klassenräume, ein hoher Anteil abwesender Lehrer, Mangel an Lehrmaterialien und beschränkte Angebote sowie die Entfernung, die Schüler aus ländlichen Gegenden zurücklegen müssen, um zur Schule zu kommen, usw. Im Süden des Landes ist die Abwesenheit aufgrund der nomadischen Kultur der Bevölkerung weit verbreitet, und der Schuldienst kann nicht in Anspruch genommen werden.

Dies bedeutet, dass Heranwachsende im Alter von 13 bis 18 Jahren größtenteils ungebildet bleiben, da 59% von ihnen nicht im Schulsystem gewesen sind.

Dennoch wurden – insbesondere während der 2000er Jahre – dank der Schaffung zusätzlicher schulischer Strukturen Anstrengungen unternommen, um die Lage zu verbessern.

Es ist bedauernswert, dass Bildung und die professionelle Leitung nicht ihr Potenzial ausschöpfen und nicht der Situation der Arbeitskräfte angeglichen werden.

Missbrauch

Körperliche Bestrafungen an Schulen sind verboten, werden aber zu Hause praktiziert. Die Bemühungen, diesen Praktiken vorzubeugen und sie zu ahnden, waren nicht erfolgreich – insbesondere in ländlichen Gegenden, wo die Bevölkerung weniger über nicht-gewalttätige Disziplinformen informiert ist.

Das Gesetz unterstützt nicht die Trennung der Kinder von ihren Eltern in Fällen des Missbrauchs oder der Vernachlässigung, weil es keine Infrastruktur für die Betreuung der Kinder nach der Trennung gibt. Auch gibt es nur sehr wenige Anzeigen, die Kindesmissbrauchbetreffen..

Kinderarbeit

Obwohl child labor gesetzlich verboten ist, wird sie oft in verschiedenen ungefährlichen Arbeitsbereichen wie Hausarbeit, Landwirtschaft, Viehhaltung usw. praktiziert. Der Mangel an Kommissaren behindert Untersuchungen, deshalb kommt limits investigations and thus child labor häufig vor.

Straßenkinder

In den Straßen Dschibutis leben viele Kinder. Sie landen in der prostitution,Diese sind oft Ziel ökonomischer und sexueller Ausbeutung und von Gewalt bedroht. Sie landen in der Prostitution, stecken sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten an und haben keinen Zugang zu Grundrechten wie Bildung, healthcare, Essen, Unterkunft und anderen sozialen Diensten.

Es wurde vom Staat zu wenig unternommen, diesen Kindern dabei zu helfen, ihre Situation zu verbessern.

Das Justizsystem und haft

Das dschibutische Rechtssystem befasst sich nicht in ausreichendem Maße mit den Belangen Minderjähriger. Das Nichtvorhandensein spezieller Gerichtshöfe für minderjährige Straftäter ist nicht förderlich. Gerichtsurteile gegen Kinder im Konflikt mit dem Gesetz sind unterdrückend angelegt und erwägen keine Bildungs- oder Sozialisierungsoptionen.
Auch sind die Bedingungen in den Haftzentren für Minderjährige und deren Entwicklung nicht förderlich. Im Grunde können sie ab dem Alter von 13 Jahren für lange Zeit in Haft gehalten werden – sowohl vor, als auch nach dem gerichtlichen Prozess. Sie sind von den Erwachsenen grundsätzlich nicht getrennt, auch werden ihre Besuchsrechte oft missachtet.

Im Interesse der Kinder

Im Verlauf administrativer und gerichtlicher Verfahren werden die Interessen der Kinder nicht immer wahrgenommen. Die Teilhabe der Kinder an Entscheidungen, die sie in der Familie, in der Schule und in der Gemeinschaft betreffen, bleibt sehr begrenzt.

Geburtsregistrierungen

Bis zum heutigen Tag hat ungefähr eines von fünf Kindern in Dschibuti keine Geburtsurkunde. Trotz der Informationskampagnen der Regierung über die Wichtigkeit der Registrierung halten die Steuern, die hierfür eingefordert werden, die Eltern davon ab, Geburten registrieren zu lassen. Vor allem ausländische Kinder, die nicht zur Schule gehen, sind mit diesem Phänomen konfrontiert.