Die Kinder von Suriname

Die Kinder von Suriname

Die Verwirklichung von Kinderrechten in Suriname

 

Das Land Suriname hat sich für einige Jahre dazu verpflichtet, die Lebensbedingungen der Kinder zu verbessern. Es ist besonders hervorzuheben, dass Suriname dies durch die Umsetzung der internationalen Kinderrechtskonvention bewerkstelligen will. Trotzdem sind Kinderarbeit, sexuelle Ausbeutung und ungleicher Zugang zu Bildung nach wie vor schwerwiegende Probleme des Landes.

 Carte-suriname

Index der Realisierung von Kinderrechten : 8,04/10
Orange Stufe : Wahrnehmbare Probleme

Bevölkerung : 566.846
Bev. 0-14 Jahren : 26,8%

Lebenserwartung : 71 Jahre
Kindersterblichkeit : 19 ‰

Die Hauptprobleme der Kinder in Suriname:

Armut

Die Zahl der Menschen in Suriname, die in Armut leben, liegt bei 47%. Somit lebt beinahe jeder zweite Mensch in dem Land in Armut.

Viele Kinder leiden unter der Armut in Suriname. Zu viele surinamische Kinder haben keine andere Wahl als illegal zu arbeiten, um für ihre Familie zu sorgen.

Gesundheit

Die Kinder in Suriname haben keinen gleichen Zugang zur Gesundheitsvorsorge und ernsthafte Krankheiten können nicht ausreichend behandelt werden. AIDS ist zu einem der Hauptgründe für Kindersterblichkeit von Kindern im Alter von 5 Jahren oder jünger geworden. Die meisten Kinder, die mit der Krankheit infiziert sind, müssen im Krankenhaus behandelt werden, weil ihre Familien nicht in der Lage sind, sie zuhause zu versorgen.

Viele Kinder müssen wegen Unterernährung ins Krankenhaus. Die Mehrzahl dieser Kinder stammt aus ethnischen Minderheiten. Dies zeigt, dass es stark ausgeprägte Ungleichheiten zwischen verschiedenen Teilen der Bevölkerung gibt.

Teenagerschwangerschaften, Drogen- und Alkoholmissbrauch und Geisteskrankheiten sind ein ansteigendes Problem unter Jugendlichen.

Bildung

Die Qualität des Bildungswesens variiert danach, wo in Suriname die Kinder leben. In einer großen Anzahl von Grundschulen, die auf dem Land gelegen sind, sind, zum Beispiel, die Lehrer schlecht ausgebildet. Dadurch haben die Kinder große Nachteile. Der Staat setzt vor allem darauf, die Schulen in der Hauptstadt zu fördern, zum Nachteil der Schulen in ländlicheren Gegenden.

Ungleichheiten bei der Bildung sind leicht zurückzuführen auf die kulturelle Gruppenidentität der Kinder. Nur eine sehr geringe Anzahl von Kindern besucht die Grundschule. Beinahe alle dieser Kinder haben entweder eine Zugehörigkeit zu den Ureinwohnern oder einer Minderheit.

Kinderarbeit

Im September 2012 hat der amerikanische Arbeitsminister Suriname auf eine Liste von Ländern über Kinderarbeit gesetzt, und beurteilte die Lage in dem Land so, dass es zu wenig Schutz bietet und keine Gesetzgebung besitzt, die diese Sachlage ändern könnte.

In Suriname ist 14 Jahre das Alter ab dem man legal arbeiten kann. Jedoch arbeiten schon 8% der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren; viele von ihnen unter schwierigen Bedingungen.

Viele Kinder zwischen 5 und 14 Jahren sind entweder in der Landwirtschaft, wo sie mit giftigen Düngemitteln umgehen, oder in Goldminen angestellt sind, in denen sie Quecksilber ausgesetzt sind. Dieses besonders gefährliche chemische Element kann Entwicklungsprobleme auslösen und irreversible Hirnschäden verursachen.

Sexuelle Ausbeutung

Die Prostitution von Kindern ist weiterhin ein großes Problem des Landes. Junge Mädchen sind Menschenhandel innerhalb Surinames ausgesetzt, wo es eine Vielzahl von Vergewaltigungen gibt.

Im Inneren des Landes leiden Kinder mehr unter einem Mangel an Respekt für ihre Rechte als Kinder, die in Küstennähe leben.

Gewalt

In Suriname wurde ein Netzwerk zur Prävention von Missbrauch von Kindern kreiert, um Bewusstsein zu wecken und Gewalt gegen Kinder zu bekämpfen.

Änderungen bei der Gesetzgebung in Zusammenhang mit einvernehmlichem Sex wurden nicht zugelassen. Das hat die Kinder in Suriname in eine Position gebracht, in der sie nur unzureichend geschützt sind.
Weiterhin ist zu verzeichnen, dass es einen Mangel an Dienstleistungen gibt, die psychologische Hilfe für Kinder anbieten, die Opfer von Gewalt geworden sind.

Diskriminierung von Kindern, die ethnischen Minderheiten angehören

Die Bevölkerung des Landes setzt sich aus verschieden Ethnien zusammen, d.h. dass es einen Mix von Menschen verschiedener Herkunft gibt: Hindus, Kreolen, Javanesen usw. Leider sind die Kinder, die zu den kleinsten Minderheiten gehören, meistens die ersten, deren Rechte nicht beachtet werden.

Diejenigen, die den Ureinwohnern oder Minderheiten angehören, sind ebenfalls Diskriminierung ausgesetzt. Sie werden schlechter behandelt als die, die zu den ethnischen Hauptgruppen des Landes gehören. Diese Ungleichbehandlung zeigt sich vor allem bei dem Zugang zu Bildung, Gesundheitsvorsorge und öffentlichen Dienstleistungen. Kinder von ethnischen Minderheiten sind am meisten von Zwangsarbeit und sexueller Ausbeutung betroffen.