Die Kinder der Bahamasinseln

Die Kinder der Bahamasinseln

Die Verwirklichung von Kinderrechten auf den Bahamas

 

Das Commonwealth der Bahamas, gemeinhin bekannt als die Bahamas, besteht aus einem Land, das sich aus mehreren Inseln zusammensetzt. Obwohl die Bahamas innerhalb des amerikanischen Kontinents als ein relativ stabiles und gut entwickeltes Land gelten, steigen die Armutsraten, wodurch das Wohlergehen der Kinder in den Bahamas gefährdet ist.

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 Index der Realisierung von Kinderrechten: 8,44/10
Gelbe Stufe: recht gute Lage

Bevölkerung : 319 031
Bev. 0-14 Jahren : 23,6 %

Lebenserwartung : 72,2 Jahre
Kindersterblichkeit : 10 ‰

Hauptproblemstellungen der Lage der Kinder auf den Bahamas:

Derzeit können 95,6% der über Fünfzehnjährigen der bahamaischen Bevölkerung lesen und schreiben. Im Jahre 1995 waren es noch 98%. Dabei gibt es einen wesentlichen Qualitätsunterschied zwischen den Ausbildungs- und Abschlussquoten staatlicher und privater Schulen. Rund 44% der Jungen und 51% der Mädchen, die eine staatliche Sekundarschule besuchen, erhalten ihren Bildungsabschluss, während die Erfolgsrate der Bildungsabschlüsse auf privaten Schulen bei 87,6% liegt.

Dieses Missverhältnis kann sowohl auf die Überbelastung der staatlichen Schulen zurückgeführt werden, als auch auf deren mangelnde Ausstattung mit Unterrichtsmaterialien sowie dem fehlenden Internetzugang.

  • Das Recht auf Schutz

Die Rate der bahamaischen Kinder, die außerhalb einer Ehe geboren werden, liegt bei über 50%. In vielen Fällen verlassen die zukünftigen Väter die Frauen, sobald sie von der Schwangerschaft erfahren, sodass die Mütter gezwungen sind, ihre Kinder eigenständig groß zu ziehen. Die Problematik alleinstehender Mütter war zu den Zeiten, in denen die bahamaische Bevölkerung noch in großfamiliären Zusammenschlüssen lebte, weniger problematisch. Heutzutage sind solche erweiterten Familienstrukturen jedoch nicht mehr sehr verbreitet, sodass viele Kinder ganz auf sich allein gestellt sind, während die Mütter arbeiten.

Ohne Beaufsichtigung geraten einige Kinder in Schwierigkeiten oder werden sogar gewalttätig. Viele brechen die Schule ab.

  • Das Recht auf Identität

Alleinstehende Mütter neigen dazu, ihren Kindern ihren Mädchennamen zu geben, sodass viele Kinder aufwachsen, ohne die Identität ihrer Väter zu kennen, was eine Verletzung ihrer Rechte darstellt. Dieser Umstand wird sich voraussichtlich kurz- bis mittelfristig nicht ändern, denn es gibt keinerlei politischen oder gesellschaftlichen Anstoß, Männer in die Verantwortung für ihre Kinder zu ziehen.

Auf den Bahamas nehmen Fälle sexueller Ausbeutung zu. Die Zahl gemeldeter Fälle von sexuellem Missbrauch ist vom Jahre 2009 auf das Jahr 2011 um 52% gestiegen und bislang wurde nur wenig unternommen, um diese besorgniserregende Situation zu verbessern.

  • Kinder und das Gesetz

Kinder sind auf den Bahamas bereits im Alter von sieben Jahren strafmündig, was ein vergleichsweise sehr junges Alter ist. Glücklicherweise haben die Bahamas angegeben, dass sie in dieser Angelegenheit infolge der Empfehlungen des Ausschusses für die Rechte des Kindes den Rechtsstatus überprüfen werden.

Es gibt jedoch auch einige Schutzbestimmungen für Kinder, die einer Straftat überführt werden: Die Todesstrafe darf bei Kindern nicht ausgeführt werden, die zum Zeitpunkt der Straftat unter 18 Jahre alt sind. Zudem sorgt das Sozialministerium dafür, dass Kinder, die aufgrund einer Straftat verurteilt wurden, ihre Strafe nach Möglichkeit in einer Jugendeinrichtung verbüßen können, statt im Gefängnis.

  • Diskriminierung

Rassendiskriminierung

Rassendiskriminierung und Verfolgung sind auf den Bahamas aufgrund der seit langer Zeit bestehenden Problematik der illegalen Einwanderung tief verankert. Zehntausende Haitianer kamen in der Hoffnung, der Armut zu entkommen, auf vorwiegend illegalem Wege auf die Bahamas. Jene Immigranten, die aufgrund ihrer großen Anzahl als eigenständige ethnische Bevölkerungsgruppe auf den Bahamas betrachtet werden können, sind häufig Rassendiskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Obwohl haitianischen Kindern der Zugang zu Bildungs- und Sozialleistungen gewährt wird, sind sie oft Opfer von Schikane und Diskriminierung. Um der schlechten Behandlung von Immigranten auf den Bahamas entgegenzuwirken, hat die Regierung innerhalb der Programme zur Sozialkunde in den Sekundarschulen Unterricht in Staatsbürgerkunde eingeführt, um die Toleranz zu fördern.

Diskriminierung gegenüber Frauen

Die Verfassung der Bahamas beinhaltet Bestimmungen, die gegenüber Frauen, insbesondere in Bezug auf deren Rechte als Staatsangehörige, diskriminierend sind. Beispielsweise ist ausschließlich Männern das Recht vorbehalten, die bahamaische Staatsangehörigkeit an die Ehegattin weiterzugeben. Dieser Umstand wird sich voraussichtlich kurz- bis mittelfristig nicht ändern, da die bahamaische Bevölkerung einer Änderung dieser Gesetze ablehnend gegenübersteht.

Das Erbschaftsrecht auf den Bahamas bevorzugt ebenfalls Männer gegenüber Frauen. In Fällen häuslicher Gewalt gegenüber Frauen weigern sich die Behörden einzugreifen.

Obwohl das bahamaische Gesetz Diskriminierung gegenüber Menschen mit Behinderungen verbietet, kommt es häufig vor, dass Kinder mit Behinderungen von ihren Eltern verbannt oder sogar ausgesetzt werden. Es gibt auf den Bahamas zudem die dringende Notwendigkeit, die Qualität öffentlicher und privater Einrichtungen zu verbessern, die Leistungen für Menschen mit Behinderungen anbieten.

  • Körperliche Behandlung

Körperliche Bestrafung von Kindern unter 16 Jahren zu erzieherischen Zwecken im familiären Raum ist vom bahamaischen Gesetz verboten. Die Ausführung körperlicher Bestrafung von Kindern unter 16 Jahren kann jedoch an einen Lehrer oder an eine Lehrerin weitergegeben werden. Das Ministerium für Bildung hat das Recht, körperliche Bestrafungen auszuüben, dahingehend erweitert, dass der Schulleiter, der stellvertretende Schulleiter sowie die leitende Aufsichtsperson (die Person, die für die Disziplin zuständig ist) einer Schule berechtigt sind, in bestimmten Situationen körperliche Bestrafungen anzuwenden.

Jene Sachlage steht im Widerspruch mit Artikel 19 der internationalen Kinderrechtskonvention, die von den Bahamas unterschrieben wurde, und in der sich die Vertragsstaaten dazu verpflichten, alle angemessenen gesetzlichen, administrativen, sozialen und bildungsbezogenen Maßnahmen zu ergreifen, um Kinder vor jeglicher Form physischer und mentaler Gewalt zu schützen.

  • Kinderarbeit

Das gesetzliche Mindestalter für Industriearbeit sowie Arbeit innerhalb der Unterrichtszeit liegt bei 14 Jahren und ist in anderen Arbeitssektoren nicht definiert. Nachtarbeit ist für Kinder unter 16 Jahren verboten und diese Bestimmung wird glücklicherweise entsprechend überwacht.