Die Kinder von Malawi

Die Kinder von Malawi

Die Durchsetzung der Kinderrechte in Malawi

Malawi – ein südafrikanisches Land, dessen Wirtschaft im Wesentlichen auf dem Agrarsektor sowie seiner Lebensmittelverarbeitungs- und Bergbauindustrie basiert – hat sich der Einhaltung, Sicherung und Förderung der Rechte malawischer Kinder verpflichtet. Trotz dieser Versprechungen steht das Land jedoch vor zahlreichen Problemen, die Kinder daran hindern, in den vollen Genuss ihrer Rechte zu kommen.

 Carte_malawi

Index der Realisierung von Kinderrechten:
5,88 / 10
Schwarz Stufe:
sehr Schwierige Situation

Bevölkerung: 16,77 M.
Bev. 0-14 Jahren: 44,7 %

Lebenserwartung: 55,3 Jahre
Kindersterblichkeit: 43 ‰

Die Hauptprobleme der Kinder in Malawi:

Armut

Malawi gehört zu den 20 am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Dementsprechend muss jedes fünfte Kind von weniger als 0,20 US-Dollar pro Tag leben.

Armut betrifft die überwiegende Mehrheit junger Malawier und hat sehr schwerwiegende Auswirkungen. Zugang zu gesundem Essen, zu finanziellen Mitteln sowie dem Gesundheits– und Bildungswesen sind für diese isolierte Bevölkerungsgruppe erheblich erschwert.

Kindersterblichkeit

In den letzten 20 Jahren hat sich die Sterberate von Kindern unter fünf Jahren in Malawi drastisch verringert. Dennoch ist die Kindersterblichkeit immer noch beunruhigend hoch. Aufgrund der unzureichenden Sanitäranlagen, einem Mangel an Trinkwasser sowie dem Fehlen eines Gesundheitswesens in den ländlichen Regionen sterben jedes Jahr 110 von 1.000 Kindern.

Das Recht auf Gesundheit

Unterernährung bleibt sowohl in ländlichen als auch städtischen Gebieten Malawis alarmierend häufig, da viele Familien nicht die Mittel haben, sich selbst ausreichend zu ernähren. Diese Mangelernährung führt sowohl zu geringem Körpergewicht als auch zu signifikanten Entwicklungsproblemen.

AIDS

Die HIV-Prävalenzrate bleibt ebenfalls beunruhigend hoch. Jedes Jahr werden 30.000 Neugeborene von ihren Müttern infiziert. Es wird geschätzt, dass ungefähr 90.000 junge Malawier von der Krankheit befallen sind. AIDS ist daher nicht nur ein Gesundheits-, sondern auch ein ökonomisches und soziales Problem. Gewichtige Maßnahmen, vor allem vorbeugender Art, müssen daher getroffen werden – und zwar dringend.

Das Recht auf Nicht-Diskriminierung

In Malawi sind junge Mädchen immer noch diskriminierenden Praktiken ausgesetzt: ihr Zugang zu Bildung ist eingeschränkt, es kommt zu Genitalverstümmelung und sie werden oft gezwungen, in sehr jungem Alter zu heiraten.

In ähnlicher Weise haben Kinder mit Behinderungen mangels finanzieller Ressourcen keinen Zugang zu Einrichtungen, die an ihre Bedürfnisse angepasst sind. Die Regierung erhebt außerdem keine statistischen Daten über sie. Behinderte Kinder werden daher anders behandelt als andere Kinder.

Zusätzlich haben außerdem auch Flüchtlingskinder, von denen es in Malawi mehr als eine Million gibt, Schwierigkeiten, an schulischen Programmen teilzunehmen. Die Sprachbarriere verursacht für sie große Probleme. Diese Kinder kommen ebenfalls nicht in den Genuss des Gesundheitswesens.

Das Recht auf Bildung

Primärschulen sind in Malawi kostenlos, aber nicht verpflichtend. Aus diesem Grund werden sie nicht von allen Kindern besucht. Es bestehen außerdem Unterschiede zwischen den Geschlechtern und zwischen Regionen.

Insgesamt fehlen den Schulen in Malawi die Materialien, die pädagogischen Werkzeuge und ein qualitativ hochwertiger Unterricht, um ihre Rolle auszufüllen.

Weibliche Genitalverstümmelung

Weibliche Genitalverstümmelung wird in bestimmten Regionen Malawis immer noch praktiziert. Die unsicheren unhygienischen Bedingungen, unter denen sie durchgeführt wird, führen oft zu ernsthaften gesundheitlichen Konsequenzen für die jungen Mädchen. Infektionen, Blutungen oder andere Probleme sind oft Folge der Operationen.

Kindesmisshandlung

Es ist in Malawi immer noch normal, Kinder zu schlagen. Dieser Brauch hält sich, da viele Familien körperliche Züchtigung für eine effiziente Erziehungsmethode halten. Darüber hinaus wird diese Maßnahme auch in vielen schulischen Einrichtungen genutzt.

Straßenkinder

Die Zahl der auf der Straße lebenden malawischen Kinder erhöht sich stetig, vor allem aufgrund von unsicheren finanziellen Situationen. Sehr oft werden die Rechte dieser Kinder auf Unterkunft, Gesundheit, Erziehung und Ernährung eingeschränkt.

Ebenso oft werden pflegebedürftige Straßenkinder in Justizvollzugsanstalten gesteckt. Dort leben sie generell mit Jugendlichen zusammen, die im Konflikt mit dem Gesetz stehen, was nicht ihren eigenen Situationen entspricht.

Kinderarbeit

In Malawi ist das Mindestalter für eine Anstellung 14 Jahre. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation sind Familien jedoch gezwungen, ihre Kinder vor diesem Alter arbeiten zu lassen. Diese Kinder werden üblicherweise in der Landwirtschaft eingesetzt.

Ohne Bildung wachsen diese Kinder unter harten Bedingungen auf: lange Arbeitszeiten, geringe Bezahlung, keine ausreichende Ernährung etc. Sie sind außerdem Risiken in Verbindung mit Prostitution, Diskriminierung, Misshandlung etc. ausgesetzt.

Kindersklaverei

Kindersklaverei besteht weiterhin in Malawi, aber es gibt keine statistischen Erhebungen, um die Größe dieses Problems einzustufen. Verschiedene Organisationen und die Regierung gehen davon aus, dass die hauptsächlichen Gründe für Kindersklaverei Zwangsarbeit, sexuelle Ausbeutung und Organhandel sind.