Kinder in Burundi

Kinder in Burundi

Die Verwirklichung der Kinderrechte in Burundi

 

Während und nach dem Bürgerkrieg in Burundi wurden die Rechte vieler Kinder verletzt. Auch die derzeitige Situation stellt sich aufgrund der mangelhaften sanitären und medizinischen Infrastruktur problematisch dar, was sich negativ auf das Leben der Kinder auswirkt. Unter erschwerten Bedingungen müssen Kinder das Aufwachsen in einer Nachkriegsgesellschaft erleben.

  burundi

Index der Realisierung von Kinderrechten:
5,46 / 10
Schwarz Stufe:
sehr Schwierige Situation

Bevölkerung: 11,2 Millionen
Bev. 0-14 Jahren: 46 %

Lebenserwartung: 54,1 Jahre
Kindersterblichkeit: 54 ‰

Die größten Probleme, mit denen die Kinder in Burundi konfrontiert sind:

Armut

Burundi ist eines der ärmsten Länder der Welt. Über 68 % der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze.

Diese Armut hat verheerende Folgen für viele Kinder, die durch die armen Verhältnisse unter Verstößen gegen ihre Rechte leiden.

Das Recht auf Wasser

In Burundi hat ungefähr die Hälfte der Bevölkerung keinen Zugang zu Trinkwasser.

Insbesondere in ländlichen Gebieten sind zahlreiche Kinder dazu gezwungen, ihren Flüssigkeitsbedarf durch unsauberes Wasser zu decken. Dies bringt schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die Kinder mit sich.

Gesundheit

Die Kindersterblichkeitin Burundi ist sehr hoch und die Lebenserwartung besonders gering.

In Burundi macht der enorme Mangel an medizinischen und sanitären Infrastrukturen und Materialien sowie das Fehlen von ausgebildetem Personal die Ausbreitung von Krankheiten und Viren möglich. So wurden zum Beispiel Polio-Fälle festgestellt. Dieses Problem wurde mit einer Impfkampagne angegangen, um den Virus auszumerzen.

Andere Krankheiten sind weitverbreitet, manchmal mit schwerwiegenden gesundheitlichen Auswirkungen für Kinder: Diarrhöe, Malaria, Infektionen usw. HIV kommt auch sehr häufig vor. Viele Kinder wurden zu Waisen oder sind selbst an AIDS erkrankt.

Bildung

Nur 71 % der Kinder gehen zur Schule, obwohl bis zum 12. Lebensjahr Schulpflicht besteht.

Während der ethnischen Konflikte mussten zahlreiche Familien aus ihrem Heimatland fliehen und in den Nachbarländern Zuflucht suchen. Heute kehrt eine Vielzahl von ihnen mit ihren Kindern nach Burundi zurück.

In anderen Ländern aufgewachsene Flüchtlingskinder sprechen oft kein Französisch oder nicht einmal Kirundi, die zwei Sprachen, in denen in Burundi unterrichtet wird. Das Bildungssystem muss alle möglichen Maßnahmen ergreifen und schrittweise die mit dem Spracherwerb verbundenen Probleme abbauen, damit Kinder die Schule besuchen können.

In der Tat erreicht die, Bildung von Kindern nicht nur eine Stabilisierung, sondern bewirkt auch die Wiederherstellung und Erhaltung des Friedens unter den von den Konflikten betroffenen Gemeinschaften.

Gewalt gegenüber Kindern

Zahlreiche burundische Kinder fallen körperlichen oder, sexuellenGewaltanwendungen oder Misshandlungen zum Opfer. Viele Fälle werden nie gemeldet, weil die Kinder Repressalien befürchten und nicht immer Zugang zu Einrichtungen zum Melden der Gewaltvorfälle haben.

Meistens sind Kinder Opfer der Anwendung der Prügelstrafe in der Familie oder in der Schule. Diese Opfer haben oft Angst, wieder nach Hause oder zur Schule zu gehen.

Diese Praktiken sind weit verbreitet, obwohl in öffentlichen Schulen die körperliche Züchtigung von der Regierung verboten wurde.

Kinderhandel

Der Kinderhandel ist in Burundi nach wie vor eine traurige Realität. Zu viele Kinder werden immer noch für finanzielle Vorteile ausgebeutet. Dies geschieht vor allem in der Form von Prostitution.

Die gesetzlichen Vorschriften Burundis verbieten zwar die Prostitution und bestrafen Ausbeuter von Kindern; die Zahl der Kinderprostituierten steigt aber weiterhin.

Die Regierung muss erhöhte Anstrengungen unternehmen, um die Prostitution auszurotten.

Kinderarbeit

Fast jedes fünfte Kind mussarbeiten um seine Familie zu unterstützen.

Diese Kinderarbeiter sind nicht nur auf Familienfarmen und industriellen Plantagen tätig, sondern auch in der Schattenwirtschaft. Junge Mädchen arbeiten meist als Haushaltshilfen für andere Familien.

Inhaftierte Kinder

Während des Krieges wurden viele Minderjährige ohne Verhängung eines Urteils inhaftiert. Manchmal geschah das sogar ohne Grund. So wurden bei Inhaftierung eines Elternteils auch meist die Kinder gefangen genommen.

Das Verhalten der burundischen Justiz in dieser Hinsicht ist nicht rechtsstaatlich, da die Kinder jahrelang hinter Gittern verbleiben. Sie leiden Tag für Tag an Unterernährung und unzureichender Flüssigkeitsaufnahme, wodurch sich im Laufe der Zeit ihr Gesundheitszustand verschlechtert. Darüber hinaus sorgen Überbelegung und schlechte sanitäre Verhältnisse in burundischen Gefängnissen für die Verbreitung von Krankheiten unter den Kindern.

Die Regierung muss ein wirksames Justizsystem einführen, damit alle grundlos inhaftierten Kinder ihre Freiheit wiedererlangen können.

Kindersoldaten

Im Bürgerkrieg wurden zahlreiche Kinder gezwungen, sich Rebellengruppen anzuschließen.

Die meisten von ihnen sind seitdem wieder nach Hause zurückgekehrt, benötigen aber aufgrund der durchlittenen Schrecken psychologische und medizinische Unterstützung.

Die burundische Regierung hat Anstrengungen zur Demobilisierung der ehemaligen Kindersoldaten und zu ihrer Wiedereingliederung in die Gemeinschaft unternommen. Zur Erreichung dieses Ziels ist die Bildung dieser Kinder kostenlos. Sie werden auch mit Sachleistungen unterstützt.

Waisenkinder

Burundi ist eines der am stärksten von AIDS betroffenen Länder und mehr als 1,8 % der Bevölkerung ist Träger des HI-Virus.

Für das Leben der Kinder hat diese Plage schwerwiegende Folgen. Ungefähr 120.000 Kinder sind nach dem Tod eines Elternteils an AIDS als Waisen verzeichnet.

Außerdem leben noch 400.000 weitere, durch den Krieg verwaiste Kinder auf der Straße. Es bestehen nur wenige Strukturen zur Aufnahme dieser Kinder. Infolgedessen haben sie große Schwierigkeiten mit dem Zugang zu Nahrung und Wasser.
Das Recht auf Identität

Burundi muss Maßnahmen zur Registrierung von Kindern ergreifen, da nur 60 % der Geburten registriert sind. Dieses Versäumnis der Regierung hat für Kinder negative Folgen.

Einem Kind, das nicht bei den Behörden registriert wurde, bleibt der Grundschulbesuch verwehrt. Darüber hinaus kann ein unregistriertes Kind nicht in den Genuss von medizinischer Versorgung kommen, die normalerweise bis zum fünften Lebensjahr kostenlos ist.

Diese Kinder können ihre Rechte nicht in Anspruch nehmen und sind für die Gesellschaft unsichtbar.