Kinder in Gabun

Kinder in Gabun

Die Verwirklichung der Kinderrechte in Gabun

Gabun weist allem Anschein nach eine wirklich erschreckende Menschenrechtsbilanz auf. Die Situation der Kinder ist alles andere als ideal. Sie müssen mit Problemen kämpfen, die oft grauenhaft sind. Kinderrechte, wie Rechte in Bezug auf Gesundheitsversorgung, Bildung, Arbeit usw., werden ständig verletzt.

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Index der Realisierung von Kinderrechten: 7,71/10
Orange Stufe: Wahrnehmbare Probleme

Bevölkerung: 1,64 M.
Bev. 0-14 Jahren: 42,2%

Lebenserwartung: 63,5 Jahre
Kindersterblichkeit: 36‰

 

Hauptprobleme, mit denen die Kinder in Gabun konfrontiert sind:

Armut

In Gabun leben über 33 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Ländliche Gebiete sind besonders betroffen und Kinder am stärksten gefährdet.

Kinder in armen Familien müssen oft mit Problemen wie Prostitution, HIV und Jugendschwangerschaften kämpfen.

Gesundheit

Mehr als 69 % der gabunischen Kinder sterben vor ihrem fünften Geburtstag. Darüber hinaus ist etwa 2,9 % der Bevölkerung mit HIV infiziert.

HIV/AIDS betrifft Kinder, die misshandelt oder von einer HIV-positiven Mutter auf die Welt gebracht wurden. Das Fehlen jeglicher Informationen über die Mutter-Kind-Übertragung des HIV veranlasste das Gesundheitsministerium zum Handeln, und es führte eine auf schwangere Frauen ausgerichtete Informationskampagne durch, um die Übertragungswahrscheinlichkeit zu verringern.

Die Kindersterblichkeitsrate von Gabun gehört zu den weltweit höchsten. Die Haupttodesursachen sind Malaria, Masern, Durchfall, Mangelernährung und AIDS.

Die einzigen geeigneten Mittel zur Eindämmung der Kindersterblichkeit sind die wirtschaftliche Entwicklung in Verbindung mit der Förderung einer gesunden Lebensweise und Programmen zur Armutsbekämpfung.

Kinderheirat

In Gabun ist es oft der Fall, dass die Eltern junger Mädchen dafür sorgen, dass diese schon sehr früh heiraten. Das gesetzliche Heiratsalter für Frauen ist 15, was den hohen Prozentsatz von Eheschließungen junger Mädchen erklärt, der ca. 34 % beträgt.

Diese Eheschließungen sind für die betroffenen jungen Mädchen oft sehr folgenschwer, weil sie nicht verstehen, was eine solche Ehe mit sich bringt.

Bildung

Trotz der wirtschaftlichen Misere besuchen 94 % der gabunischen Jugendlichen eine Schule.

In bestimmten Regionen Gabuns, die von der Armut betroffen sind, ist der Zugang zur Bildung oft schwierig. Vor allem in Dörfern herrscht Armut.

Dörfer, in denen die Armut verbreitet ist, leiden auch unter einer fehlenden Bildungsinfrastruktur. Oft besuchen die Kinder Schulheime und leben weit entfernt von ihren Familien.

Bildung an sich ist zwar kostenlos, es fällt aber für jede Person ein Betrag an Gebühren an, der sich auf etwa 50 Dollar beläuft. Oft können arme Familien diese Gebühren nicht zahlen, was ihre Kinder vom Schulbesuch abhält. Kinder, die nicht zur Schule gehen, werden oft zum Arbeiten gezwungen.

Gewalt gegenüber Kindern

Eine Studie aus dem Jahre 2011 legte offen, dass 77 % der gabunischen Kinder Opfer von Gewalt waren. Diese Gewalt ist weit verbreitet und tritt in der Familie, in der Schule und in der Gesellschaft allgemein auf.

Kinder unterliegen verschiedenen Arten von Gewalt: moralisch, psychologisch, körperlich und sexuell. Körperliche Gewalt wird durch kulturelle Voreingenommenheit und traditionelle Praktiken ausgedrückt. Gegen manche Kinder wird Gewalt in Form von Verstümmelungspraktiken (Exzisionen und Skarifikationen) ausgeübt, oder durch die Diktatur des Erstgeburtsrechts.

Eine andere Manifestation von Gewalt, der gabunische Kinder zum Opfer fallen, ist der Ritualmord.

Das Recht auf Leben

Das Recht auf Leben für Kinder wird in Gabun nicht immer respektiert, was eine Verletzung des Artikels 6 der Internationalen Kinderrechtskonvention darstellt.

Der Ritualmord von gabunischen Kindern ist hier wahrscheinlich das ungeheuerlichste Beispiel. Diese Tötungen werden durchgeführt, um auf die Organe des Opfers zuzugreifen. Manche Kinder sind mehr gefährdet als andere.

Arme Kinder sind die Hauptopfer dieser Praxis. Laut einigen Berichten haben Eltern das Leben ihrer Kinder gegen Geld eingetauscht. Die Käufer der Kinder lassen meist die Morde wie Unfälle aussehen, um die Bestrafung zu vermeiden.

Kinderarbeit

Die Armut zwingt manche Familien dazu, ihre Kinder arbeiten zu schicken. So werden die Kinder zu einem Mittel, damit die Familien mehr Geld verdienen und ihre Bedürfnisse decken können.

Im Allgemeinen arbeiten junge Mädchen, die meistens keine Schulbildung haben, als Hausangestellte. Sie werden vielleicht von einigen Arbeitgebern „richtig“ behandelt, aber von anderen werden sie missbraucht und ausgebeutet.

Die Jungen arbeiten oft in der Landwirtschaft, wo die Arbeitsbedingungen alles andere als ideal sind und oft die Gesundheit gefährden. Giftige Chemikalien, fehlende Flüssigkeitszufuhr und manchmal sogar gänzliche Sklaverei gehören zu den Faktoren, die diese Arbeit gefährlich machen.

Kinderhandel

Gabunische Kinder werden nicht nur schon im jungen Alter zur Arbeit gezwungen, sondern fallen darüber hinaus auch Menschenhändlern zum Opfer. Kinder werden zum Arbeiten in ihrem eigenen Land angeworben, aber manchmal schickt man sie auch ins Ausland, in andere afrikanische Länder.

Ab dann sind sie völlig ihren Arbeitgebern ausgeliefert. Da ihnen sowohl die Kraft als auch die Bildung fehlt, um sich zu wehren, haben sie keine andere Wahl, als ihren Herrn und Meistern zu gehorchen. Mittlerweile haben die Eltern keine Ahnung, was passiert. Sie glauben, dass die Händler ihren Nachkommen ein besseres Leben bieten, was der Grund ist, warum sie ihre Kinder überhaupt zu solchen Menschen schicken.

Mädchen sind auch Opfer des Kinderhandels. Diese Situation muss geändert werden, damit die Rechte der Kinder auf Freiheit und Bildung respektiert werden können.

Das Recht auf eine Identität

In Gabun erhält ein Kind die Staatsbürgerschaft, wenn eines seiner Elternteile gabunischer Staatsbürger ist. Der Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Geburt in Gabun allein ist nicht möglich. Trotz zwingender Regelungen werden nur 89 % aller Geburten offiziell bei den richtigen Behörden angemeldet

Kinder ohne offizielle Anmeldung ihrer Geburt müssen darunter immer leiden. Der Zugang zur Schule sowie zu von der Regierung geförderten Programmen ist ihnen verwehrt.

Diese Kinder haben keine offizielle Existenz in der Gesellschaft und können nicht ihre Rechte genießen.